Wetter beim Endspiel WM-Finale: Fröhlich vielleicht, nass fast sicher

Von dpa | 12.07.2014, 20:08 Uhr

Ungewöhnlich starke Regenfälle bescheren großen Teilen Deutschlands ein nasses WM-Finale. In Wiesbaden schwammen die Autos im Wasser.

Heftiger Regen in Hessen, Wiesbaden unter Wasser, Frankfurts Flughafen streicht Starts und Landungen: Vor allem in der Mitte Deutschlands tobten Gewitter. Wer das WM-Finale am Sonntag draußen verfolgen möchte, muss sich auf eine nasse Angelegenheit gefasst machen. Denn fast überall in Deutschland rechnen die Wetterforscher während des Endspiels mit kräftigen Niederschlägen. Lediglich im Süden Brandenburgs und Sachsens sowie westlich des Rheins können Fußballfans aufatmen. Dort seien die Chancen am geringsten, während der Begegnung zwischen Deutschland und Argentinien komplett einzuregnen, sagte ein Experte des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Samstag in Offenbach. Kleiner Lichtblick zumindest: Der Regen wird immer wärmer. So seien am Sonntag selbst um 21 Uhr 20 Grad keine Seltenheit.

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Vor allem in Wiesbaden wüteten die Sommergewitter . Die Stadt stand unter Wasser. Die Feuerwehr sprach von einem Millionenschaden. Verletzt wurde niemand. 40 Einsatzkräfte befreiten das Kurhaus und die angrenzende Tiefgarage von den Wassermassen. Zwei Geschosse des Parkhauses waren überflutet. Rund 50 Autos schwammen im Wasser und mussten geborgen werden. Der Keller des Staatstheaters war ebenfalls vollgelaufen.

Am Frankfurter Flughafen wurden rund 135 Starts und Landungen gestrichen, wie Airport Duty Manager Johannes Martin Kähn sagte. 14 Maschinen durften mit Ausnahmegenehmigung noch nach Beginn des Nachtflugsverbots um 23.00 Uhr starten. Trotzdem strandeten 4500 Passagiere am Flughafen, von denen rund 4000 in Hotels untergebracht wurden. Viele Maschinen waren am Samstag verspätet.

Wegen überspülter Gleise und Blitzeinschlägen kam es bei den S-Bahnen im Rhein-Main-Gebiet zu Verspätungen, wie die Bahn mitteilte. „Das war sicher eines der schlimmsten Unwetter der letzten Jahre“, sagte ein Feuerwehrsprecher in Wiesbaden. „Wir mussten zu mehr als 350 Einsätzen ausrücken“, sagte ein Sprecher. 500 Kräfte von THW und Feuerwehr waren im Einsatz, zudem viele freiwillige Helfer. „Es ist wirklich schrecklich“, postete der Wiesbadener Oberbürgermeister Sven Gerich auf der Online-Plattform Facebook.

Das Rheingau Musik Festival musste ein Konzert von Bobby McFerrin absagen, weil das Kurhaus als Veranstaltungsort evakuiert wurde. Geschäftsführer Michael Herrmann rechnete damit, dass das Kurhaus als Veranstaltungsort mehrere Wochen nicht genutzt werden kann.