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Gegen Großwallstadt achter Sieg in Serie Nordhorn-Lingen fehlt die Leichtigkeit beim 30:22


Nordhorn. Ein hartes Stück Arbeit für die HSG Nordhorn-Lingen. Der Handball-Zweitligist feierte von 2953 Zuschauern im Euregium beim 30:22 (13:13) gegen den TV Großwallstadt den achten Sieg in Serie und bleibt Tabellendritter.

Große Erleichterung nach Spielende. Die HSG, die sich in der Schlussphase noch deutlich absetzte, und ihre Fans dürfen weiter vom Aufstieg in die Bundesliga träumen. Doch bis dahin ist der Weg noch weit, denn nur die ersten beiden Mannschaften steigen auf. Die Partie am Sonntag hat gezeigt, wie beschwerlich er ist.

Lange ausgeglichen

Das Ergebnis täuscht über den wahren Spielverlauf hinweg. Denn in der 53. Minute war es beim 25:22 noch knapp. Doch die letzten fünf Tore warf die HSG. „Wir haben uns erst am Ende abgesetzt“, bekannte HSG-Torwart Björn Buhrmester, der es auf Dutzend Paraden brachte. „Vorher mussten wir uns richtig den Arsch aufreißen“, redete er Klartext. Denn Großwallstadt agierte sehr leidenschaftlich, kämpfte, kam über die Mannschaft.


Zufrieden mit seiner Trefferquote: Pavel Mickal. Foto: Scholz


Bauer: Sehr gute erste Halbzeit

Mit gut 53 Minuten zeigte sich auch Gäste-Trainer Florian Bauer zufrieden, dessen Team vor der Reise nach Niedersachsen eine Sonderschicht eingelegt hatte. „Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gehabt“, stellte er fest. Seine Mannschaft, die auswärts nur drei Punkte sammelte, habe den Gegner vor Probleme gestellt.

13:13 zur Pause

Zunächst lag der Gast sogar 3:2 vorn, dann aber 3:7 zurück, weil siebeneinhalb Minuten kein Tor gelang, aber Großwallstadt kämpfte sich heran. Trotz eines 7:11-Rückstandes hieß es zur Pause 13:13.


HSG zuerst nicht so konsequent

HSG-Trainer Heiner Bültmann hatte dafür die Erklärung: „Großwallstadt hat viele Zweikämpfe gewonnen, aggressiv und offensiv verteidigt.“ Dem Gastgeber fehlte die Leichtigkeit der vergangenen Spiele. Er bekam den wirkungsvollen Mario Stark nicht in den Griff, vorn suchte das Zwei-Städte-Team zu schnell den Abschluss, vergab einige Möglichkeiten. TV-Torwart Steffen Redwitz glänzte zur Pause mit acht Paraden. „Wir waren nicht so konsequent in den Zweikämpfen und haben nicht so gut getroffen“, erklärte Pavel Mickal, der im Abschluss sicher wirkte. „Ich bin glücklich, dass ich so gut getroffen habe.“

20:17 nach 16:17

Alex Terwolbeck hatte beim 13:12 Pech, dass er den Ball an die Latte hämmerte, statt ins Tornetz. Im Gegenzug glich Tomas Urban aus. Bültmann nahm eine Auszeit, wollte zumindest mit einer Führung in die Kabine. Doch Rechtsaußen Alec Smit scheiterte an Redwitz. Mit mehr Glück startete die HSG in Halbzeit zwei: Während der Ball bei den Gästen vom Pfosten ins Feld zurücksprang, prallte er auf der anderen Seite nach Miedema-Wurf ins Netz weiter. Dennoch hieß es 16:17 (36.). Pavel Mickal (2), Philipp Vorlicek und Luca de Boer sorgten für den 20:17-Vorsprung der Gastgeber.


HSG-Jubel: Heiner Bültmann (l.) und Lasse Seidel. Foto: Scholz


„Wir sind ruhig geblieben“

„Wir sind ruhig geblieben. Und das ist gar nicht so einfach“, lobte Bültmann seine Truppe im zweiten Durchgang. Sie habe auf die eigene Qualität vertraut. Die Abwehr wirkte wieder sattelfest, ließ nur noch neun Gegentore zu. Im Abschluss lief es deutlich besser, wie 17 Treffer belegen. Aber auch der Coach bekannte, das Ergebnis sei zu deutlich ausgefallen.

Jetzt zum Spitzenreiter

Am nächsten Samstag um 19 Uhr tritt Nordhorn-Lingen beim Spitzenreiter HBW Balingen-Weilstetten an, der daheim noch keinen Zähler abgegeben hat. „Wir sind bereit“, machte Mickal deutlich, dass die HSG auch bei den Baden-Württembergern auf Sieg setzt. Der Bundesligaabsteiger hat nur noch vier Punkte Vorsprung, weil er in Ferndorf 23:23 spielte. Um 19.30 Uhr erwartet der Tabellenzweite Coburg, der schon am Freitag ein 27:21 gegen Bayer Dormagen vorlegte, den TV Hüttenberg. Coburg weist einen Zähler mehr auf als die HSG, die vor die vor dem vierten Rang einen Sicherheitsabstand von fünf Punkten hat.


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