Sport Neben Phelps auf dem Startblock

24.07.2009, 22:00 Uhr

Große Restriktionen vor allem durch Geldmangel verhindern es beim Deutschen Schwimmverband, ein sehr großes Team in Rom an den Start zu schicken, wo zum zweiten Mal nach 1983 die 13. globalen Titelkämpfe stattfinden. Das gilt nicht für den libanesischen Schwimmverband, der die Qualifikationen bei Weitem nicht von Endlaufchancen abhängig macht. Abbas Raad, der aus Klein Hesepe stammt, bei den Wasserfreuden Dalum groß geworden ist und seit einem Dreivierteljahr für Sigiltra Sögel schwimmt, ergriff, von seinem Trainer Klaus Hüsing ermutigt, seine Chance. Mitte Mai reiste er in sein Vaterland und schaffte bei den libanesischen WM-Trials als Zweitbester neben einem weiteren Schwimmer aus Beirut die Qualifikation. Zudem wurden noch zwei Schwimmerinnen mit ihm in das „National Leb Swim Team“ berufen.

Groß ist das Programm, das Raad in der kommenden Woche im „Foro Italico Nuoto“ natürlich unter freiem Himmel bewältigen muss. Mit sieben Starts, beginnend bereits morgen früh über 50 Meter Schmetterling, hat der emsländische Schwimmer ein Maximalprogramm auf der 50-Meter-Bahn zu bewältigen. Mit seinen gemeldeten Zeiten kann er sich allerdings kaum Chancen ausrechnen. „Wenn ich auch nur in den langsameren, ersten Läufen jeweils dran bin, werde ich mein absolut Bestes geben. Vielleicht kann ich ja die eine oder andere Bestzeit schwimmen und damit gleichzeitig wohl meistens libanesischen Rekord“, sieht Abbas die WM-Teilnahme nicht nur als Tourist, sondern auch als Chance. „Schließlich guckt die halbe Welt zu.“ Denn auch die Vorläufe werden täglich ab 9 Uhr bis circa 12 Uhr vom TV-Sender „Eurosport“ übertragen.

Abbas, der als Sohn eines im Libanon geborenen Vaters und seiner aus Wilhelmshaven stammenden Mutter in Deutschland geboren wurde, vertritt international zum ersten Mal die Farben des Zedernstaates. Bisher konnte er diverse offene und Juniorentitel in der Heimat seines Großvaters gewinnen. Während er bisher in Deutschland nicht hätte international starten können, verschafft ihm diese Konstellation etwas Besonderes: „Ich darf mit Michael Phelps im gleichen Wettkampf an den Start gehen.“

Der auch sonst zurzeit erfolgreichste emsländische Schwimmer ist bereits seit Dienstag in Rom und bereitet sich dort schon intensiv zweimal täglich auf seinen Einsatz vor. Dort wird er sich am Montag über 100 Meter Rücken, am Mittwoch über 100 Meter Freistil, am Donnerstag über 200 Meter Rücken, am Freitag über 50 Meter Freistil und 100 Meter Schmetterling sowie in genau einer Woche über 50 Meter Rücken der weltweit maximalen Konkurrenz stellen.