Dragons freuen sich auf ProA Mit schnellem Spiel die Fans begeistern

Von Malte Schlaack | 21.09.2018, 20:18 Uhr

Quakenbrück Als die Artland Dragons zuletzt in der zweithöchsten deutschen Spielklasse aktiv waren, hieß diese noch: 2. Bundesliga. Mittlerweile handelt es sich um die ProA, und so starten die Quakenbrücker Basketballer am Samstag (19.30 Uhr) gegen die PS Karlsruhe Lions erstmals in der Liga in dieser Form.

Es ist ein ereignisreicher Sommer, der hinter den Drachen liegt. Sportlich hatte das Team den Aufstieg verpasst und stellte sich schon auf eine weitere Spielzeit in der ProB ein. Doch dann kam alles anders.

Der Aufstieg: Relativ kurz nach der Saison, die mit dem Aus im Viertelfinale der Playoffs gegen Iserlohn geendet hatte, schien sich doch eine Chance auf die ProA zu ergeben. Nach dem Rückzug der Rheinstars Köln war eine Wildcard möglich. Dieser Traum platzte nach einigem Hin und Her, und die Planungen hatten schon Fahrt aufgenommen. Dann aber zog Bundesligaabsteiger Gotha ebenfalls zurück, und die Dragons bekamen schließlich das Teilnahmerecht für die ProA übertragen. Das Ziel wurde so doch noch erreicht.

Der Kader: Mit Max Rockmann, dem neuen Kapitän Pierre Bland sowie den Eigengewächsen Thorben Döding und Danielius Lavrinovicius sind vier Spieler mit aufgestiegen. Außerdem werden die letztjährigen Jugendspieler David Röll und Hendrik Prasuhn noch für den Kader gemeldet. Sieben Neuzugänge sind zum Team gestoßen. Angeführt werden sie von Chase Griffin, der mit kurzer Unterbrechung bereits seit zehn Jahren in den beiden höchsten deutschen Ligen aktiv ist. Mit Centerhoffnung Demetris Morant und dem variablen Kaimyn Pruitt gehören noch zwei weitere US-Amerikaner zur Mannschaft. Erfahrung in der ProA weist Flügelspieler Paul Albrecht ebenso auf wie Jonas Herold (beide aus Hanau). Jannes Hundt soll für Entlastung auf der Spielmacherposition sorgen und gilt ebenso wie Eric Curth (zuletzt in England aktiv) als engagierter Verteidiger. Hinzu kommt mit Jonathan Malu ein weiterer kampfstarker Center, der die Liga gut kennt.

Das Trainerteam: Florian Hartenstein ist nach dem Abgang von Chrsitian Greve nun alleiniger Headcoach. Ihm assistieren künftig zwei talentierte Co-Trainer. Tuna Isler kommt ebenfalls aus Hanau und soll sich vor allem um die Defensive kümmern. Der Spanier David Gomez ist hauptsächlich für das NBBL-Team verantwortlich, wird sonst aber auch viel bei den Profis helfen und bei Trainings und Spielen dabei sein. „Unser Ziel ist es, schnell spielen und den Ball gut laufen zu lassen“, spricht Hartenstein über die Philosophie der Coaches.

Das Umfeld: Die Artland Arena genügt den ProA-Standards natürlich locker. Vorgeschrieben sind seit dieser Saison Standkörbe, die ohnehin schon immer bei den Dragons zum Einsatz kamen. Mehr als 1500 Dauerkarten sind verkauft, die Verantwortlichen rechnen erneut mit einem Zuschauerschnitt jenseits der 2000. Die Fans freuen sich auf die neue Liga, die sportlich einen großen Reiz hat und attraktive Gegner in Quakenbrück auftreten lässt. Die Sponsoren haben dem Verein zum Großteil die Treue gehalten, mit dem Sportartikelhersteller Fila wurde darüber hinaus ein dritter Hauptsponsor gefunden. In der ProA werden alle Spieler auf www.airtango.live übertragen. Die Premiere aus Quakenbrück mit den Kommentatoren Sascha Wagner und Benedikt Westphal gibt es am Samstag.

Die Ziele: Die Dragons haben sechs ihrer sieben Vorbereitungsspiele gewonnen. Die aufkommende Euphorie ist sicher gerechtfertigt, denn das Team machte einen guten Eindruck und blieb von schlimmeren Verletzungen verschont. Dennoch bleibt Hartenstein realistisch. „Der frühzeitige Klassenerhalt wäre schon mal gut, auch wenn das kein Selbstläufer wird. Das erste Ziel sollte es sein, dass wir uns erst mal in der Liga zurechtfinden und uns im Mittelfeld etablieren“, formuliert der Coach seine Vorgaben. Der Grundstein für eine erfolgreiche erste Saison in der ProA ist jedenfalls gelegt. Das sieht Hartenstein ähnlich. „Ich möchte die sicher gute Vorbereitung nicht zu sehr überbewerten. Dennoch bin ich der Meinung, dass wir einen großen Sprung nach vorne gemacht haben, auch wenn wir noch viel vor uns haben.“