Nahaufnahme über Lingenerin Elena Lucas: Voltigieren ist „Tanzen auf dem Pferd“

Von Martin Glosemeyer

Elena Lucas holte bei der Norddeutschen Meisterschaft im Voltigieren Platz drei. Foto: Melanie HamzeElena Lucas holte bei der Norddeutschen Meisterschaft im Voltigieren Platz drei. Foto: Melanie Hamze
Melanie Hamze

Lingen. Elena Lucas ist 17 Jahre alt, macht in diesem Jahr Abitur und ist angetan vom Voltigiersport: „Die Kombination aus Pferdesport und Turnen gefällt mir sehr. Noch mehr begeistert mich allerdings die künstlerische Ausgestaltung eines Themas in der Kür.“

Lucas hat im Voltigieren schon zahlreiche Erfolge feiern können. Dabei tritt sie sowohl im Einzel als auch in der Gruppe an. „Mein schönster Erfolg im Einzel war ganz klar die Nominierung zur Deutschen Junioren-Meisterschaft 2018 in München. Das Turnier in der Olympiareitanlage war beeindruckend, zumal dort gleichzeitig auch die Dressur- und Springreiter ihre Meisterschaften ausgetragen haben“, berichtet Lucas. Am Ende landete die Lingenerin auf Platz 18 von 46 Teilnehmerinnen. Auf der Norddeutschen Meisterschaft konnte sie mit einer Bronzemedaille sogar auf das Treppchen klettern.

Teilnahme an den Deutschen Jugendmeisterschaften

Ihr schönster Erfolg mit der Gruppe war die Teilnahme an der Deutschen Jugendmeisterschaft in Aachen. „Es ist der Traum vieler Pferdesportler einmal in Aachen auftreten zu dürfen, wo sonst das CHIO stattfindet“, sagt Lucas, die auch international an Turnieren teilnimmt. Im letzten Jahr waren die Lingenerinnen mit dem S-Team am Nationenpreis beim CVI*** in Schweden und erreichten den zweiten Platz (hinter dem schwedischen Nationalteam). „Ein solcher Erfolg setzt voraus, dass alles perfekt zusammen funktioniert: das Pferd, die Longenführerin, die einzelne Voltigiererin und die gesamte Gruppe“, erzählt Lucas.

Für die Lingenerin, die auf das Franziskusgymnasium Lingen geht, ist das Voltigieren mehr als nur das Turnen Pferden. Sie spricht vom „Tanzen auf dem Pferd.“ Ihre Liebe zum Tanzen drückt sich im Ballett aus. „Ich war immer fasziniert vom Ballett und wie die Tänzer es schaffen, schwierige Figuren mit solch einer Leichtigkeit auszuführen. In der Hinsicht ist Ballett ein Vorbild für mich im Voltigiersport.“

Dank an die Trainerin

Aktuell befindet sich Lucas im Wintertraining, welches die Vorbereitung für die nächste Saison beinhaltet. Hier arbeiten sie und ihr Team an neuen Küren sowie an der Technik. Für den Erfolg trainiert Lucas viermal in der Woche. Dazu kommen Sondertrainings und Lehrgänge. Dabei lobt sie vor allem ihre Trainerin Agnes Först, die viel Zeit für die Jugendlichen investiert. „Ich weiß, dass ich an die Erfolge dieser Saison niemals herangekommen wäre, wenn Agnes mich und uns nicht so stark unterstützt hätte.“

Gutes Zeitmanagement wichtig

Ihre Ziele für die Zukunft sind klar definiert: Im Voltigieren möchte sie sich in diesem Jahr noch einmal zur Deutschen Junioren-Meisterschaft im Einzel qualifizieren, mit der Gruppe zur Deutschen Meisterschaft. Zudem will sie die Basis für eine erfolgreiche Zukunft außerhalb des Sports legen. „Ich konzentriere mich gerade auf die Abiturprüfungen. Dabei hilft mir der Ehrgeiz und das Durchhaltevermögen, welches man vor allem im Sport lernt.“ Nach dem Abitur will sie etwas im Bereich Mathematik und Physik studieren.

Ganz nebenbei trainiert die 17-jährige noch eine Anfängergruppe im Voltigieren und arbeitet als Kellnerin. Da ist ein gutes Zeitmanagement gefragt.


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