Newsticker zur Fußball-WM 2014 Brasilianer hoffen auf Luiz Felipe Scolari

07.07.2014, 09:02 Uhr

red/dpa Osnabrück. Die Brasilianer hoffen auf Luiz Felipe Scolari. Er soll der Nation endlich wieder einen WM-Titel bescheren. Das ist ihm schon einmal gelungen. Weitere Nachrichten zur Fußball-WM in unserem Newsticker.

23 Uhr: Im Zusammenhang mit dem illegalen Verkauf von WM-Tickets in großem Stil hat die Polizei in Rio de Janeiro einen Topmanager des FIFA-Vertragspartners Match Services festgenommen. Nach übereinstimmenden Medienberichten soll es sich dabei um Raymond Whelan handeln. Er wurde am Montag im Luxushotel Copacabana Palace festgenommen, wo FIFA-Topfunktionäre, darunter auch FIFA-Chef Joseph Blatter, untergebracht sind. Im Whelans Zimmer seien rund 100 WM- Tickets gefunden worden. Match Services arbeitet im Auftrag der FIFA. Der Vertrag mit dem Weltverband läuft aber Ende 2014 zunächst aus.

21.28 Uhr: Luiz Felipe Scolari trägt seit eineinhalb Jahren standhaft und humorvoll die enormen Erwartungen Brasiliens für die Fußball-WM. «Wer war der letzte Trainer, der mit Brasilien die Weltmeisterschaft gewonnen hat? Ich. Wenn ich die WM diesmal nicht gewinne, dann werde das noch immer ich sein», scherzte der Nationaltrainer mal mit Blick auf seinen Triumph 2002 mit der Seleção. Jetzt hat der 65-Jährige, den alle nur «Felipão» («Großer Felipe»), nennen, seine Mannschaft schon bis ins Halbfinale gebracht. Mit einem Sieg im Endspiel am 13. Juli würde Scolari Fußball-Geschichte schreiben: Zweimal Weltmeister als Chefcoach war bisher nur der Italiener Vittorio Pozzo 1934 und 1938. 200 Millionen Brasilianer hoffen, dass er Deutschland aus dem Turnier wirft und ihnen dann im legendären Maracanã die größte Fußball-Party der Geschichte beschert.

20.37 Uhr: Nach der Rückkehr von der Fußball-WM ist Belgiens Nationalmannschaft von König Philippe und Königin Mathilde in Brüssel empfangen worden. Das Paar posierte am Montag mit den «Roten Teufeln» für ein Gruppenfoto. Zahlreiche Fans waren zum Königspalast in der Innenstadt gekommen, um die im Viertelfinale gegen Argentinien gescheiterten Fußballer zu feiern, berichtete die Nachrichtenagentur Belga. Die Spiele der Nationalmannschaft hatten in Belgien für eine ungewöhnliche Begeisterung in der Bevölkerung gesorgt.

19.46 Uhr: Die niederländische Fußball-Nationalmannschaft um Arjen Robben warnt beim WM-Halbfinale gegen Argentinien vor einer zu starken Fokussierung auf Superstar Lionel Messi. „Sie haben zwar einen gewaltigen Spieler, aber das bedeutet nicht, dass sich alles nur um Messi dreht“, sagte der Bayern-Profi vor der Partie am Mittwoch (22.00 Uhr MESZ) in São Paulo auf der Internetseite des Verbandes.

Deutsche Nationalmannschaft hat Quartier bezogen

19.33 Uhr: Die deutsche WM-Auswahl hat am Tag vor dem Halbfinal-Duell gegen Brasilien ihr Quartier in Belo Horizonte bezogen. Zahlreiche Einheimische empfingen das Team von Bundestrainer Joachim Löw am Montag vor dem Hotel mit ein paar Deutschland-Fahnen freundlich, einige trugen auch DFB-Trikots. Nur wenige deutsche Anhänger waren zu sehen. „Meine Vorfreude ist wahnsinnig groß, so geht es allen bei der deutschen Nationalmannschaft, und ich glaube, so geht es allen Deutschen“, erklärte Löw. Am Abend (Ortszeit) steht im vom Hotel rund 20 Kilometer entfernten Estádio Mineirao noch eine letzte Trainingseinheit an, ehe der Fokus mehr denn je auf das Spiel gegen die von einer ganzen Nation angefeuerte Seleção gerichtet wird.

Juan Zúñiga bekommt keine nachträgliche Strafe nach Foul an Neymar

18.54 Uhr: Kolumbiens Fußball-Nationalspieler Juan Zúñiga muss nach seinem viel diskutierten Foul an Brasiliens Superstar Neymar keine Strafe durch die FIFA befürchten. Die Disziplinarkommission des Weltverbandes wies am Montag einen Antrag auf eine Bestrafung Zúñigas durch den brasilianischen Verband zurück. Auch durch Artikel 77 des FIFA-Reglements, der eine nachträgliche Bestrafung in besonderen Fällen ermöglicht, sei keine Grundlage für eine Sanktionierung gegeben, hieß es dazu in einem FIFA-Statement am Montag.

