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Emsländische Sportlerwahl Nicole Heidemann schwimmt zum zweiten Sport-Oscar

Von Uli Mentrup, Dieter Kremer und Henning Harlacher


Spelle. Schwimmerin Nicole Heidemann wurde bei der 25. Sport-Wirtschafts-Gala in Spelle als emsländische Sportpersönlichkeit 2018 ausgezeichnet. Ruderer Jan Höfschröer wurde zum Nachwuchssportler gewählt. Die American Footballer der Meppen Titans stellten die Mannschaft des Jahres.

Stolz nahm Nicole Heidemann den Sport-Oscar von Ehrengast DFB-Präsident Reinhard Grindel entgegen. Genau zehn Jahre zuvor hatte die Top-Schwimmerin des TV Meppen die Trophäe erstmals bekommen. 1999 war sie emsländische Nachwuchssportlerin.

Sport als Imagefaktor

Landrat Reinhard Winter verwies in der Begrüßung auf die Bedeutung des Sports als Imagefaktor für die Region. Er werte die Lebensqualität auf, die Mannschaften seien Werbeträger. „Sport tut gut“, stellte er fest. Das werde im Emsland gewährleistet durch die gute Zusammenarbeit von Sport, Wirtschaft und Politik.

Alle vorgeschlagenen Mannschaften und Einzelsportler. Foto: Scholz


Sporthilfe Emsland beispielhaft

Beispiel dafür ist die Sporthilfe Emsland, die 30 Jahre alt wird. Gegründet wurde sie damals, erläuterte Vorsitzender Richard Schimmöller, um Sportler wie den Box-Olympia-Teilnehmer Andreas Schnieders (1988 in Seoul), der nach Oldenburg gewechselt war, in der Region zu halten zu können, sagte Vorsitzender Richard Schimmöller. Das sei später gelungen, verwies er auf Hermann Nortmann, der bei den Paralympics startete und heute im Bogensport aktiv ist. Winter und der Ehrenvorsitzende der Sportstiftung Emsland, Hermann Bröring, erklärten, die Sporthilfe Emsland sei ein „überzeugendes Modell“ und nach wie vor einmalig.. Sie habe den hiesigen Sport mit rund fünf Millionen Euro gefördert hat. „30 Jahre sind etwas ganz Besonderes“, erklärte Winter zufrieden. Die Nachhaltigkeit sei deutlich zu erkennen.

Gäste bei der Sport-Wirtschaftsgala in Spelle. Foto: Scholz


Wettbewerb um Fachkräfte

Der Gastgeber der 25. Sport-Wirtschaftsgala in der Speller Maschinenfabrik Drive & Train, Bernard Krone, und der Vorsitzende des Wirtschaftsverbandes Emsland, Ulrich Boll, unterstrichen die Bedeutung des Sports und der Sportförderung auch für die Wirtschaft. Das soziale Engagement sei wichtig im Wettbewerb um Fachkräfte. In den Vereinen bekämen die jungen Mitglieder viele soziale Kompetenzen mit auf den Weg. „Fleiß, Ehrlichkeit, gesunder Menschenverstand“ seien klare Schnittmengen. Zudem mache „Sport Mitarbeiter gesünder“.

Duo Piti und Band Unisono

Im Rahmenprogramm beeindruckte das akrobatische und tänzerische „Duo Piti“ und die Band Unisono, ein Musik- und Benefizprojekt aus Lingen.


Schwimmerin Nicole Heidemann vom TV Meppen (Sportpersönlichkeit des Jahres): Es war die Faust, die der ehemalige Tennisspieler Boris Becker einst berühmt machte, die Nicole Heidemann als erste Reaktion auf den Sieg zeigte. Nachdem ihr Name aufgerufen worden war, stieß die Schwimmerin zudem ein dezentes „Ja“ in den Raum.

Die Freude über ihren dritten Titel war ihr deutlich anzumerken. Schließlich hatte sie sich gegen den besten Handballtorwart der 2. Bundesliga der Saison 2017/18, Björn Buhrmester von der HSG Nordhorn-Lingen, und Springreiter Maurice Tebbel, Ersten mit der Mannschaft beim CHIO Aachen und Dritten bei der WM in Tryon, USA, durchgesetzt.

Sie halte es für interessant, heutzutage schneller zu sein als zu ihrer Jugendzeit. Schließlich bricht die 36-Jährige deutsche, Europa- und Weltrekorde in ihrer Altersklasse und engagiert sich zudem als Schwimmtrainerin.


Ruderer Jan Hofschröer von der Lingener Rudergesellschaft (Nachwuchssportler des Jahres): 

Ganz cool reagierte Jan Hofschröer. Er verzog zunächst keine Miene, nahm die Gratulation von DFB-Präsident Reinhard Grindel entgegen. „Vielleicht brauche ich noch ein bisschen Zeit, um mich daran zu gewöhnen.“ Das sei auch bei den Deutschen Meisterschaften nicht anders gewesen. Zwei holte er 2018.

Der Schüler des Gymnasiums Georgianum tritt in die Fußstapfen der Sportpersönlichkeit Sam Tieben (2017) sowie der Nachwuchssportler Jan Hennecke (2016) und Lennart Guth (2016). Er hatte sich ohne große Erwartung auf den Weg nach Spelle gemacht, wo es nicht kribbelte. „Ich bin das von Meisterschaften gewohnt.“ Für die Ruderer heimste er die sechste Auszeichnung ein.

Hofschröers nächstes großes Ziel ist die Junioren-WM. Deswegen steht am Tag nach der Ehrung natürlich Training auf dem Programm.


American Footballers von Meppen Titans (Mannschaft des Jahres): „Jaaaaaa!“ – ein lauter Jubelschrei hallte aus den hinteren Sitzreihen durch die Halle, während eine Abordnung der Meppen Titans um Trainer Florian Allgeier und Quarterback Christoph Steinmetz auf der Bühne die Fäuste ballte und sich untereinander abklatschte. Erstmals wurde ein American Footballteam zur Mannschaft des Jahres gewählt.

Rund 40 zumeist breitschultrige Spieler zählen zum Kader der Titans. Für die Gala hatte sich die Mannschaft fein rausgeputzt. Blau-gelbe Krawatten trugen die Meppener Spieler – die Vereinsfarben.

Mit der Meisterschaft in der Landesliga hatten sie den ersten Titel ins Emsland geholt. „Vor der Saison hat niemand damit gerechnet. Wir können stolz auf unsere Leistung sein“, betonte Steinmetz. Es sei eine enorme Teamleistung gewesen.


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