Spieler, Trainer und Vorsitzender Stefan Kewe: Ein Leben für den Schachsport

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Stefan Kewe feierte die Bronzemedaille bei der Schach-Team-WM für Menschen mit Behinderung. Fotos: Karsten WielandStefan Kewe feierte die Bronzemedaille bei der Schach-Team-WM für Menschen mit Behinderung. Fotos: Karsten Wieland

Lingen. Als Schachspieler und -trainer hat Stefan Kewe in den vergangenen Jahren viele Titel eingeheimst. Doch der 48-Jährige hat noch viele Ziele vor sich.

Lingen Gleich zu Beginn des Gesprächs mit Stefan Kewe spürt man die Leidenschaft des Schachspielers für seinen Sport. Seit über drei Jahrzehnten ist er ihm in vielerlei Hinsicht verbunden.

Mit der Schul-AG fängt alles an

Angefangen hat alles als Elfjähriger. „Ich habe in der fünften Klasse an einer Schach AG teilgenommen und konnte mit der Schulmannschaft gleich erste Erfolge feiern“, erzählt der 48-Jährige. „Kurze Zeit später wurde ich von den „Schachfreunden St. Johannes“ aus Spelle angeworben.“

Auch hier sollte sein beeindruckendes Talent nicht unbeachtet bleiben. Seit 2009 ist der Frührentner beim Schachverein Lingen, mit dem er in die 2. Bundesliga aufgestiegen ist. „Eigentlich spiele ich in der zweiten Mannschaft, aber teilweise habe ich auch Einsätze in unserer ersten Mannschaft absolviert“, erzählt er. „Mit der zweiten Mannschaft sind wir 2014 von der Verbandsliga in die Landesliga aufgestiegen.“

WM-Bronze mit dem Schachteam Niedersachsen

Als einer der größten Erfolge in seiner bisherigen Laufbahn dürfte aber die Bronzemedaille mit dem Team bei der Weltmeisterschaft für Menschen mit Behinderung zählen, die dieses Jahr in Dresden stattgefunden hat. „Teilnahmeberechtigt sind Spieler mit einer Schwerbehinderung ab 50 Prozent. Mit dem Team Niedersachsen haben wir es auf den dritten Platz geschafft.“ Im kommenden Jahr steht im Oktober die Einzel-WM in Moskau an. „Ich habe 2017 zum ersten Mal teilgenommen. Ich hoffe für 2019, dass ich besser abschneide. Letztes Jahr war ich 42. von 70 Teilnehmern“, sagt er ehrgeizig. „Aber auch die Team-WM 2020 in Dresden ist schon fest eingeplant.“ Aufgrund einer psychischen Erkrankung, die Kewe als junger Mann erlitten hat, ist er für die Schach-WM für Menschen mit Behinderung teilnahmeberechtigt.

Brücke zwischen Schachsport und psychischer Erkrankung

„Ich betreue heute zwei Selbsthilfegruppen für Menschen mit psychischer Behinderung. Zudem bin ich im Vorstand beim Verein für seelisch Erkrankte im Emsland „Lotse“.“ Darüber hinaus engagiert er sich seit 2016 als Referent für Inklusion beim Niedersächsischen Schachverband. Es ist genau diese Brücke, die Kewe zwischen einer psychischen Krankheit und dem Schachsport schlagen will.

Doch das ist noch längst nicht alles: Im Schachverein Lingen ist Kewe 2. Vorsitzender sowie Vorsitzender beim Fachverband Schach vom Kreissportbund Emsland.

Schach-AG an Schulen

„Ansonsten gebe ich an sechs Schulen Schachunterricht“, so der 48-Jährige, der seinen Sport nicht nur liebt, sondern auch lebt. Zu den Schulen gehören das Franziskus Gymnasium, die Gesamtschule Emsland, die Grundschulen in Holthausen und Altenlingen, die Overberggrundschule sowie die Vitus Grundschule in Venhaus.

Auch hier konnte Kewe Titel gewinnen. So feierte er mit der Mädchenmannschaft im Jahr 2014 die Deutsche Vizemeisterschaft. Zudem konnte er das eine oder andere Talent hervorzaubern. „Thorben Koop, der heute in der 1. Bundesliga spielt, ist der bisher stärkste Spieler, den ich an der Grundschule und in den ersten Jahren am Georgianum trainiert habe.“


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