Weiter Diskussion um Tim Krul

18.51 Uhr: Die Diskussion um das Verhalten von Tim Krul geht weiter. Während Andreas Brehme sowie die früheren Oranje-Keeper Jan Jongbloed und Hans van Breukelen das provokante Verhalten des Elfmetertöters verteidigten, nahm Jean-Marie Pfaff den extra für das Shootout eingewechselten Zerberus verbal aufs Korn. „Es war klasse, ohne Frage, dass er zwei Bälle gehalten hat. Doch sein Verhalten hat mich wütend gemacht. Es war skandalös“, rügte der frühere Torhüter der belgischen Nationalelf und des FC Bayern München in einem Interview der Tageszeitung „Die Welt“ (Dienstag).

18.32 Uhr: Ein Bar-Streit während des WM-Viertelfinalspiels zwischen Brasilien und Kolumbien hat in Kenia zwei Todesopfer gefordert. Zwei junge Männer gerieten nach dem ersten Treffer der Brasilianer in Streit. Folge: Einer der beiden wurde erstochen, berichtete der Barbesitzer in der Stadt Awondo. Ein wütender Mob lynchte anschließend den mutmaßlichen Täter, der ebenfalls starb.

18.30 Uhr: Zeit für kuriose Nachrichten von der WM: Der Elfmeter, der den Niederlanden den Achtelfinalsieg über ihr Team bescherte, lässt die Mexikaner nicht los. Mit „Es war kein Elfer“ haben etliche Wähler am Sonntag bei Regionalwahlen in den Bundesstaaten Nayarit und Coahuila ihre Stimmzettel ungültig gemacht. Beim Stand von 1:1 gab Referee Proença am 29. Juni Elfmeter – nach Schwalbe von Arjen Robben. Der Ausspruch „No fue penal“ („Es war kein Elfer“) ist seitdem zum geflügelten Wort in Mexiko geworden. Selbst Staatschef Enrique Peña Nieto verwendete ihn jüngst in einer Rede.

Brasilien ohne Thiago Silva im Halbfinale

18.26 Uhr: Deutschlands WM-Halbfinalgegner Brasilien muss am Dienstag ohne seinen Kapitän Thiago Silva auskommen. Der Einspruch des brasilianischen Fußballverbandes (CBF) gegen die Gelb-Sperre des Verteidigers wurde von der Disziplinarkommission der FIFA am Montag nicht zugelassen. Thiago Silva hatte im Viertelfinale gegen Kolumbien seine zweite Verwarnung im Turnier erhalten. Dagegen hatte die CBF Einspruch einlegen wollen - unter Berufung auf Artikel 37 im FIFA-Reglement, der eine Annullierung von Gelben Karten bei besonderen Vorfällen erlaubt. Nach Ansicht der FIFA-Richter lag ein solcher nicht vor, weshalb der Einspruch zurückgewiesen wurde.

18.10 Uhr: Zum WM-Halbfinalspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Brasilien bekommen Tausende Beschäftigte der deutschen Autohersteller am Dienstagabend fußballfrei. So stehen in der weltgrößten Autofabrik, dem Volkswagen-Werk in Wolfsburg, während der Übertragung im Fernsehen die Bänder still. Die Spätschicht endet bereits eine Stunde vor dem Anpfiff (22 Uhr), teilte ein Betriebsratssprecher am Montag mit. Die folgende Nachtschicht beginnt erst eine Stunde nach dem Ende der Partie – selbst wenn es Verlängerung oder Elfmeterschießen geben sollte. Wahrscheinlich sollen solche Regelungen auch für andere VW-Standorte getroffen werden. Ähnlich macht es auch die VW-Tochter Audi: In den beiden Werken in Ingolstadt und Neckarsulm soll jeweils die Spätschicht früher enden und die Nachtschicht später beginnen. Auch Beschäftigte von einigen Daimler-Standorten können bei dem Spiel mitfiebern. So wird die Spätschicht an den Lkw-Standorten in Mannheim und Wörth sowie in Gaggenau früher beendet, sagte eine Sprecherin. Die Nachtschicht beginne entsprechend nach Spielende. Jedes Werk entscheide das allerdings für sich. In der Pkw-Produktion in Untertürkheim und Rastatt seien wegen der aktuellen Produktionslage keine Unterbrechungen geplant. Bei BMW sind in den Werken Regensburg, Berlin und Landshut verkürzte Spätschichten sowie in Landshut zusätzlich ein späterer Nachtschicht-Beginn geplant. In München, Leipzig und Dingolfing versuche man, den Mitarbeitern unbürokratisch zu ermöglichen, dass sie beispielsweise Schichten tauschen, sagte ein BMW-Sprecher.

Alfredo Di Stéfano gestorben

17.36 Uhr: Die argentinisch-spanische Fußball-Legende Alfredo Di Stéfano ist am Montag im Alter von 88 Jahren gestorben. Das meldete die spanische staatliche Nachrichtenagentur EFE unter Berufung auf Familienkreise.

