Sport NADA-Reform: Hauptamtlicher Vorstand geplant

14.12.2010, 13:59 Uhr

Mit einer Strukturreform und einem hauptamtlichen Vorstand will die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) ihre jüngste Führungskrise überwinden.

Nach dpa-Informationen soll der künftige Vorstand aus zwei hauptamtlichen Mitgliedern bestehen und von einem Aufsichtsrat mit Präsidialausschuss berufen und kontrolliert werden. Der Aufsichtsrat übernimmt als Überwachungs- und Kontrollorgan die Funktion des bisherigen Kuratoriums.

Diese Maßnahmen sind zur Stärkung der Reputation und Durchschlagskraft der NADA gedacht und werden am Mittwoch in Bonn vorgestellt. «In den Grundzügen ist das richtig», bestätigte der Kuratoriumsvorsitzende Hanns Michael Hölz der Nachrichtenagentur dpa. Die kommissarische Geschäftsführerin Anja Berninger gilt als aussichtsreichste Kandidatin auf den Vorstandsposten.

Ende September hatte Göttrik Wewer als dritter NADA-Geschäftsführer seit 2007 überraschend sein Amt aufgegeben - und damit nach den unglücklichen Auftritten seiner Vorgänger Roland Augustin und Christoph Nießen endgültig die Führungsprobleme der Organisation offenbart. Interne Diskussionen über den Kurs der NADA waren publik geworden, Hölz selbst wurde wegen zu starker Einmischung ins operative Geschäft kritisiert. Schon nach Wewers Aus hatte die Sportausschuss-Vorsitzende Dagmar Freitag «eine grundlegende Strukturreform» gefordert. Im Februar dieses Jahres hatte bereits Wewers Stellvertreterin und NADA-Sprecherin Ulrike Spitz die Organisation verlassen.

Nach den erfolgreichen Strukturänderungen bei der Stiftung Deutsche Sporthilfe will sich jetzt auch die NADA moderner und effektiver aufstellen. Vor allem die beiden Hauptaufgaben, Dopingkontrollsystem und Prävention, sollen gestärkt und in hauptamtliche Hände gelegt werden. Auch die Zusammenarbeit mit Staatsanwaltschaften und dem Bundeskriminalamt wird den Plänen nach weiter intensiviert. Als Amtszeit für die beiden Vorstandsmitglieder sind fünf Jahre vorgesehen. Der zukünftige Aufsichtsrat der NADA überprüft u.a. die sachgerechte und wirtschaftliche Verwirklichung des Stiftungszwecks.

Kontroll- und Beratungsfunktionen werden dagegen weiter von ehrenamtlichen Gremien übernommen. Die vier Vorsitzenden der NADA- Kommissionen sollen den Aufsichtsrat beratend, aber ohne Stimmrecht ergänzen. Sämtliche freie Positionen werden ausgeschrieben. Im ersten Quartal 2011 sollen alle vakanten Stellen besetzt sein.