Zum MVP der Finalserie gekürt Isaiah Hartenstein nach G-League-Titel: Ich habe viel gelernt

Starke Leistung in der G-League: Isaiah Hartenstein im Trikot der Vipers. Foto: Philipp HülsmannStarke Leistung in der G-League: Isaiah Hartenstein im Trikot der Vipers. Foto: Philipp Hülsmann

Osnabrück/Houston. Isaiah Hartenstein hat die Rio Grande Valley Vipers zum Titelgewinn in der amerikanischen G-League geführt und wurde als wertvollster Spieler der Finalserie ausgezeichnet. Jetzt ist der 20-Jährige, der in Quakenbrück aufgewachsen ist, zurück bei den Houston Rockets und darf NBA-Playoff-Luft schnuppern.

Ein bisschen müde hört sich Isaiah Hartenstein am Telefon noch an. Die letzten Tage waren für den 20-Jährigen durchaus aufreibend. Am Wochenende führte er die Rio Grande Valley Vipers zum Titelgewinn in der amerikanischen G-League. Der in Quakenbrück aufgewachsene Basketballer wurde zum MVP, dem wertvollsten Spieler, der Finalserie gewählt. 

Am Montag saß er beim Auftakt der Playoffs in der NBA bei seinem Stammverein, den Houston Rockets, schon wieder auf der Bank. Und dort will er jetzt auch erst einmal bleiben. 

„Ich habe viel in der G-League gelernt“, sagt Hartenstein über seine Zeit beim Entwicklungsteam der Rockets, „aber ich habe auch gezeigt, dass ich nicht in diese Liga gehöre.“ Den Schritt bereut er dennoch nicht – auch wenn er ihm anfangs nicht leichtfiel. 28 Spiele war er bei den Rockets zu Saisonbeginn im Kader. „Dann kam der Anruf, ich soll in die G-League. Das war nicht so schön“, erinnert er sich, „aber ich habe Spielpraxis gesammelt und Selbstvertrauen getankt. Das hat mir gutgetan. Ich habe am Pick and Roll gearbeitet und mich darin verbessert, ein Spiel zu lesen.“ 

In der Liga war er einer der dominierenden Spieler. Im entscheidenden dritten Spiel der Finalserie erzielte er beim 129:112-Sieg bei den Long Island Nets 30 Punkte, sammelte 17 Rebounds, gab drei Assists und blockte zwei Würfe. Erst ein Deutscher, Tim Ohlbrecht (2013 und 2014), holte vorher den Titel in der Entwicklungsliga der NBA.

„Isaiah hat einen großen Schritt gemacht“, erklärt Vater Florian Hartenstein, Trainer der Artland Dragons. Natürlich saß er mit der Familie nachts vor dem Fernseher und sah das Finale. „Wir sind stolz auf ihn“, sagt er.

Und auch die Rockets sind laut Isaiah Hartenstein „sehr zufrieden“. In Houston trainiert er jetzt wieder mit dem Team. „Es ist schön, die Leute wiederzusehen“, sagt Hartenstein und betont: „Nächste Saison will ich es dauerhaft ins Team schaffen.“ Bis zum Ende der Playoffs wird er erst einmal auf der Bank Platz nehmen. „NBA-Playoff-Luft schnuppern mit Anfang 20 ist ja auch schon ganz gut“, meint er. Und das vielleicht noch länger. Die Rockets haben große Ziele. „Wir wollen Meister werden“, sagt Hartenstein. Vielleicht darf er ja bald noch einen Titel feiern.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN