Bei Max Hopp juckt es in seinen Fingern Hendrik Eggermann: Ein Emsländer bei der Junioren-Darts-WM

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Der Baccumer Hendrik Eggermann hat in diesem Jahr an der Junioren-Darts-WM teilgenommen. Foto: EggermannDer Baccumer Hendrik Eggermann hat in diesem Jahr an der Junioren-Darts-WM teilgenommen. Foto: Eggermann

Lingen. Vom 13. Dezember bis 1. Januar wird der Nachfolger von Weltmeister Rob Cross gesucht: Im Alexandra Palace in London findet die Darts-WM statt. Zu den Titelkämpfen der Junioren geschafft hat es kürzlich mit Hendrik Eggermann sogar ein Emsländer.

Direkt an dem ersten Montag nach dem fünften und letzten Qualifikationswochenende startete der Baccumer in Wigan, in der Nähe vom Manchester. „Ich bin direkt in der ersten Runde rausgeflogen“, hatte sich Eggermann allerdings mehr erhofft bei seiner Teilnahme.

"Unglücklich ausgeschieden"

Pech hatte er bei der Auslosung seiner Gruppe: Traf er doch auf die österreichische Nummer eins Rowby-John Rodriguez (0:5) und den starken Niederländer Mike van Duivenbode (1:5). Im Modus Jeder gegen jeden ging es darum, als Erster fünf Legs, das heißt Durchgänge, für sich zu entscheiden. „Ich bin dann unglücklich rausgeflogen, obwohl ich gar nicht schlecht gespielte habe.“ Nur Gruppensieger van Duivenbode erreichte die folgenden Ausscheidungsspiele. Er schied später im Achtelfinale aus. Im Finale verlor Martin Schindler aus Deutschland gegen den Belgier Dimitri van den Bergh mit 3:6.

Um sich für die Junioren-WM zu qualifizieren, musste Eggermann bei den fünf Qualifikationswochenenden, an denen jeweils vier Turniere ausgetragen werden, Punkte sammeln. In Hildesheim erreichte der 22-Jährige sogar das Achtelfinale. „Dadurch habe ich mir eine gute Ausgangsposition verschafft und war in der Junioren-Weltrangliste auf Platz 47 nach dem Hildesheim-Wochenende.“ Für die Junioren-WM qualifizieren sich die Top 72 der Weltrangliste. Eggermann stand am Ende auf Rang 57, wodurch er das Ticket für Wigan löste.

Erste Scheibe mit 15

Im Alter von 15 Jahren erhielt Eggermann seine erste eigene Dartscheibe. Erst eine elektronische, wenig später eine Steel-Dartscheibe. Auf dem Dachboden eines Freundes hatte er erstmals mit Pfeilen geworfen. Als er zum Studieren nach Münster zog, schloss sich Eggermann einem Dartsverein in Steinfurt an. Zwei Jahre lang spielte er dort und lernte Freunde kennen, die Eggermann zu größeren Turnieren mitnahmen. Erst zu den nationalen, später zu den internationalen.

Einige von den jetzigen und früheren Junioren-WM-Teilnehmern wie eben Rodriguez, Schindler oder Deutschlands Nummer eins Max Hopp, die Eggermann kennt, sind in einigen Tagen auch im „Ally Pally“ dabei. „Das sind natürlich die interessanten Spiele, die ich mir auch anschaue.“ Wenn er vor dem Fernseher sitze, jucke es ihm auch immer in den Finger. „Wenn sie eine 180 werfen, einen Neun-Darter oder ein geiles Highfinish, denke ich immer, komm, in der nächsten Pause stellst du dich mal eine Viertelstunde hin und kannst dann weiterschauen!“

Darts-Profi oder Gymnasiallehrer

„Eigentlich habe ich kein konkretes Vorbild“, sagt Eggermann. Er bewundere aber die jungen Spieler, die sich an die Weltspitze herantasten würden. „Das ist für mich immer ein Ziel gewesen, dass ich ein junger Spund sein werde, der die Großen ein bisschen ärgert – oder vielleicht auch schlägt.“ Das sei ein Traum. Um professionell Darts spielen zu können, fehle ihm aber noch ein ganzes Stück, gesteht Eggermann. „Wenn ich bei den Turnieren gegen Hammerlose spiele, ist es meistens so, dass es glatt ausgeht.“ Dann merke man, dass noch ein ganzes Stück fehle, gibt er zu. „Ich glaube nicht, dass ich es irgendwann mal schaffen werde, professionell Darts zu spielen. Aber ein Traum ist es natürlich trotzdem.“ Primäres Ziel sei es aber, Gymnasiallehrer zu werden.


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