Trainer Koch enttäuscht – Hilliard: Ich glaube, dass wir das noch drehen können „Der Angriff grenzte an Schlampigkeit“

28.09.2011, 20:34 Uhr

Die Sirene war gerade noch erklungen, dann ging in der Artland Arena erstmal nichts mehr: Stromausfall. Keine Musik, kein Mikrofon funktionierte. Nur das Licht war noch an, zumindest die meisten Lampen an der Decke brannten. Das Ergebnis von der Anzeigetafel war dagegen so schnell verschwunden, dass der Hallensprecher nicht mehr wusste, wie hoch genau denn die Dragons die Partie gegen Gran Canaria verloren hatten. Es war 56:61.

Als Stefan Koch ein paar Minuten später den Presseraum betrat lag der Zettel mit dem Ergebnis vor ihm. Glauben mochte es der Trainer der Quakenbrücker trotzdem nicht so ganz. „Wenn mir das vor der Partie jemand gesagt hätte, hätte ich das für unmöglich gehalten“, sagte er. Beide Teams hätten ihre Stärken doch eigentlich in der Offensive. Diesmal nicht.

„So wie heute unser Angriff ausgefallen ist“, begann Koch, dann musste er nachdenken, wie er das denn nun genau fand. Er entschied sich für die harmlose Variante: „Nicht besonders gut.“ Und fügte an: „Das grenzte an Schlampigkeit.“

Kapitän Darren Fennpflichtete ihm bei: „Das war echt überraschend. Die ganze Vorbereitung hindurch war unser Angriff unsere beste Waffe“, sagte er und meinte: „Wieso es heute nicht geklappt hat? Wer weiß das schon“. Johannes Strasser schob es auch ein wenig auf die gute Verteidigung der Spanier. „Da haben wir uns etwas schwer getan und selbst offene und einfache Würfe nicht getroffen.“ Frustrierend und ärgerlich sei das gewesen, gestand Koch und betonte: „Ich bin sehr enttäuscht“.

Dennoch hingen die Köpfe bei Trainer und Spieler nicht ganz so tief. „Unsere Defensive hat uns heute gerettet“, nannte Fenn den Grund: „Wir sind gleichzeitig auch erleichtert, dass wir nur mit fünf Punkten verloren haben. So haben wir im Rückspiel noch eine Chance. Die müssen wir nun nutzen.“ Auch Neuzugang Anthony Hilliard richtete den Blick lieber schnell wieder nach vorne: „Wir haben die Partie offen gehalten, und nur mit fünf Punkten verloren. Deshalb glaube ich, dass wir auf Gran Canaria die Chance haben, das für uns zu drehen.“

Am Montag fliegen die Dragons zum Rückspiel, das erste Mal im Europapokal ohne Marko Beens. Der ehemalige Geschäftsführer wurde gestern in der Arena noch einmal gebührend verabschiedet. „Marko, danke für neun Jahre vollen Einsatz für die Dragons“, sagte sein Nachfolger Alexander Meilwes und überreichte ihm ein großes Bild und ein kleines goldenes Plättchen. Die Dauerkarte mit der Kundennummer eins gilt auf Lebenszeit und für alle der Plätze der Arena– ausgenommen der Sitz von Mäzen Günter Kollmann.