U19-Trainer Sorg im Interview „Ein anderer Termin wäre sicherlich von Vorteil“

Von Malte Schlaack | 18.07.2014, 19:02 Uhr

Mit dem Spiel gegen Bulgarien starten die deutschen U 19-Fußballer am Samstag (20.15 Uhr, live bei Eurosport) in die Europameisterschaft in Ungarn. Im Interview spricht Trainer Marcus Sorg über seine Erwartungen an das Turnier, Terminschwierigkeiten und besondere Motivation.

Herr Sorg, die A-Nationalmannschaft hat mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft gerade den besten Motivationskick für Ihre Mannschaft geliefert oder?

Auf jeden Fall. Es ist ja schließlich auch ein Ziel der Spieler, die jetzt dabei sind, dass sie irgendwann einmal in der A-Nationalmannschaft spielen. Deswegen hoffe ich sehr, dass der Titelgewinn sie zusätzlich motiviert.

Sie hatten mit der Mannschaft keine explizite Vorbereitung. Denken Sie, dass so etwas ein Nachteil sein kann?

Es ist sicher nicht ganz optimal, dass wir die Spieler erst so kurzfristig vor dem Turnier bekommen. Das war allerdings auch ein Angebot unserer Seite an die Vereine, um ihnen entgegenzukommen. Fehlzeiten werden minimiert und wir haben das Gros der Spieler dabei, die auch schon bei der Qualifikation in Spanien im Mai dabei waren. Seitdem haben wir schon vieles einstudiert und die Mannschaft kennt sich, von daher kann man es gut in den Griff bekommen.

Wichtige Spieler wie Timo Werner oder Max Meyer sind dennoch nicht dabei. Sind Sie mit Ihrem Kader zufrieden?

Natürlich sind wir mit dem Kader zufrieden. Die Jungs arbeiten seit einem Jahr mit mir und dem Trainerteam. Es war von Beginn an unser großes Ziel, uns für die EM zu qualifizieren . Wir haben damals mit der Vorbereitung in Ungarn begonnen und sind jetzt entsprechend stolz, dass wir das geschafft haben.

Würde es nicht generell mehr Sinn machen, ein solches Turnier zum Ende der Saison in den Ligen auszutragen und nicht in der Saisonvorbereitung?

Das wäre mit Sicherheit förderlich für uns, aber in Europa gibt es eben verschiedene Saisonplanungen der einzelnen Länder. In Skandinavien wird zum Beispiel ganz anders gespielt. Deswegen haben wir Verständnis für diesen Termin und möchten das Beste daraus machen.

Mit Julian Brandt oder Kevin Akpoguma haben Sie Spieler mit Bundesligaerfahrung dabei. Der Trend geht immer mehr zu sehr jungen Spielern.

Ja, das stimmt. In den letzten 14 Jahren hat sich sehr viel getan. Die Maßnahmen des DFB mit den Nachwuchsleistungszentren tragen Früchte . Viele meiner Spieler sind einfach schon feste Größen in ihren Vereinen und spielen dort in den ersten Mannschaften, nicht etwa in der Reserve oder dem Juniorenteam. Deswegen sollte man dieser Entwicklung auch Tribut zollen und das Turnier im Kalender vielleicht etwas weiter vorne ansetzen.

Was rechnen Sie sich für das Auftaktspiel gegen Bulgarien und die gesamte EM aus?

Wir wollen das Spiel natürlich wie jedes andere auch gewinnen. Das ist unser Anspruch und dafür werden wir alles geben. Es wäre schon wichtig, dass wir ordentlich ins Turnier reinkommen, auch wenn es nicht einfach wird. In so einem Turnier kann immer viel passieren.

Hans-Dieter Flick wird Sportdirektor beim DFB, sein Posten als Co-Trainer der Nationalmannschaft ist vakant. Auch Ihr Name wurde schon ins Gespräch gebracht.

Das ist allein die Entscheidung des Bundestrainers. Ich beschäftige mich gerade nur mit meiner aktuellen Aufgabe. Und auf die Aufgabe U19-EM freue ich mich sehr.