Promiduell: Kerber besiegt Lisicki Gerry Weber Open: Lokalmatador fordert Federer heraus

Von Ina Wemhöner | 12.06.2016, 22:27 Uhr

Roger Federers Mission Titelverteidigung bei den 24. Gerry Weber Open beginnt gegen einen deutschen Rivalen – und zwar gegen einen Lokalmatador: Bei der Auslosung des Rasenturniers in Halle wurde dem achtmaligen Schweizer Champion der Warsteiner Jan-Lennard Struff zugelost.

 Im vorigen Jahr hatte Federer seinen Pokallauf gegen Philipp Kohlschreiber begonnen, damals hatte der 34-Jährige in der Auftaktrunde zwei Matchbälle seines deutschen Freundes abwehren müssen. Der 26-jährige Struff, einer der Leistungsträger beim Bundesligisten TC Blau-Weiß Halle, hatte von Turnierdirektor Ralf Weber eine Wild Card erhalten. Struff wird derzeit auf Position 89 der Weltrangliste geführt.

Als Erstrunden-Kracher gilt das Duell am Montag zwischen Belgiens Wirbelwind David Goffin (ATP 11) und Nachwuchsstar Borna Coric (ATP 48). „Dieses Spiel steht symbolisch für den Mix in unserem Teilnehmerfeld“, sagte Turnierdirektor Ralf Weber bei der Auslosung am Eröffnungssamstag.

Japans Superstar Kei Nishikori, Nummer sechs der ATP-Weltrangliste, bekommt es am Montag in der ersten Runde mit dem französischen Nachwuchsmann Lucas Pouille (ATP 29) zu tun.

Die große DTB-Nachwuchshoffnung Alexander Zverev (ATP 38) spielt in seiner Startpartie gegen den Serben Viktor Troicki (ATP 21), der sich zuletzt bei den French Open bis ins Achtelfinale vorgekämpft hatte. Zuletzt hat Zverev ein paar Tage Turnierpause gehabt. Nach den French Open trainierte er in England, musste dann wegen einer kleineren Fußverletzung auf den Start im niederländischen s’-Hertogenbosch verzichten. Der 19-Jährige ist einer der größten Aufsteiger der Saison 2016. Er schaut jedoch im Moment „gar nicht auf Punkte oder Weltranglisten-Plätze, sondern darauf, einfach besser zu werden“, so Zverev. In der vollgepackten Saison haben auch die Olympischen Spiele große Bedeutung für ihn, auch wenn er nicht die Vorstellung hat, schon um die Medaillen mitspielen zu können.

Deutschlands Nummer eins, Philipp Kohlschreiber (ATP 26), vermied dank seines achten Platzes in der Setzliste eine ähnlich gigantische Auftakthürde wie 2015, er trifft in Runde eins am Dienstag auf den Spanier Marcel Granollers (ATP 45). Dustin Brown hingegen misst im Auftaktduell seine Kräfte mit dem Spanier Albert Ramos-Vinolas (ATP 32), während Florian Mayer auf den US-Amerikaner Brian Baker trifft.

Dominic Thiem (ATP 7) spielt zunächst gegen den Portugiesen Joao Sousa (ATP 30). Das 17-jährige US-Talent Taylor Fritz (ATP 65), der von Turnierdirektor Weber eine Wild-Card bekam, trifft am Montag auf den japanischen Qualifikanten Yuichi Sugita.

Prominentes Doppel

Die Gerry Weber Open starteten auch mit einer besonderen Begegnung bei der Champions Trophy: Erneut traf Angelique Kerber auf Sabine Lisicki. Hatte die Wimbledonfinalistin von einst im Vorjahr das Mixedduell auf Rasen gewonnen, drehte die Australian-Open-Siegerin von diesem Jahr nun den Spieß um. An der Seite von Nicolas Kiefer siegte Kerber gegen Lisicki und Michael Stich mit 6:2, 3:6, 10:4. „Ich spiele einfach gern bei diesem Showevent“, sagte Kerber. Mit einem Ballwechsel gewannen Sabine Lisicki und Michael Stich gleich zwei Punkte. Kerber und Lisicki hatten sich offenbar zu einem Grundlinienduell verabredet. Während sie sich Vorhand- und Rückhandbälle um die Ohren pfefferten, wurde den Herren am Netz offenbar langweilig. Nicolas Kiefer holte einen zweiten Ball aus der Tasche und begann einfach ein Volleyduell mit Michael Stich am Netz. Die vier Akteure verfügten über viel Konzentration, sie hielten das Überkreuztennis mit zwei Bällen eine ganze Weile fehlerfrei durch.

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