Sport "Drachen" wollen "Genuss"

12.12.2002, 23:00 Uhr

Beim 116:84 gegen Braunschweig fehlte Alexander Frisch, doch auch ohne den für seine Qualitäten unter dem Korb bekannten letztjährigen Tübinger Erstligaspieler nahm die BG Göttingen die Hürde beim Nachbarn mühelos. Mit dem 2,05 Meter großen Centerspieler, der zu Zeiten der Ruhr Devils in Herten zum besten Rebounder der erste Liga wuchs, werden die "Veilchen" an diesem Samstag (20 Uhr, Artlandhalle) beim TSV Quakenbrück erwartet, um sich beim Topteam der 2. Liga so gut wie möglich zu "verkaufen".

Deshalb hat Chris Fleming reichlich Respekt vor den Südniedersachsen. "Sie sind besser, als sie in der Tabelle stehen", sagt der Coach des Spitzenreiters (22:0 Punkte) über den Neunten (10:22), der sich mit Erfolg vor dieser Saison von einer Favoritenrolle freimachen konnte und auf den Plan verwies, im Jahr 2006 in die Bundesliga aufsteigen zu wollen. Was nicht ausschließt, dass die Göttinger ohne den hohen Erwartungsdruck derzeit zumindest die "ganz Großen" ärgern und sich perspektivisch an ihnen messen, sprich orientieren können bei der Vorgabe für 2006.

Ein Grund mehr für Fleming, mit Respekt vom heutigen Gegner zu sprechen, bei dem neben dem in der Alba-"Filiale" beim TuS Lichterfelde groß gewordenen Frisch vor allem Jan Rinck (zuletzt Oldenburg, früher Rist Wedel) für "Musik" in Brettnähe sorgt. Ergänzt durch "Scharfschütze" Selim Mulic auf dem Flügel und den zuletzt in Japan aktiven Amerikaner John Patrick im Aufbau, nehmen in Göttingen die Träume für 2006 allmählich Formen an unter der Regie von Trainer Vlastibor Klimes und mit einem Mann im Hintergrund, der hier zu Lande aus der Giants-Ära noch in Erinnerung ist: Dirk Weitemeyer hat sich zu den großen Plänen der "Veilchen" bekannt, die damit endgültig aus dem Schatten des ASC Göttingen getreten sind, der als deutscher Meister der 80er Jahre für Furore sorgte.

Zurück zur Gegenwart. Die "Drachen" freuen sich auf den heutigen Abend, um den Erfolgskurs beizubehalten, sprich das Dutzend an Punktspielsiegen in Serie "voll" zu machen, ohne vorher an die anschließende siebentägige Pause zu denken. "Wir wollen das Spiel genießen", sagt Fleming, der um die profihafte Einstellung seiner Spieler weiß, die sich auf den Punkt, sprich auf das 12. Spiel konzentrieren können und nicht an die folgenden Wochen und Monate, sprich an die folgenden 18 Spiele denken.

Dass sie die sieben freien Tage nach harten Monaten seit dem Trainingsauftakt Anfang August gebrauchen können, steht bei spürbarer Müdigkeit im entsprechend reduzierten Training außer Frage. Doch zuvor wollen Michael Jordan & Co. das tun, was der Trainer ihnen vor der Saison vorgegeben hat und was sie seither zur eigenen Freude empfunden haben: nicht nur "einfach so" gewinnen, sondern das Spiel genießen - zusammen mit den Fans, die sich danach in Abstinenz üben müssen, denn daheim gibt's die "Drachen" nach dem Spiel in Mönchengladbach (28. Dezember), das die Weihnachtspause einengt, erst wieder am 4. Januar gegen Bremen und damit nach dem Kalenderwechsel zu sehen.