Mit einem Polster auf die Kanaren? Bewährungsprobe für die Artland Dragons: Gran Canaria stärker als Bamberg und Berlin

Von Winfried Beckmann | 27.09.2011, 17:42 Uhr

Die Zeit der Experimente ist vorbei, jetzt gilt es für die Artland Dragons, die nie zuvor in acht Spielzeiten in der Basketball-Bundesliga (BBL) zum Saisonstart vor einer derart harten Bewährungsprobe standen wie heute ab 19.30 Uhr in der Artland-Arena. Es gibt kein Warm-up in der Liga, sondern es geht in Europa um die Qualifikation für den Eurocup gegen den CB Gran Canaria als Sechsten der letzten Saison in der spanischen Liga.

„Im Vorjahr war das Ausscheiden enttäuschend, weil wir gegen Nikosia Favorit waren. Jetzt haben wir nicht den Druck, nicht die Favoriten-Bürde. Wenn wir es schaffen, ist das nicht normal, denn Gran Canaria hat eine sehr hohe Qualität“, betont Trainer Stefan Koch in der Erinnerung an das Aus vor einem Jahr gegen Nikosia, als es um die Qualifikation für die Euro-Challenge ging, womit die Akte Europa zugeschlagen wurde, ehe sie richtig geöffnet worden war. Jetzt haben die Dragons zwei Chancen – beim Weiterkommen im EuroCup, beim Ausscheiden aus der „Quali“ in der EuroChallenge, „was uns entspannter die Sache angehen lässt“, wie Koch betont.

Was nicht heißt mit einer Egal-Stimmung, weil es Netz und doppelten Boden gibt. „Wir wollen unsere Chance suchen und am liebsten ein Polster vorlegen zu Hause“, sagt der Coach, der froh ist, dass Bryan Bailey nach seiner Leistenzerrung wieder dabei und damit das Team komplett ist. Was nötig ist vor dem Hinspiel (Rückspiel am 4. Oktober), denn Koch hat großen Respekt vor den Spaniern. „Wir müssen sehr aufmerksam sein und dürfen uns nicht überraschen lassen, denn sie doppeln sehr viel, haben eine sehr gute Ballbewegung und eine sehr hohe Qualität, höher als Bamberg und Berlin“, sagt der Coach. Dagegen mit mehr kleineren Spielern agieren? „Das geht nicht, denn sie gehen extrem hart zum Rebound.“ Also kommt’s auf die Mischung an, mit der die Dragons auftreten gegen das Team von der Sonneninsel, dessen Stärke die „große Tiefe“ der Bank mit elf Spielern ist, die laut Koch „auf absolutem EuroCup-Niveau spielen“. Wieso gerade auf den Kanaren eine so hochwertige und kostspielige Mannschaft zu Hause ist? Weil sie laut Koch von der Insel-Regierung gemanagt und finanziert wird.

Also wissen die Dragons, was heute und im Rückspiel in einer Woche auf sie zukommt. Heute mit der Unterstützung der Fans, die dem Motto „Wird es heiß, trag ich Weiß“ entsprechend mit weißem Oberteil erwartet werden. Dabei hat besonders Anthony King klare Vorstellungen, der im Vorjahr im Trikot von Nikosia entscheidend für das Aus der Dragons war. „Diesmal treffe ich für die Dragons“, betont der Neue.

Tickets noch ausreichend ab 18 Uhr an der Abendkasse.