Mehr Freiheiten für Spieler Artland Dragons: Trainerwechsel zahlt sich aus

Von Malte Schlaack | 14.02.2017, 18:43 Uhr

Seit ziemlich genau einem Monat sind Florian Hartenstein und Christian Greve als Trainer für die Artland Dragons verantwortlich. Fünf Spiele hatten die Quakenbrücker Basketballer seitdem in der ProB – alle haben sie gewonnen. Was ist der Grund, dass es bei den Drachen nach zuvor drei Niederlagen in Folge wieder richtig läuft?

Am 9. Januar hatten sich die Dragons von Trainer Dragan Dojcin getrennt. Hartenstein und Greve übernahmen, als erfolgreiche Coaches der beiden Jugendmannschaften der Young Rasta Dragons waren sie eine logische Wahl. Der Verein hatte sich von dem Wechsel einen Impuls erhofft, der auch tatsächlich eintrat. Das Duo startete mit einem umjubelten Derbysieg gegen die Baskets Akademie Weser-Ems/Oldenburger TB, und auch die anschließenden Spiele gegen Recklinghausen, in Wedel, gegen den RSV Eintracht und in Bochum wurden gewonnen. Unklar ist natürlich, ob das mit Dojcin nicht auch geglückt wäre, doch auch einige andere Faktoren sprechen für den Aufschwung nach dem Wechsel.

Auffällig war, dass die Drachen längst nicht in allen Spielen überzeugten, aber eben alle siegreich gestalteten. Das neue Trainerduo hatte einige Änderungen in der Trainingsarbeit angekündigt, die offenbar fruchten. „Christian und ich lernen auch noch Woche für Woche, was wir machen können. Wir pushen die Jungs schon in Richtung Limit, und ich finde, dass man das gerade in der Verteidigung auch schon sieht“, sagte Hartenstein nach dem jüngsten Sieg in Bochum, den sich die Mannschaft vor allem über harte Abwehrarbeit verdient hatte.

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„Ich habe das Gefühl, dass wir das Team mehr einbinden und sie sich mehr beteiligen. Selbst in den Auszeiten stimmen sie sich mehr ab und folgen weniger einem festen Plan“, ergänzt Greve. Aus seiner Erfahrung sei es so, dass Teams erfolgreich sind, wenn sie Dinge untereinander regeln und diese auf das Feld übertragen. „Das ist vielleicht der Unterschied zu vorher, genau kann ich das aber nicht beurteilen. Wir wollen die Verantwortung auch bei den Spielern haben, das machen sie mittlerweile sehr gut“, sagt Greve.

Beim Team kommt dieser Stil nicht zuletzt wegen der positiven Ergebnisse gut an. „Ich glaube, dass wir auch vorher schon keine Mannschaft waren, die sich aufgibt“, sagt Benjamin Fumey, ergänzt aber: „Die einzelnen Spieler haben jetzt aber mehr Selbstvertrauen. Wir haben mehr Freiheiten und spüren, dass die Coaches an uns glauben und uns unser Spiel spielen lassen.“ Der Kapitän bestätigt somit die Philosophie der Trainer: „Jeder kann sich einbringen, und auch das Training ist anders. Wir spielen viel mehr fünf gegen fünf und haben auch eine bessere Kondition.“ Im Trainingsalltag mischen seit dem Personalwechsel an der Linie auch wieder vermehrt Jugendspieler mit, dadurch ergeben sich in der Gestaltung andere Möglichkeiten, und es gibt auch mal Pausen für einzelne Spieler.

Die vorerst größte Aufgabe steht dem neuen Gespann unmittelbar bevor. Am Samstag (19.30 Uhr) empfangen die zweitplatzierten Dragons den punktgleichen Tabellenführer Lok Bernau zum Spitzenspiel in der Artland Arena. „Ich freue mich extrem drauf. Das wird eine Herausforderung, auf die wir uns vorbereiten, und dann werden wir sehen, wer der Stärkere ist“, sagt Hartenstein.