Noch drei Tage bis zur Auslosung Die fünf größten Sensationen der Fußball-Europameisterschaft

Von Kim Patrick von Harling | 09.12.2015, 09:20 Uhr

Die Auslosung zur Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich steht vor der Tür. Grund genug, um auf die größten Spiele der Turnier-Geschichte zurückzublicken. Welche Mannschaft war vor ihrem Titelgewinn eigentlich schon im Urlaub? Welches Team wurde mit einem Minimalaufwand Europameister? Die fünf größten Sensationen der Fußball-Europameisterschaft.

 Dänemark 1992: Nein, die Europameisterschaft in Schweden hatten die Dänen nicht mehr auf dem Zettel. Sie waren bereits in der Qualifikation ausgeschieden. Da jedoch Jugoslawien zehn Tage vor dem Beginn aufgrund des Balkankonflikts aus dem Turnier genommen wurde, rückten die Skandinavier nach – die meisten Spieler wurden aus dem Urlaub gerissen. Dänemark setzte sich überraschend in der starken Gruppe gegen Frankreich und England hinter Schweden als Zweiter durch. Im Halbfinale eliminierten die Dänen die Niederlande nach Elfmeterschießen und gewannen gegen Deutschland mit 2:0 im Finale. Die Sensation war perfekt und die "Ferienbomber" waren Europameister.

 Griechenland 2004: Portugal wollte im eigenen Land Europameister werden. Was gibt es auch Schöneres? Und fast hätten es Figo und Co. auch geschafft, wären da nicht die von Otto Rehhagel aufmüpfigen Griechen. Der krasse Außenseiter des Turniers bezwang den Gastgeber bereits in der Gruppenphase mit 2:1 – das erste Ausrufezeichen. In der K.o.-Runde gewann Griechenland jeweils mit 1:0 gegen Frankreich und Tschechien – und im Finale auch gegen Portugal. Mit gerade einmal vier erzielten Toren feierte das Land seine Nationalmannschaft und Otto "Rehacles".

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 Tschechien 1996: Für den ganz großen Wurf langte es nicht, aber die Finalteilnahme Tschechiens war dennoch beeindruckend. Wohl niemand hatte die Mannschaft von Trainer Dusan Uhrin auf dem Zettel. Eher mit unbekannten Spielern erreichten sie hinter Deutschland und vor Italien und Russland das Viertelfinale. Auch Portugal und Frankreich wurden in den K.o.-Duellen ausgeschaltet. Im Finale gab es dann ein Wiedersehen mit Deutschland. Nach einem 0:2 in der Gruppenphase unterlagen die Tschechen erst durch das Golden Goal von Oliver Bierhoff mit 1:2.

 Türkei 2008: Die Türken gingen als die Last-Minute-Sieger in die EM-Geschichte ein. Nachdem sie das erste Gruppenspiel gegen Portugal verloren hatten (0:2), stand die Mannschaft mit dem Rücken zur Wand. Gegen die Schweiz erzielte Arda Turan erst in der 90. Minute den wichtigen 2:1-Siegtreffer, im Duell mit Tschechien gelang Nihat innerhalb von zwei Minuten ein Doppelpack zum 3:2 – in der 87. und 89. Minute. Nicht weniger spannend machten es die Türken im Viertelfinale gegen Kroatien. Nachdem sie erst in der 119. Minute in der Verlängerung in Rückstand gerieten, schien das Aus sicher. Doch wieder einmal schlug das Team zurück, Sentürk glich aus und im Elfmeterschießen gewannen die Türken mit 4:2. Auch gegen Deutschland glich Sentürk erst in der 86. Minute aus, doch Philipp Lahm traf in der 90. Minute zum 3:2.

 Russland 2008: Auch die Russen erreichten das Halbfinale. Dabei überzeugten sie weniger durch Tore in den letzten Minuten, sondern schalteten Favoriten wie den damaligen amtierenden Europameister Griechenland noch in der Gruppenphase aus. Auch im Viertelfinale sprach eigentlich nicht viel Russland gegen die Niederlande, doch mit dem holländischen Trainer Guus Hiddink siegte die Mannschaft in der Verlängerung mit 3:1. Für die ganz große Überraschung reichte es nicht, gegen Spanien war dann Schluss (0:3).