Über Saloniki ins Achtelfinale Schalke: Friedliche Fans, lockeres Weiterkommen?

21.02.2017, 18:28 Uhr

Es ist ungewöhnlich, dass ein Europapokal-Spiel zwischen einem deutschen Bundesligisten und einem griechischen Klub ein besonders hohes Konfliktpotenzial bietet. Dafür gibt es nicht nur sportliche Gründe.

Vor dem Rückspiel gegen Saloniki werden auf Schalker Seiter erhöhte Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Denn: das Duell Schalke 04 gegen PAOK Saloniki fand schon einmal statt, 2013/14 in der Champions-League-Qualifikation. Damals kam es in der Veltins-Arena zu Konflikten zwischen Schalker Anhängern, griechischen Fans und der Polizei.

Was war passiert? Die Schalker Ultras in der Nordkurve präsentierten, wie bei jedem Heimspiel, ein Banner von Vardar Skopje und die mazedonische Flagge, als Zeichen einer langjährigen Fanfreundschaft zwischen beiden Clubs. Für die griechischen Gäste waren die Banner eine Provokation – Mazedonien und Griechenland streiten seit Jahren um das Erbe von Alexander dem Großen, den Namen „Mazedonien“ und die mazedonische Nationalflagge.

Die Gästefans empfanden diese nicht als Attacke gemeinte Aktion dennoch als Provokation und drohten mit einem Platzsturm. Daraufhin marschierte eine Hundertschaft der Polizei in die Nordkurve, um das Banner zu entfernen. Die Schalke-Ultras hatten sich zunächst geweigert, weil das Zeigen des Banners Ausdruck der Freundschaft mit Skopje sei.

Während des Polizeieinsatzes kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Fans. Dabei wurden mindestens 30 Personen verletzt. Das führte zu einer Diskussion um den Einsatz von Gewalt gegen Fans. Mittlerweile hat sich das Verhältnis von Polizei und Schalke 04 verbessert, zwischen den Fangruppierungen bleibt der Zustand kritisch.

In der letzten Woche beim Hinspiel der Europa-League-Zwischenrunde randalierten die Fans aus beiden Lagern. So haben einerseits Schalke-Fans vor dem Spiel in Saloniki gewütet und ein Straßencafé angegriffen. Andererseits gingen PAOK-Fans nach dem Spiel in der Stadt auf Schalker los.

Zu weiteren Provokationen kam es im Hinspiel, als im Fanblock der Griechen ein Plakat hing, das die deutschen Gäste als „Nazis“ beschimpfte. Schalke hat im Hinblick auf das hohe Sicherheitsrisiko einen Fanbrief für beide Parteien verfasst. Darin appelliert der Verein an alle Fußballfans, Provokationen zu unterlassen und sich von Gewalt zu distanzieren.

Sportlich ist die Begegnung so gut wie entschieden. Schalke gewann das Hinspiel in Saloniki mit 3:0, hat damit eine perfekte Ausgangsposition für den Einzug in das Europa-League-Achtelfinale. Zuletzt zeigten die Knappen wieder ansteigende Form und sind seit fünf Spielen ungeschlagen. Aufgrund der vielen zu bewältigenden englischen Wochen hat Trainer Markus Weinzierl angekündigt, seine Elf auf einigen Positionen verändern zu wollen. Max Meyer, im Hinspiel unter den Torschützen, ist zuversichtlich: „Wenn wir eine ähnliche Leistung bringen wie im Hinspiel, werden wir in die nächste Runde einziehen.“ Bis zum Finale in Solna wären dann noch drei Runden zu überstehen.