Basketball-Star zu Gast im Pokal Als Dirk Nowitzki in Quakenbrück spielte

Von Sportredaktion

Gefragter Gast: Eine Stunde schrieb Dirk Nowitzki Autogramme. Foto: Rolf KamperGefragter Gast: Eine Stunde schrieb Dirk Nowitzki Autogramme. Foto: Rolf Kamper

Quakenbrück. Vergangene Woche hat Dirk Nowitzki seine Weltkarriere beendet. 1 522 Spiele absolvierte der Deutsche in der besten Basketball-Liga der Welt, der amerikanischen NBA. Seine Karriere in den USA begann jedoch verzögert. Grund war ein Streik. Gut für Deutschland, wo Nowitzki so noch einige Spiele absolvierte – auch in der Kleinstadt Quakenbrück war er zu Gast.

Mit der DJK Würzburg trat der damals 20-Jährige zum Pokalspiel beim damaligen Zweitligisten Artland Dragons an. Die Quakenbrücker, unter anderen mit dem späteren Trainer-Duo Chris Fleming und Arne Woltmann auf dem Feld, hatten sich in der ersten Pokalrunde sensationell gegen Bundesligist Röhndorf durchgesetzt. Wenige Wochen später, am 26. November 1998, ging es gegen Würzburg, das in der Saison zuvor mit dem jungen Nowitzki den Aufstieg ins Oberhaus geschafft hatte.

Auf dem Weg zum Korb: Dirk Nowitzki in der Artland-Sporthalle. Foto: Rolf Kamper


Eigentlich sollte der Schlaks schon längst in den USA sein und für die Dallas Mavericks spielen, doch der Start der NBA-Saison verzögerte sich wegen eines Lockouts. Die Zeit nutzte Nowitzki, um mit seinem Heimatverein in der Bundesliga Spielpraxis zu sammeln: 18 Partien absolvierte er noch, bevor seine so erfolgreiche NBA-Karriere starten sollte.

Mit blonder Mähne und Stirnband

Mit blonder Mähne, Stirnband und einer Größe von 2,13 Metern war der Würzburger schon damals eine Erscheinung. Bernd Middendorf, für diese Zeitung als Berichterstatter beim Pokalspiel vor Ort, erinnert sich noch gut: „Es war ein enges Spiel, und er war der einzige Würzburger, der gekämpft hat. Er ist nach jedem Ball gesprungen. Das war beeindruckend.“

Auch in der Verteidigung präsent: Dirk Nowitzki in Quakenbrück. Foto: Rolf Kamper


Die Quakenbrücker um Publikumsliebling Johnny Griffin boten dem Favoriten in der Achtelfinal-Qualifikation ordentlich Paroli in der ausverkauften Artland-Sporthalle, in der sich laut Middendorfs Schätzung „bestimmt 2000 Fans“ auf den Rängen und um das Parkett drängelten. „Einige Tribünenelemente wurden extra für dieses Spiel noch aufgebaut. Die Baubehörde hätte an diesem Tag nicht vorbeischauen dürfen", erinnert sich Middendorf. 

33 Punkte von Nowitzki

Topscorer für die Drachen war Jan Sprünken (19 Punkte). Mit einer starken Leistung setzten sie den Würzburgern zu. Doch die hatten ja ihr Top-Talent: Mit 33 Punkten führte Nowitzki den Bundesligisten zum 77:74-Sieg. Die Quakenbrücker nahmen es ihm nicht übel. Fast eine Stunde lang musste der Würzburger Autogramme schreiben, ehe er die Flucht ergriff vor der nicht enden wollenden Flut von kleinen und großen Fans.


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