Noch vier Tage bis zur Auslosung Die fünf größten Spiele der Fußball-Europameisterschaft

Von Kim Patrick von Harling | 08.12.2015, 11:15 Uhr

Die Auslosung zur Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich steht vor der Tür. Grund genug, um auf die größten Spiele der Turnier-Geschichte zurückzublicken. Welches Team drehte innerhalb einer Viertelstunde einen 0:2-Rückstand? Welche Mannschaft verschoss zwei Elfmeter in der regulären Spielzeit und schied aus? Die fünf größten Spiele der EM-Geschichte.

 Jugoslawien – Spanien 3:4, EM 2000 in Belgien und den Niederlanden: Spanien benötigte einen Sieg, und dieser schien in ganz weite Ferne gerückt zu sein als Jugoslawien bis zur 90. Minuten mit 3:2 führte – das Aus in der Gruppen-Phase schien besiegelt. Dann ertönte ein Pfiff: Elfmeter für Spanien. Gaizka Mendieta verwandelte den Strafstoß zum 3:3. Drei Minuten später nahm sich Alfonso Pérez ein Herz und hämmerte Volley den Ball in das Tor – 4:3, die Aufholjagd wurde belohnt. Im Viertelfinale unterlagen die Spanier dem späteren Europameister Frankreich mit 1:2.

 Frankreich – Jugoslawien 4:5, EM 1960 in Frankreich: Der Gastgeber war wohl schon mit seinen Gedanken im Finale, als Francois Heutte in der 62. Minute die Führung auf 4:2 hochschraubte. Doch ab der 75. Minute wurde es turbulent, den Jugoslawen gelangen drei Tore in drei Minuten. Tomislav Knez (75.) und zwei Mal Drazen Jerkovic (77., 78.) trafen und beförderten die Franzosen aus dem Turnier. Es ist bis heute das torreichste Spiel der EM-Geschichte. Das Finale verlor Jugoslawien jedoch gegen die UdSSR mit 1:2 nach Verlängerung.

 Italien – Niederlande 3:1 nach Elfmeterschießen, EM 2000 in den Niederlanden und Belgien: Die beliebte Bezeichnung "ein 0:0 der besseren Art" wäre angesichts der Ereignisse im Halbfinale im hohen Maße untertrieben gewesen. Nach nur 34. Minuten sah Italiens Gianluca Zambrotta die Gelb-Rote Karte, alles sprach für die Niederlande. Oranje wurden sogar zwei Elfmeter zugesprochen. Doch der Kapitän Frank de Boer (39.) und Patrick Kluivert (62.) scheiterten vom Punkt. 120 Minuten lang sahen die Zuschauer in der Amsterdam Arena keine Tore. Im Elfmeterschießen trafen Luigi di Biagio, Gianluca Pessotto und Francesco Totti für Italien, für die Niederlande war lediglich Kluivert erfolgreich. Francesco Toldo hielt den entscheidenden Versuch von Paul Bosvelt. Das Finale verlor Italien jedoch gegen Frankreich mit 1:2 nach Verlängerung.

 Türkei – Tschechien 3:2, EM 2008 in Österreich und der Schweiz: Die Türken lieferten eine historische Aufholjagd. Die Tschechen sahen bereits wie der sichere Sieger und somit wie der Viertelfinal-Teilnehmer aus – mit 2:0 führten sie. Doch Arda Turan leutete in der 75. Minute die Aufholjagd ein. Letztlich war Nihat der türkische Held des Tages, als er innerhalb von nur zwei Minuten (87., 89.) seine Mannschaft zum 3:2-Erfolg führte. Im Halbfinale war gegen Deutschland Schluss – 2:3.

 Deutschland – England 6:5 nach Elfmeterschießen, EM 1996 in England. Alan Shearer brachte die Gastgeber bereits nach drei Minuten in Führung, das altehrwürdige Wembley Stadion bebte – allerdings nur für 13 Minuten. Dann glich Stefan Kuntz aus. Weitere Tore fielen nicht, in der Verlängerung traf Darren Anderton nur den Pfosten, Paul Gascoigne verpasste eine Flanke hauchdünn. Das Elfmeterschießen musste entscheiden. Alle Schützen trafen – alle, bis auf Gareth Southgate. Als anschließend Andreas Möller seinen Versuch verwandelte, feierten nur noch die deutschen Anhänger. Auch im Finale, dort siegte Deutschland gegen Tschechien nach dem Golden Goal von Oliver Bierhoff mit 2:1 nach Verlängerung.