Sport Rollout für die Rallye: «Mir ist übel geworden!»

30.12.2010, 14:18 Uhr

Der Tross kommt auf Touren. Die Teams zählen die Stunden bis zum Startschuss der Dakar 2011 am 2. Januar 2011. Nach dem Funktionstest der diversen Vehikel wartet auf die Beifahrer kurz vor dem Prolog am Neujahrstag vor allem ausgiebiges Kartenlesen.

Nach dem Rollout ist vor dem Start: Die Motoren laufen langsam heiß, das Rennfieber steigt vor der härtesten Rallye der Welt. «Es kann los gehen!!!», schrieb der deutsche Beifahrer Dirk von Zitzewitz auf seiner Homepage nach den ersten Einstimmungskilometern im VW Race Touareg mit Pilot Giniel de Villiers. Allerdings sei ihr Wagen so gut unterwegs gewesen, «dass ich etwas Probleme hatte, mich an den Speed zu gewöhnen ­ mir ist mal wieder übel geworden», so Zitzewitz, der 2009 mit seinem südafrikanischen Steuermann die erste Dakar auf südamerikanischem Boden gewonnen hatte.

Seit dem 28. Dezember dürfen die Teilnehmer, die aus Europa zum Start nach Buenos Aires gereist sind, ihre Vehikel wieder in Empfang nehmen. Autos, Motorräder oder Trucks - sie alle waren von Le Havre auf dem Wasserweg in die argentinische Hauptstadt verschifft worden. Seit ihrer Ankunft wurde die Lieferung im sogenannten Parc fermé streng bewacht. Das X-Raid-Team aus dem hessischen Trebur, das der VW-Flotte den Hattrick vermiesen will, zählte nach Angaben des Veranstalters mit zu den ersten, die ihre Fahrzeuge abholte. Bis zum Donnerstagvormittag lief die Frist für alle 430 Teams.

Bevor mit dem Prolog von Buenos Aires nach Victoria die 33. Auflage der berüchtigtsten Offroad-Veranstaltung beginnt, erfolgt an diesem Freitag der technische Check der Autos, Dokumente und Lizenzen. Zudem bekommen die Teams genauere Informationen zur dritten Tour durch Argentinien und Chile mit dem Ziel wieder in Buenos Aires am 15. Januar nach über weit über 9000 Kilometern.

Für die Beifahrer wie auch Zitzewitz-Kollege und -Landsmann sowie -Markenkollege Timo Gottschalk aus Berlin wird damit der Schlaf kürzer, die Nächte werden lang. Jeweils vor einer Prüfung erhalten diese das sogenannte Roadbook. «Wenn wir die Längen und Durchschnittsgeschwindigkeiten kennen, können wir genauer herausfinden, was für eine Sorte Terrain uns erwartet», erklärte Lucas Cruz, Beifahrer von Carlos Sainz. Das spanische Duo hatte zu Jahresbeginn die Dakar 2010 gewonnen.

Um bestens auf die Auflage 2011 vorbereitet zu sein, absolvieren die Teams vor dem Start einen ausgiebigen Funktionstest. «Schließlich sind die Fahrzeuge für die Rallye komplett neu aufgebaut worden und bei aller Präzision kann dennoch ein Fehler passieren, eine Schraube lose bleiben oder ein Stecker offen», sagte Zitzewitz über mögliche Tücken. An die Fahrten in den 310-PS-Boliden müssen sich aber selbst hartgesottene und siegerfahrene Co-Piloten wie der Karlshofer offenbar immer wieder neu gewöhnen. «Wenn man gleich ins Rennen geht und sich noch nicht wieder an das Feeling im Auto gewöhnt hat, dann ist man nicht schnell genug und leidet - puh!», schrieb Zitzewitz.