„Noch kein Endspiel in Balingen“ Nordhorn-Lingen bereit für den Zweitliga-Schlager

Noch fraglich ist der Einsatz von Patrick Miedema beim Spitzenspiel in Balingen. Foto: SchonzNoch fraglich ist der Einsatz von Patrick Miedema beim Spitzenspiel in Balingen. Foto: Schonz

Lingen. Spitzenspiel in der 2. Handball-Bundesliga: Die HSG Nordhorn-Lingen tritt als Tabellendritter am Samstag um 19 Uhr beim souveränen Spitzenreiter HBW Balingen-Weilstetten an. Eine wichtige Partie, „aber noch kein Endspiel“, weiß Gäste-Coach Heiner Bültmann.

Denn in den 13 Begegnungen danach kann noch einiges passieren. Aber die Niedersachsen machen deutlich, dass sie nach Baden-Württemberg fahren, um zu gewinnen. „Wir sind bereit“, erklärt Linksaußen Pavel Mickal. „Aber es muss einfach alles passen bei uns“, stellt Bültmann fest. 

Mannschaften der Stunde

In der 35.000-Einwohner-Kommune in der Ostalb treffen die Mannschaften der Stunde aufeinander. Beide haben in den vergangenen 15 Partien 27 Punkte gesammelt. So ist die HSG in der Tabelle kontinuierlich nach oben geklettert und bis auf einen Zähler an den HSC Coburg herangerückt, der den zweiten Aufstiegsrang belegt.

Miedema-Einsatz bleibt fraglich

Die HSG hat zuletzt acht Siege in Folge gefeiert, entsprechend selbstbewusst sind die Spieler. Dabei haben ausgerechnet vor dem Schlager die Personalsorgen zugenommen. Neben dem langzeitverletzten Nicky Verjans (Schambeinentzündung) fällt definitiv Rückraumspieler Philipp Vorlicek (Teilabriss der Patellasehne) aus. „Wir haben die ganze Woche an Lösungen gearbeitet“, betont Bültmann. Wohl erst ganz kurzfristig wird sich herausstellen, ob Patrick Miedema nach seinem Kapselriss im Daumen mitmischen kann. Dagegen hat Jens Wiese die ganze Woche trainiert. Der Shooter könnte sein Comeback feiern.

Jens Wiese hofft auf sein Comeback. Foto: Scholz


26:29 in der Hinserie

Dennoch glaubt die HSG, die vermutlich letztmals in dieser Saison nicht als Favorit antritt, an ihre Chance. Erforderlich ist eine konzentrierte Abwehrarbeit mit starker Torhüterleistung von Beginn an. Der Gegner greift mit unglaublicher Wucht an. „Wenn man mit drei, vier Toren zurückliegt, wird es ganz schwer“, meint der Coach. Im Heimspiel gegen Balingen verlor sein Team 26:29; es traf in der achten Minute erstmals, lag zur Pause 6:14 zurück. Zum Punkt reichte es nicht mehr.

Strobel-Ersatz aus Magdeburg

Bester HBW-Schütze mit sieben Toren war Nationalspieler Martin Strobel, der sich bei der Weltmeisterschaft schwer am Knie verletzt hat und bis Saisonende ausfällt. Mit Juan Muñoz de la Peña haben Wolfgang Strobel, selbst Ex-Handballer und jetzt Geschäftsführer, sowie Trainer Jens Bürkle sofort einen Nachfolger verpflichtet. Der 22-jährige Spielmacher, der 2017 mit Spanien die U-21-Weltmeisterschaft gewonnen hat, sammelte beim SC Magdeburg bereits Bundesligaerfahrung. 

Georg Pöhle im Spiel gegen Balingen. Foto: Scholz


Mrkva ein starker Torwart

Qualität muss Nordhorn-Lingen in Balingen auch im Abschluss beweisen. Im Hinspiel wehrte Tomas Mrkva gleich neun freie Bälle ab. Der tschechische Nationalspieler gilt als einer der stärksten Torwarte der Liga. Etliche Spieler haben in der Bundesliga gespielt wie etwa Lars Friedrich. Linksaußen Oddur Gretarsson ist einer der Top-Schützen. Marcel Niemeyer und Benjamin Meschke, zwei ehemalige Juniorennationalspieler, bilden ein gefährliches Duo am Kreis.

20 Heimspiele gewonnen

Seit mehr als einem Jahr, genau 20 Spiele, hat Balingen jedes Heimspiel gewonnen. Aber zuletzt beim 23:23 in Ferndorf hat sich gezeigt, dass der Spitzreiter nicht unverwundbar ist. Er lag eine Minute vor Ende sogar 21:23 zurück, aber Lukas Saueressig und René Zobel wendeten die Niederlage noch ab. Jetzt will die HSG die Heimweste des Gegners beflecken. „Es ist ein besonderes Spiel“, gibt Bültmann unumwunden zu. „Balingen will uns auf Abstand halten, aber wir wollen verkürzen.“ Bis auf zwei Punkte kann die HSG an den Aufstiegsfavoriten ihres eigenen Trainers heranrücken.


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