Sport Neue Stars am Fußballhimmel: Noy-ah und Bow-a-teng

Eine Kolumne von Benjamin Kraus | 13.06.2016, 17:20 Uhr

Eine Nachricht sorgt für Verwirrung in den Redaktionsstuben der Republik: Man solle doch die Namen der Fußballer bei der Europameisterschaft richtig aussprechen. Die Lautschrift, die mitgeliefert wird, treibt aber mehr als kuriose Blüten.

Was macht eigentlich die UEFA, jener lustige Verband, der uns aktuell mit diesem aufgeblähten Sportfest erfreut? War es zuletzt vor internationalen Großevents Usus, dass Veranstalter wie die FIFA oder auch das IOC bei Tagungen im Vorfeld mit zweifelhaften Schlagzeilen beeindruckt haben, ist man nun bei Europas Fußballverband nach der Absetzung von Michel Platini auf Tauchstation gegangen – dachte man.

Denn nun versuchen PR-Strategen, das Blatt zu wenden: Indem sie basisnaher agieren, auf Service für Fans setzen. So hat die UEFA einen Aussprache-Guide herausgegeben für komplizierte Namen bei EM-Fußballern. Danke – jetzt wissen wir, dass wir Manuel Neuer stets falsch ausgesprochen haben: Der Mann ruft sich eigentlich „Noy-ah“. Vor ihm agiert ein gewisser „Bow-a-teng“, dazu „Kan“, falls er kann. „Gert-suh“ ist laut UEFA jener Typ, der Deutschland 2014 zum WM-Titel schoss (ja, ernsthaft.). Und den „Kim-ikh“ soll man so aussprechen, wie es einst John F. Kennedy tat, als er sagte: „Ikh bin ain Börlinner.“ Zur Beruhigung sei gesagt: Andere traf es nicht besser. Oder wussten sie, dass für Albanien ein Fabelwesen spielt (Ajeti: A-yeti)?