Bamberg im Glück gegen Dragons-Gegner Gran Canaria – King: Gut, dass es losgeht Um ein Haar die „Frankenhölle“ erobert

Von Winfried Beckmann | 26.09.2011, 17:17 Uhr

Es klingt nach Urlaub, Sonne und Späßchen, wenn von Gran Canaria die Rede ist. Erst recht, wenn der Sommer hierzulande bescheiden ausfällt und die Sehnsucht nach Sand, Wasser und Unterhaltung auf den Kanaren umso mehr zunimmt. Anders im „Fall“ des CB Gran Canaria, wie der Basketballclub von der Insel heißt, der nicht als Mischung aus Strandboys und Barkeepern, sondern mit Topspielern als Fünfter einer, wenn nicht der besten europäischen Liga morgen um 19.30 Uhr in der Artland Arena aufschlägt.

Wer bisher mit Gran Canaria hinter den Topclubs Real Madrid und FC Barcelona wenig anzufangen wusste, weiß seit dem Wochenende mehr. 35 Minuten lang dominierten die Spanier den deutschen Meister Brose Baskets Bamberg bei dessen Domreiter-Pokal-Turnier in der „Frankenhölle“. Hauchdünn mit 87:86, und das erst in der Verlängerung, setzten sich die Bamberger durch, was Dragons-Kotrainer Martin Schiller als „Spion“ noch mehr respektvoll vom morgigen Gegner der Quakenbrücker sprechen ließ. „In der Mannschaft haben fast alle Spieler einen guten Wurf“, mahnt Schiller, dem nicht nur die als Korbschützen herausragenden Spencer Nelson (10 Rebounds, früher Bamberg) und Roman Martinez (jeweils 17 Punkte) gefielen. Auch die enorm starken Aufbauspieler Márquez Haynes (16 Punkte) und Taurean Green, die enorm variabel angreifen. Zudem imponierten Schiller die 16 Rebounds mehr, die die Spanier im Vergleich zum deutschen Meister holten. Im Spiel um Platz drei im Frankenland hielten sich die Spanier beim 72:79 gegen Gilal Gilboa offenbar zurück mit Blick auf das Mittwochspiel.

Was mit Gran Canaria und dem morgigen Spiel nichts zu tun hat, aber hochinteressant ist: Der FC Bayern München trat bei diesem Turnier ohne den hoch dotierten, aus Italien geholten Amerikaner Sharrod Ford an, der aus „privaten Gründen“ um die Auflösung seines Vertrags beim spektakulär aufgestellten Aufsteiger bat, der gegen Bamberg im Finale eine „Packung“ mit 40 (!) Punkten Differenz beim 66:106 mit einem 21:2-Lauf der Baskets im dritten Viertel verabreicht bekam.

Zurück zum Team aus Gran Canaria, das bereits gestern in der Artland Arena trainierte. Um dessen Qualität wissen auch die Quakenbrücker Spieler, weil Trainer Stefan Koch seit Wochen von dem Team spricht, das im Eurocup geradezu zu Hause ist. Fragt sich, ob die Dragons die Spanier aus diesem Wettbewerb verdrängen, was eher mit einem gewissen Polster aus dem morgigen Hinspiel geht als am Dienstag nächster Woche auf den Kanaren. „Es wird keine leichte Aufgabe“, betont Kraftpaket Anthony Hilliard, der sich auf das „erste große Spiel“ freut, was für Spielmacher David Holston ebenso gilt. „Vor allem, weil es ein Heimspiel ist und wir vor unseren Fans spielen.“ Centerspieler Anthony King ist sich sicher, „dass das Spiel Spaß machen wird“, und freut sich darauf, „dass es jetzt losgeht“.

Übrigens längerfristig mit Acha Njei, der als Ersatz für den verletzten Christian Hoffmann nach vielversprechendem Try-out einen Vertrag bis Jahresende erhält.