Sport Schwelm verspricht Revanche

02.12.2002, 23:00 Uhr

Eine erfolgreiche Revanche der Schwelmer Baskets für die 72:83-Niederlage vor zweieinhalb Wochen in der Punkrunde der 2. Liga oder ein neuerlicher Triumph der ,,Artland Drachen" im zusätzlich attraktiven Pokalwettbewerb? An Brisanz ist das Duell der 2. Runde im nationalen Pokalwettbewerb des Deutschen Basketball-Bundes auf Nordebene nicht zu überbieten, wenn die Baskets die ,,Drachen" an diesem Mittwoch um 19.30 Uhr in der Enge ihrer Sporthalle West in der Hauptstadt des Kreises Ennepe-Ruhr erwarten.

,,Wir wollen natürlich weiterkommen", sagt Schwelms Trainer Torsten Daume unverblümt und nicht allein vor dem Hintergrund des großen Reizes, in der nächsten Pokalrunde (19. Februar) einen möglicherweise ,,dicken Fisch" zu angeln, wenn die Sieger der zehn Spiele der 2. Runde zusammen mit den derzeit noch pausierenden sechs Spitzeklubs der erste Liga das Achtelfinale austragen, in dem Gegner wie Alba Berlin und Telekom Bonn möglich sind. Der Stachel sitzt tief bei den Schwelmern nach dem 72:83 in der Punktrunde der 2. Liga im Artland und liefert ,,Motivation pur" für allemal unterhaltsame eineinhalb Stunden in der kleinsten Halle des Unterhauses.

Die Schwelmer Revancheabsichten lassen Chris Fleming zumindest äußerlich ganz gelassen reagieren. ,,Unser Vorteil ist: Wir wissen, dass es möglich ist, sie zu schlagen. Nach dem Sieg wissen wir, dass wir auch da gewinnen können", kontert der Coach des TSV Quakenbrück die klaren Absichten des Gegners. Zudem will Fleming nichts wissen von einem eventuellen Schongang in Schwelm mit Blick auf die nächste wichtige Punktspielaufgabe am Samstag beim TuS Lichterfelde zum Ende der ,,Woche der Wahrheit" mit drei Spielen innerhalb von acht Tagen. ,,Sicherlich ist das Punktspiel wichtiger als das Pokalspiel, weil wir uns als Ziel gesetzt haben, Meister zu werden. Doch wir werden investieren, was wir können".

Schließlich wissen der Coach und seine Spieler um die ganz große Chance, mit einem Erfolg im Pokal in Schwelm eine weitere Duftmarke zu setzen im Hinblick auf das Rückspiel der Punktrunde am 8. März an gleicher Stelle, womit die Baskets bei einem möglicherweise entscheidenden Spitzenduell in der Rückrunde unter enormem psychischen Druck ständen. Dabei ruft Fleming das 83:72 vom 16. November in Erinnerung, als die ,,Drachen" nur das dritte Viertel (20:21) abgaben und zudem damit leben konnten, dass Antwine Williams mit 33:31 das ,,Duell" mit seinem Landsmann Michael Jordan als ,,Kopf" der ,,Drachen" gewann.

Um dieses Duell geht es auch heute Abend, aber nicht nur, sonder auch darum, wie Schwelm den Ausfall von Bruno Roschnafsky verkraftet, der sich im Spiel gegen Rhöndorf eine Knieverletzung zuzog, die offenbar zu einer mehrwöchigen Pause zwingt und den amtierenden Vizemeister bereits auf dem Transfermarkt seine Fühler nach eine Ersatz ausstrecken ließ. Denkbar ist auch, dass Ex-Nationalspieler Arnd Neuhaus, der sich auf sein ,,Altenteil" beim Stammverein Tote Erde Schwelm zurück gezogen hat, als Ersatz reaktivieren lässt. Ohne Roschnafsky fehlt den Baskets ein wichtiger Halt unter dem Korb, was Trainer Daume zum Beispiel die Variante eröffnet, mehr mit Igor Pinchuk zu spielen und damit mehr auf die Stärken aus der Distanz zu setzen.

Die ,,Drachen" sind auf jeden Fall vorbereitet - auch auf das Manko, ohne Jamie Duncan auskommen zu müssen, der seine Schienbeinverletzung auskuriert und heute Abend zusehen wird, wie seine Teamkollege die Festung Schwelm angreifen und zu stürmen versuchen.