Sport „Für Silber opfert man gern einen Großteil der Ferien“

30.07.2009, 22:00 Uhr

Auf den letzten 500 Metern musste kräftig gebissen werden, als auch der viel zitierte Tunnelblick aufkam. Doch Maren Stallkamp hatte damit kein Problem, „denn das gehört dazu“, erklärte die 18-jährige Ruderin des ORV nach dem Silber-Triumph bei der U-23-WM im tschechischen Racice.

Dass die in Hollage wohnende Athletin überhaupt dabei war und zudem einen glanzvollen Einstand im ersten U-23-Jahr feierte, verdankte sie neben ihrem Talent als Junioren-Weltmeisterin 2008 ihrer Kämpfernatur. Ein Pfeiffersches Drüsenfieber legte sie im Winter längere Zeit lahm. Doch zum Glück nicht so lange, als dass sie nicht den Trainingsrückstand aufholen und sich für den Saisonhöhepunkt WM beim Deutschen Ruder-Verband aufdrängen konnte.

Nach den nationalen Meisterschaften im Juni in Duisburg, wo sie Zweite im Vierer und Vierte im Einer wurde, entschieden weitere Tests schließlich Anfang Juli darüber, dass sie im Doppelvierer der Damen sitzen würde. „Nach der Krankheit wäre ich schon froh gewesen, überhaupt als Ersatz dabei zu sein“, gesteht Maren, um nun umso mehr zu strahlen nach der Krönung von Racice. Im Vorlauf spürten die vier Damen als überlegene Sieger, dass hier was drin war. Und sie glaubten, Bronze holen zu können, als das Finale anstand. An Gold war nicht zu denken, als die Crew aus der Ukraine das Rennen bestimmte. Spätestens ab der 1500-Meter-Marke war alles nur eine Frage der Nerven, „denn da bekamen wir Angst, dass der Vierer aus Weißrussland uns noch abfangen könnte“. Doch tat es nicht, besser gesagt war das deutsche Quartett stark genug, Weißrussland mit schließlich mehr als einer Bootslänge auf Distanz zu halten und damit nach der Zielmarke glücklich die Arme hochzureißen.

Hartes Stück Arbeit in den Sommerferien als Schülerin der 13. Jahrgangsstufe an der Angela-Schule statt auf der faulen Haut zu liegen? „Sicher hart, aber für Silber opfert man gern einen Großteil der Ferien“, gesteht die Leistungssportlerin. Gestern genoss sie einen Bummel durch Berlin und das Gefühl, mal nicht zu trainieren. Doch Trainingspause hin, Trainingspause her. Ganz ohne kann der Powertyp nicht, dem Joggen und Radfahren nicht reicht, denn sie saß schon wieder in einem Ruderboot.