Vorschau auf die Spiele der Fußball-WM 2014 Belgier wollen Messi stoppen

Von dpa | 04.07.2014, 17:41 Uhr

In den WM-Viertelfinals vom Samstag sind die Rollen klar verteilt. Argentinien gilt gegen Belgien ebenso als Favorit wie die Niederlande gegen Costa Rica. Doch im Kollektiv wollen die „Roten Teufel“ Messi stoppen. Ticos-Coach Pinto bringt sogar Holland-Know-How mit.

Viermal konnte Lionel Messi bisher in Brasilien glänzen, damit soll beim Kampf um den Einzug ins Halbfinale der Fußball-WM Schluss sein – geht es nach den Belgiern. „Wir wissen, dass sie den besten Spieler der Welt in ihrem Team haben. Aber wenn wir ihn stoppen, haben wir eine Chance“, sagte Eden Hazard vor dem Viertelfinale gegen den zweifachen Weltmeister Argentinien am Samstag (18.00 Uhr MESZ) in Brasília. Außenseiter Costa Rica plant derweil gegen Arjen Robben & Co in Salvador (22.00 Uhr MESZ) den nächsten Coup und setzt dabei auch auf Holland-Erfahrungen von Coach Jorge Luis Pinto, der Anfang der 80er Jahre während seines Studiums in Köln beim legendären Rinus Michels „spionierte“.

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Die Argentinier wollen vor allem eines: den dritten Viertelfinal-K.o. bei einer WM-Endrunde in Serie nach den beiden Niederlagen gegen Deutschland 2006 und 2010 verhindern. „Das erste Ziel ist das Halbfinale. Alles, was danach kommt, ist eine andere Geschichte“, betonte Mittelfeldchef Javier Mascherano. Und alle Hoffnungen ruhen wieder einmal auf Messi. Der 27-Jährige entschied bislang praktisch alle Partien, entweder als Torschütze (4) oder Vorbereiter wie beim 1:0 in der Achtelfinal-Verlängerung gegen die Schweiz.

Der viermalige Weltfußballer spielt in der Albiceleste eine ähnlich dominierende Rolle wie dies Doppel-Torschütze Diego Maradona beim letzten WM-Duell zwischen Argentinien und Belgien im Halbfinale vor 28 Jahren tat. „Wir werden versuchen, es besser zu machen als die Mannschaft von 1986. Das ist für uns sogar noch eine kleine Extra-Motivation“, versprach Abwehrrecke Daniel van Buyten. „Wir wollen den 86ern in die Geschichtsbücher folgen“, meinte Hazard. „Deshalb ist das Spiel auch so wichtig für unsere Generation. Es ist vielleicht sogar das größte Spiel in meinem Leben.“

Trainer Marc Wilmots hält nicht viel vom Blick in die Vergangenheit. „Wir haben jetzt eine Mannschaft mit einer neuen Mentalität“, sagte der Coach. Und die hat keine Angst vor Messi und ist sich sicher: Wir können Argentinien schlagen. „Warum sollen wir uns damit zufriedengeben, nur im Viertelfinale zu stehen?“, fragt Wilmots.

Für die Costa Ricaner kam schon der Einzug in die Runde der letzten Acht einer Sensation gleich, nun sollen aber auch die Niederländer die Spielfreude der Mittelamerikaner kennenlernen. Da kommt es den Ticos gerade recht, dass ihr Trainer den „Voetbal total“ kennt. „In den Jahren während meines Studiums verbrachte ich meine Zeit oft damit, Michels beim Training zuzuschauen und mit ihm über Fußball zu sprechen“, verriet der 61-Jährige. Aber nicht nur Pinto weiß über die Taktik-Tugenden der Niederländer Bescheid. Kapitän Bryan Ruiz spielte einige Jahre erfolgreich in Enschede und ist aktuell Teamkollege der Nationalspieler Georginio Wijnaldum und Memphis Depay in Eindhoven.

Ob Louis van Gaal sich mit dem Fußball von Costa Rica ebenso akribisch auseinandergesetzt hat wie Pinto mit der niederländischen Spielweise, ist nicht bekannt. Forsche Töne hört man vom Bondscoach vor dem Kräftemessen mit dem Überraschungsteam jedenfalls nicht: „Ich wüsste nicht, warum wir Favorit sein sollten. Man muss sich doch nur einmal anschauen, gegen wen sich Costa Rica durchgesetzt hat.“

Bayern-Star Arjen Robben ist total fokussiert auf die Fortsetzung der WM-Mission und den „vorletzten Schritt“. Der Dribbelkünstler präsentiert sich derzeit in der Form seines Lebens, ist aber nach dem verlorenen WM-Finale 2010 in Südafrika erst richtig glücklich, wenn er in acht Tagen in Brasiliens Fußballtempel den WM-Pokal in den Nachthimmel recken kann: „Es geht um das große Ganze. Wir sind noch nicht fertig“, betonte Robben, der es auf dem Rasen wahrscheinlich mit Junior Diaz vom FSV Mainz 05 zu tun bekommt.

Die prominenten Namen beim Gegner können Costa Rica jedenfalls keine Furcht einflößen. „Wir haben die Todesgruppe überlebt, jetzt sind wir hier und wollen auch das nächste Spiel gewinnen“, sagte Abwehr-Ass Giancarlo González, der mit seinen Kollegen in vier WM-Spielen gegen Uruguay, Italien, England und Griechenland erst zwei aus dem Spiel heraus erzielte Gegentore zuließ.