Dragons-Manager Meilwes im Interview „Keinen Bock auf leere Arena im Eurocup“

Von Malte Schlaack | 24.07.2014, 22:02 Uhr

Die Artland Dragons stecken mitten in den Planungen für die Saison (ab 3. Oktober) in der Basketball-Bundesliga. Ein wichtiger Baustein ist dabei der jetzt gestartete Dauerkartenverkauf. Im Interview erklärt Geschäftsführer Alexander Meilwes den neuen Modus für den Verkauf der Saisonabos.

Herr Meilwes, die Ta geskarten für Heimspiele werden in der kommenden Saison um 50 Cent teurer . Wie ist es dazu gekommen?

Wir haben mit unser kleinen Arena nur in sehr geringem Maße die Möglichkeit, aus dem Ticketing Einnahmen zu erzielen. Bei dem Betrag von 50 Cent meinen wir, dass man es als Fan verkraften kann und generieren trotzdem etwas höhere Einnahmen. Im Ligavergleich sind unsere Preise in Ordnung. Insbesondere, wenn man sich die obere Tabellenhälfte anschaut und bedenkt, wie nah die Fans bei uns am Geschehen sind. Unser Etat fließt zu einem Großteil in die Gehälter der Spieler, so dass die zusätzlichen Einnahmen aus dem Ticketing hauptsächlich dafür verwendet werden.

Ab der kommenden Saison gibt es nur noch Dauerkarten, die in der Liga und im Eurocup gelten. Warum diese neue Regelung?

Meine Grundaussage dazu ist: Ich habe einfach keinen Bock mehr auf eine leere Arena im Eurocup... Die Anzahl der Erstbesucher ist dort besonders hoch. Diesen neuen Fans können wir zwar immer hochklassige Spiele bieten, aber wir möchten eben auch gerne die fantastische Stimmung zeigen, um sie weiter zu begeistern. Abgesehen davon hat die Mannschaft diese Unterstützung verdient. Deshalb haben wir diese Lösung mit den unschlagbar günstigen Preisen für die fünf Eurocup-Partien mit der „Verpflichtung“ verbunden.

Von einigen Fans gab es Kritik zum neuen Modus. Was sagen Sie dazu?

Es war uns sehr bewusst, dass es Fans gibt, die keine Zeit haben, die Eurocupspiele zu sehen oder das auch nicht wollen. Deswegen haben wir sehr ausführlich diskutiert, ob wir diese Variante wählen. Gerade deswegen haben wir die Preise bewusst so gering gewählt und hoffen, dass uns die Fans bei diesem Weg unterstützen. Sonst kann man die Karte ja auch mal weitergeben, wenn man absolut nicht zum Spiel kommen kann.

Erwarten Sie nach der sehr positiv verlaufenen Saison einen weiteren Hype um die Mannschaft und damit auch einen größeren Zuspruch auf die Dauerkarten?

Wir erhoffen es uns zumindest. Es gibt ja auch die Möglichkeit, eine Dauerkarte neu zu erwerben. Wir haben uns vom System gelöst, aus einem Lostopf zu ziehen, das war einfach nicht mehr praktikabel. Wir sind dann dazu übergegangen, dass der die erste Dauerkarte bekommt, der sich als erster darum bewirbt. Auch wenn jetzt gerade Sommerpause ist, höre ich immer wieder von Fans, dass sie schon ganz gespannt auf die neue Saison sind und welche Spieler noch bei uns bleiben oder neu dazukommen.

Wird es zur neuen Saison mehr Dauerkarten geben?

Nein, die Anzahl bleibt wie in den Vorjahren gleich. Es ging uns um die Systemumstellung und nicht darum, mehr Dauerkarten in den Verkauf zu geben. Aus Erfahrung wissen wir, dass ein sehr kleiner Prozentsatz der Dauerkarteninhaber zur neuen Saison nicht verlängern möchte oder kann und diese Tickets geben wir in den freien Verkauf. Grundsätzlich bleiben wir aber dabei, dass es 2125 Dauerkarten geben wird.

Die Auslastung der Artland Arena liegt im Ligabetrieb bei fast 100 Prozent. Wie sieht es mit den Plänen für den Ausbau aus?

Ein persönliches Ziel für diese Saison ist für mich, die Gespräche mit den Leuten, die dafür ins Boot geholt werden müssen, deutlich voranzutreiben. Konkreteres kann ich dazu noch nicht sagen. Wir müssen mit der öffentlichen Hand und auch privaten Investoren sehr viel konkreter ins Detail gehen. Man verliert durch die geringe Größe einfach Zuschauereinnahmen und kann die Arena auch nicht so gut vermarkten.