Sport 1860 feierte mit 10 000 Fans in Meppen den Aufstieg

13.07.2009, 22:00 Uhr

Die Saison 92/93 war geprägt durch ein ständiges Auf und Ab im Mittelfeld. Mit Rainer Rauffmann (BW Berlin) kam eine weitere Spitze. Hermann Rülander, viele Jahre die Nr. 1 im Tor in Meppen, kehrte in seine Heimat zurück. Stephan Hülswitt kam als zusätzlicher Torhüter. Frank Klobke und Werner Rusche verließen nach längeren Verletzungspausen den Verein. Der mit Vorschusslorbeeren von Werder Bremen gekommene Christoph Hanses kehrte ins Amateurlager zurück. Von den anderen Neuen wurden Hendryk Lau, Peter Gartmann und Peter Brückner zwar des Öfteren eingesetzt, konnten sich aber keinen Stammplatz über einen längeren Zeitraum sichern.

Erst- und letztmals spielte die 2. Liga mit 24 Mannschaften, unter denen der SVM einen respektablen zehnten Rang belegte. Bei sieben Absteigern mussten neben Fortuna Düsseldorf auch die niedersächsischen Rivalen Osnabrück, Braunschweig und Oldenburg die Klasse verlassen.

Durch die Neuzugänge Jan Sievers (VfL Osnabrück) und „Speedy“ Szewczyk vom polnischen Erstligisten Zaglebie Lubin gewann der SVM in der Serie 93/94 im Mittelfeld an Format, während der schnelle Ingmar Putz aus Remscheid seine erhoffte Torgefährlichkeit nicht beweisen konnte. Sievers erzielte auf Anhieb sieben Tore, während Szewczyk die gegnerischen Abwehrreihen durcheinanderwirbelte.

Erstmals wartete der SVM zum Abschluss der Saison als Siebter mit einem positiven Punktekonto auf. Zum Abschluss der Herbstserie brachte ein 2:1 in München das Team auf Platz vier; am Saisonende feierte aber 1860 mit rund 10000 Fans den Aufstieg mit einem 1:0 im Emsland – in Fußball-Deutschland kannte jetzt jeder Meppen.

Vor der Saison 94/95 kamen erstmals Zukunftsängste auf: Der fast 35-jährige Josef Menke entschied sich, kürzerzutreten. Martin van der Pütten wollte es in Herzlake etwas langsamer angehen lassen, Bogdan Duglajczyk heuerte in Ihrhove an. Manfred Kubik zog es zum 1. FC Saarbrücken; für ihn wurde der nicht weniger erfahrene Stefan Brasas die Nr. 1 im Tor, und von Fortuna Düsseldorf kam der an den VfL Wolfsburg ausgeliehene Bernd Winter für die linke Seite.

Die Pessimisten sollten zunächst recht behalten: Die ersten drei Spiele gegen Hannover 96, 1. FC Nürnberg und Hertha BSC wurden verloren. Gegen St. Pauli wurde es für beide Clubs ernst, denn die Hamburger standen auch nicht besser. Es folgten zehn Spiele ohne Niederlage – eine Serie, die der SVM nie zuvor erreicht hatte. Erst in Düsseldorf verlor die Mannschaft nach überlegenem Spiel in letzter Minute. In der Rückrunde gab es nur zwei Niederlagen, bis erneut die Fortuna den Meppener Siegeszug mit einem 4:2 stoppte und damit dem SVM den Aufstieg in die Bundesliga „vermasselte“. Niemand konnte ahnen, dass trotz dieser Niederlage ein Sieg im nächsten Auswärtsspiel in Chemnitz noch gereicht hätte, aufgrund des besseren Torverhältnisses als Dritter aufzusteigen – die Lizenz des DFB wäre kein Problem gewesen.

29 Tore erzielten in dieser Serie Rauffmann und Sievers. Rauffmann gelang der Sprung in die Bundesliga zu Eintracht Frankfurt; für Sievers war es mit 14 Toren ein tolles Jahr, was sich nicht annähernd wiederholen sollte.