36:25 im Hit gegen Essen „Fantastisch“: 3300 Fans feiern HSG Nordhorn-Lingen


Lingen. Die Fans feierten und Trainer Heiner Bültmann schwärmte von einer fantastischen zweiten Halbzeit: Handball-Zweitligist HSG Nordhorn-Lingen setzte sich vor 3302 Zuschauern in der Emslandarena im Schlager gegen TuSEM Essen 36:25 (14:13) durch.


Zwölf Tore warf Georg Pöhle gegen seinen Ex-Verein. Foto: Schröer


Mit dem Erfolg des Zwei-Städte-Teams ist die Spannung im Kampf um den zweiten Aufstiegsplatz gestiegen. Der Gastgeber profitiert auch von der überraschenden 27:29-Niederlage des Tabellenzweiten HSC Coburg bereits am Samstagabend beim abstiegsgefährdeten Wilhelmshavener HV. Damit ist Nordhorn-Lingen wieder auf einen Zähler an die Oberfranken herangerückt. „Das hat für zusätzliche Motivation gesorgt“, sagte Bültmann. Da Spitzenreiter HBW Balingen-Weilstetten am Sonntag bei den Rimparer Wölfen mit 25:26 unterlag, beträgt der Abstand zum Bültmann-Team jetzt nur noch vier Punkte. 

Mit Kampf und Moral

„Es ist an diesem Spieltag alles richtig gut für uns gelaufen“, strahlte Bültmann. Dabei waren die Voraussetzungen gar nicht so gut. Denn eine Woche nach der ersten Niederlage seit drei Monaten in Balingen kam mit Essen ein Gegner nach Lingen, der der HSG nicht sonderlich gut liegt. Mit Nicky Verjans und Philipp Vorlicek fehlten zwei Spieler. Patrick Miedema (Kapselriss im Daumen) hatte erst am Samstag beim Abschlusstraining in der Emslandarena richtig mitgemischt, Luca de Boer seinen Magenverstimmung noch nicht restlos auskuriert, Toon Leenders krank gefehlt. Aber Nordhorn-Lingen stemmte sich mit Moral, Kampf und Top-Einstellung allem Unwägbarkeiten entschlossen entgegen.

Starker Rückhalt im HSG-Tor: Bart Ravensbergen. Foto: Schröer


Große Anspannung

Dabei fand das Zwei-Städte-Team nicht so gut ins Spiel. „Die Anspannung war groß“, hatte Bültmann bemerkt. Seine Mannschaft lag zunächst zurück, kam nach zehn Minuten besser zurecht und lag zur Pause knapp mit 14:13 vorn. „Die erste Halbzeit war ausgeglichen. Vielleicht mit leichten Vorteilen für uns.“ Denn der Angriff, der bei einigen Einzelaktionen zunächst nicht so gut abschloss, gewann durch gute Aktionen Sicherheit, kam zu Tempogegenstößen. Doch es deutete sich nach 30 Minuten noch nicht an, dass die HSG sich derart klar durchsetzen würde.

Starke Mannschaftsleistung

Aber nach der Pause klappte fast alles. Die Abwehr, die im ersten Durchgang schon überzeugt hatte, packte energisch zu. Torwart Bart Ravensbergen wehrte 40 Prozent der Bälle ab. Eine Top-Quote. Der leidenschaftlich kämpfende Gastgeber setzte sich immer weiter ab, warf 22 Tore gegen Tabellenvierten in der zweiten Hälfte. „Eine ganz starke Mannschaftleistung“, meinte der Trainer.

Zwölf Tore warf Georg Pöhle gegen seinen Ex-Verein. Foto: Schröer


Zwölf Pöhle-Tore

Essen bemühte sich, stellte in der Abwehr von 5:1, auf 4:2, 3:3 und Manndeckung um. Aber der Gast fand aber einfach keine Mittel. Insbesondere nicht gegen Georg Pöhle, der gegen seinen früheren Verein zwölfmal erfolgreich war

Freitag zum VfL Schwartau-Lübeck

Die HSG hat sich vor den nächsten beiden Spielen gegen Konkurrenten aus der oberen Tabellenhälfte den Rücken freigehalten. Der Vorsprung vor dem neuen Tabellenvierten ASV Hamm-Westfalen, der beim Dessau-Roßlauer HV 22:20 siegte, beträgt drei Zähler. Schon am Freitag um 19.30 Uhr ist Nordhorn-Lingen beim VfL Lübeck-Schwartau mit dem neuen Trainer-Duo Gerrit Claasen und Jörg Engelhardt wieder gefordert. Coach Torge Greve hat den abstiegsgefährdeten Erstligisten VfL Gummersbach übernommen. Danach erwartet die HSG den TuS Ferndorf (31.3., 17 Uhr, Emslandarena Lingen).


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