Nach Sieg von HSG Nordhorn-Lingen Luca de Boer: "Vom Aufstieg zu träumen ist immer okay"


Lingen. Verschmitzt lächelte Lutz Heiny auf die Frage, wie groß denn nun der Traum vom Aufstieg in die 1. Handball-Bundesliga sei. Er träume davon, nächsten Freitag in Hagen zu gewinnen, antwortete der Rückraumspieler der HSG Nordhorn-Lingen spitzbübisch nach dem Sieg gegen Coburg.

Schritt für Schritt soll es für die HSG Nordhorn-Lingen nach der Machtdemonstration im Spitzenspiel weitergehen. Mit 29:21 (16:12) setzte sich das Zwei-Städte-Team am Samstagabend gegen den HSC 2000 Coburg durch. In den letzten zwei Minuten der Partie standen die 3543 Zuschauer in der Emslandarena Lingen, schlugen noch etwas kräftiger als zuvor ihre Klatschpappen und Hände und sangen „Oh wie ist das schön!“.

Mit zehn Treffern bester Torschütze des Spiels: HSG-Mann Georg Pöhle. Foto: Scholz


Von einem „absolut verdienten Heimerfolg“ sprach hinterher Coburgs Trainer Jan Gorr. Man selbst sei nahezu optimal in die Begegnung gekommen, zeigte er sich zufrieden mit den ersten 13 Minuten. Sein Team habe sehr gut verteidigt und noch besser im Angriff gespielt. „Fast jeder Abschluss von uns war richtig gut vorbereitet. Und das ist aus meiner Sicht genau das, was uns im Rest der Begegnung gefehlt hat.“

„Das war natürlich ein fantastisches Spiel von uns“, fasste Gorrs Trainerkollege die Partie zusammen. Anfangs habe man in der Abwehr Probleme gehabt, gestand HSG-Coach Heiner Bültmann. „Ungefähr um die 20. Minute haben wir dann den Dreh gefunden. In dieser Phase sind wir auch in unser Tempospiel gekommen.“ Die Halle sei aufgekommen und man habe 60 Minuten lang mit einer hohen Intensität gespielt. „Ich kann meiner Mannschaft heute einfach nur ein Riesenkompliment machen.“ Das Spiel gegen Coburg habe das Derby am 2. Weihnachtstag vielleicht sogar noch mal getoppt.

Auf der Überholspur

Man habe es in der Woche vor dem Spiel extrem gut geschafft, sich taktisch wie auch körperlich vorzubereiten, hob Lutz Heiny die gute Trainingsarbeit hervor. Nach anfänglicher Unruhe habe man sich nicht schocken lassen, so der HSG-Rückraumspieler. „Das ist natürlich geil, wenn man als Drittplatzierter mit acht Toren gegen den Zweiten gewinnt. Es gibt schlechtere Samstage.“ Heinys Teamkollege Luca de Boer bilanzierte: „Wir haben es geschafft, 50 Minuten an unserer oberen Leistungsgrenze zu spielen."

Aufstiegsträume?

Durch den Erfolg verkürzt die HSG den Rückstand auf den zweiten Aufstiegsplatz, den Coburg trotz der Niederlage behält, auf einen Punkt. Bleibt die Frage nach einem möglichen Aufstieg in die 1. Bundesliga. „Das mit dem Träumen ist immer okay, solange man dabei den Fokus auf das Wochenende nicht verliert", sagt de Boer. "Wer weiß, wie lange wir es schaffen, oben dranzubleiben und uns festzubeißen.“ Natürlich hätte man am Ende nichts dagegen, ob zu stehen. „Jetzt wollen wir erstmal immer nur den nächsten Gegner vor Augen haben und an gar nichts Anderes denken.“ Sonst schaffe man das nicht. Weiter Vollgas geben und am Ende sehen, wo man steht – mit dieser Marschroute geht auch Heiny in die kommenden Wochen. „Wenn wir Woche für Woche so arbeiten, kann das schon in die richtige Richtung gehen.“

HSG-Maskottchen Tiga fordert die Fans auf, Stimmung zu machen. Foto: Scholz


Die HSG Nordhorn-Lingen setzt im Aufstiegsrennen der 2. Liga durch den sechsten Sieg in Folge zum Überholvorgang an. Wird im Rückspiegel der Coburger, die nunmehr mit nur noch einem Punkt Vorsprung weiter auf dem zweiten Aufstiegsplatz liegen, immer größer.

Mit vier Toren lagen die Gastgeber am Samstag zur Pause vorne. Dabei hatte Coburg in der Anfangsphase noch mit 6:3 und 8:5 geführt. Doch die HSG steckte nicht auf. Ein 5:1-Lauf brachte die Arena zum Kochen. Nach 32 Minuten Spielzeit flogen weiße Papierschnipsel von der Hallendecke, woraufhin das Schiedsrichterduo das Spiel unterbrach. Ein Konfettiregen als Sinnbild für einen perfekten Handballabend.


Wer befürchtete, dass Nordhorn-Lingen nach dem Wiederanpfiff weiche Knie bekommen würde, sah sich getäuscht. Unbeirrt verfolgte die HSG weiter ihre Marschroute, baute den Vorsprung Schritt für Schritt weiter aus. Wie genervt die Gäste waren, zeigte die Rote Karte gegen Timm, der Georg Pöhle bei dessen Sprungwurf zu heftig attackierte.



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