„Es war ein Albtraumspiel“ Artland Dragons verpatzen Saisonstart gegen Tübingen

Das tat weh: Die Artland Dragons um Spielmacher und Kapitän Pierre BLand (auf dem Boden) kassierten im ersten Saisonspiel gegen die Tigers Tübingen eine herbe Niederlage. Foto: Rolf KamperDas tat weh: Die Artland Dragons um Spielmacher und Kapitän Pierre BLand (auf dem Boden) kassierten im ersten Saisonspiel gegen die Tigers Tübingen eine herbe Niederlage. Foto: Rolf Kamper

Quakenbrück. Zugegeben: Am ersten Spiel der Artland der Dragons in der neuen Saison etwas Positives zu finden, ist nicht leicht. Anders gesagt gibt es nach dem herben 59:74 (25:44) eigentlich nur eins für die Quakenbrücker Basketballer: Es kann nur besser werden.

Ein Sinnbild für diesen völlig verpatzen Auftakt in die zweite Saison in der zweithöchsten deutschen Spielklasse zu finden ist nicht schwer. Chase Griffin ist mittlerweile 36 Jahre alt und hat im Basketball schon sehr viel erlebt. Ein Auftritt wie dieser in der mit 2134 Fans gut besuchten Artland Arena dürfte noch nicht all zu oft dabei gewesen sein – wenn überhaupt schon einmal. Seine persönliche Bilanz des Grauens: keiner seiner sieben Würfe waren drin, beide Freiwürfe gingen ebenfalls daneben, dazu kamen noch drei Ballverluste. „Es war ein Albtraumspiel“, fasste es Griffin zusammen – und meinte damit nicht nur seine eigene Leistung. Dafür ging er sogar noch ein Stück weiter: „Das war glaube ich das schlechteste Spiel meines Lebens.“

Ordentlicher Start

Begonnen hatte die Partie, mit der die Saison für die gesamte Liga offiziell eröffnet wurde, aus Sicht der Dragons noch recht ordentlich. Die Intensität in der Verteidigung stimmte und so führten die Gastgeber nach dreieinhalb Minuten mit 7:2. Bei Tübingen waren im neu zusammengestellten Kader einige Abstimmungsprobleme zu erkennen, doch die Mannschaft des erfahrenen Coaches Doug Spradley fand ein wirksames Gegenmittel: Dreier. Nach drei Fehlversuchen zu Beginn traf die Mannschaft bis zur Halbzeit sechs von sieben und zog auf 44:25 davon.

Partie zur Pause entschieden

Bei den Drachen hingegen lief gar nichts mehr. „Wir haben unsere Sicherheit verloren“, sagte Trainer Florian Hartenstein. Da neben Griffin auch Kevin Bracy-Davis (3 Punkte) und Robert Oehle (7) offensiv sehr wenig hinbekamen, war die Partie zur Pause entschieden. Zwar versuchten es die Dragons nach dem Seitenwechsel noch einmal, doch auch hier bot sich schnell eine Szene mit Symbolkraft. Beim Stand von 32:50 gab es nach einem unsportlichen Foul gegen den Tübinger Roland Nyama zwei Freiwürfe und Ballbesitz. Das Ergebnis: null Punkte. Mit bis zu 28 Punkten lagen die Quakenbrücker zurück (40:68) und es drohte eine der schlimmsten Niederlagen seit dem Rückzug aus der BBL 2015. 

Kurzfristige Neuverpflichtung möglich

Immerhin: Angeführt von Thorben Döding und Jonas Herold betrieb die Mannschaft noch etwas Schadensbegrenzung, mehr war es allerdings auch nicht. „Das heben wir uns natürlich anders vorgestellt. Für das zweite Viertel können wir uns bei den Zuschauern eigentlich nur entschuldigen“, sagte Geschäftsführer Marius Kröger. Nach einem solchen Einstand müssen die Dragons nun schnell wieder in die Spur finden, schon am kommenden Samstag wartet die Aufgabe bei Vizemeister Nürnberg Falcons. Angesprochen auf mögliche personelle Wechsel sagte Kröger: „Das ist sicher eine Möglichkeit, die wir genau prüfen werden.“ Erster Kandidat für einen Abgang wäre in diesem Fall wohl Bracy-Davis, der aktuell noch mit einem sogenannten Tryout-Vertrag bis Ende des Monats ausgestattet ist.  

"Haben noch 31 Spiele"

Im Wissen um die vielen Unzulänglichkeiten versuchte der Trainer auch die wenigen positiven Elemente herauszuarbeiten. „Wir haben nur 74 Punkte zugelassen, was im Vergleich zur letzten Saison in Ordnung ist“, sagte Hartenstein und ergänzte: „Es ist frustrierend, dass wir Selbstvertrauen im Spiel verloren und so viel liegengelassen haben. Gegen solche Mannschaften wie Tübingen kann man sich das nicht leisten.“ Auch wenn dieses erste Spiel also völlig misslungen war, brachte es Griffin dann doch noch auf den Punkt. „Wir müssen es besser machen. Aber wir haben ja auch noch 31 Spiele vor uns.“ 


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