Sport Bach zu München 2018: «Nicht selbst zerreden»

20.12.2010, 10:19 Uhr

Thomas Bach hat bei der Ehrung «Sportler des Jahres» erneut vehement für die Winterspiele 2018 in München geworben und deutlich sein Unverständnis über die Kritiker gezeigt.

«Hier muss die Mehrheit der Deutschen hinter diesen Spielen stehen», sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) vor zahlreichen Spitzenathleten, Trainern und Funktionären im Kursaal von Baden-Baden. «Wir lassen uns das nicht von Einzelnen kaputtmachen.»

«Ich glaube, wir haben herausragende Chancen», sagte der Spitzenfunktionär. «Wir könnten der Welt zeigen, welche Wintersport- Begeisterung in Deutschland herrscht. Wir dürfen uns nur nicht selbst zerreden.» Auf die Frage von ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein nach «Grundsatz- und Grundstücksfragen» meinte Bach: «Lassen Sie doch mal diese Einzelinteressen weg! Das wird sich alles klären.»

Bach sprach damit den Widerstand in Garmisch-Partenkirchen an. In der Vorwoche hatten Bauern und Grundbesitzer den bayerischen Olympia-Träumen einen kleinen Dämpfer verpasst. Die 59 Betroffenen fordern eine Aufgabe der Kandidatur vor Weihnachten und wollen ihre Grundstücke bei einem Zuschlag nicht zur Verfügung stellen. Am Schauplatz Garmisch-Partenkirchen soll 2018 unter anderem auf Schanzen und Skipisten um Medaillen gekämpft werden. Zudem soll dort ein Olympisches Dorf für 2500 Personen entstehen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am 15. Dezember in Berlin die staatlichen Garantien für die Olympia-Bewerbung 2018 unterzeichnet. Die 47 Garantien sind zentraler Bestandteil des Bewerbungsbuchs, das bis zum 11. Januar dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) übergeben wird. Dabei wird vor allem die finanzielle Beteiligung des Bundes an der Durchführung der Spiele zugesichert.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) entscheidet am 6. Juli 2011 im südafrikanischen Durban über den Gastgeber der Winterspiele 2018. Neben München bewerben sich Annecy in Frankreich und der südkoreanische Favorit Pyeongchang.