17.29 Uhr: Fußballfans in Niedersachsen sollten beim Public Viewing zum Halbfinale der Fußballweltmeisterschaft an den Regenschirm denken. Es sei mit Regen zu rechnen, die Wahrscheinlichkeit dafür liege bei 70 Prozent, sagte Wolfgang Seifert, Meteorologe am Seewetteramt in Hamburg, vor der Begegnung zwischen Deutschland und Brasilien. Die Veranstalter der Fanfeste am Dienstag rechnen dennoch mit vielen Tausend Besuchern.

17.21 Uhr: Auch die früheren niederländischen Nationaltorhüter Jan Jongbloed und Hans van Breukelen haben Keeper Tim Krul wegen der Beeinflussung des Gegners beim WM-Elfmeterschießen gegen Costa Rica in Schutz genommen. „Der Wirbel der ausländischen Medien um eine Einschüchterung macht keinen Sinn“, kritisierte der zweimalige Vizeweltmeister Jongbloed. „Es sind alles Profis, das gehört dazu. Krul wollte den Spielern nur die Konzentration nehmen, aber der Gegner fühlt sich davon nicht eingeschüchtert. Man muss alles tun, um zu gewinnen.“

17.05 Uhr: Beim Halbfinalisten Argentinien muss Trainer Alejandro Sabella gegen die Niederlande wie befürchtet Ángel di María ersetzen. Der offensive Mittelfeldakteur hatte gegen Belgien eine Muskelverletzung erlitten und wird nun nicht rechtzeitig fit. Dagegen ist Offensivkollege Sergio Agüero nach seiner Oberschenkelblessur wieder einsatzbereit.

17.01 Uhr: Für den deutschen Schiedsrichter Felix Brych ist die WM beendet. Die FIFA teilte am Montag mit, dass der Münchner in Brasilien nicht mehr zum Einsatz kommt. Der Grund für das WM-Aus sind nicht die Leistungen des 38-Jährigen bei seinen zwei Vorrunden-Einsätzen, sondern der Halbfinal-Einzug der deutschen Nationalmannschaft. Wie für Brych ist das Turnier auch für den Niederländer Björn Kuipers und Nestor Pitana aus Argentinien beendet, deren Heimatländer auch im Halbfinale stehen. Der Brasilianer Sandro Ricci darf hingegen noch bleiben.

Brasiliens Mannschaft will für Neymar gewinnen

16.55 Uhr: Im Namen von Neymar! Nach dem Ausfall ihres Superstars will die Seleção alle Energien bündeln und mit einer Trotzreaktion im Halbfinal-Kracher von Belo Horizonte Deutschland aus dem Weg räumen. Die Fußball-Welt und 200 Millionen Brasilianer werden an diesem Dienstag im Estádio Mineirão vor allem den verletzten Stürmer suchen, dessen Anwesenheit noch offen ist. «Unsere Nummer 10 wird mit uns sein, wenn er kann auf der Bank oder auf der Tribüne», sagte Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari hoffnungsvoll und versuchte sein Team auf den nationalen Großauftrag einzuschwören. Jetzt erst recht, ist seine Botschaft.

FIFA: Kein Geheimplan für Verteilung von Gelben Karten

16.52 Uhr: Mit klaren Worten hat die FIFA einen Medienbericht über einen angeblichen Geheimplan zurückgewiesen, wonach die WM-Schiedsrichter angewiesen worden sein sollen, wenig Gelbe Karten zu verteilen. „Nur die Idee, dass es einen Geheimplan geben könnte, ist absurd. Man muss nur den gesunden Menschenverstand walten lassen und sich fragen, was das bringen soll“, sagte der Mediendirektor des Fußball-Weltverbandes, Walter de Gregorio, am Montag. Die „Bild“-Zeitung hatte berichtet, dass es die Anweisung von Schiri-Boss Massimo Busacca gebe und diese indirekt für die schwere Verletzung von Brasiliens Superstar Neymar verantwortlich gemacht.

16.35 Uhr: Die niederländische Nationalmannschaft beklagt sich über die FIFA wegen eines Hotelumzugs beim möglichen Finaleinzug bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien. Die FIFA wies die Kritik am Montag zurück. „Der Verband konnte entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, das Team Base Camp zu verlassen“, erklärte Sprecherin Delia Fischer. Die Niederländer hätten ihr ursprüngliches Hotel nur bis zum 7. Juli gebucht. „Ein Hotel muss anschließend offen sein für andere Gäste.“

Tief „Michaela“ könnte deutsche Public Viewings verregnen

15.18 Uhr: Wenn am morgigen Dienstag die deutsche Nationalmannschaft gegen Brasilien spielt, könnte es für viele deutsche Fans beim Public Viewing kalt werden. Das Tief „Michaela“ sorgt in den nächsten Tagen für einige Wetterkapriolen“, sagte Meteorologe Simon Trippler vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Schuld daran sind unterschiedliche Luftmassen, die genau über Deutschland zusammentreffen. Besonders nordöstlich der Elbe könnten Fußballfans beim Public Viewing nass werden; auch Gewitter, Sturmböen und Hagel seien möglich. Wie das Wetter in Ihrer Region wird, erfahren Sie hier.

15.11 Uhr: Ein paar Impressionen von der Abreise der deutschen Nationalmannschaft nach Belo Horizonte bietet der offizielle Twitteraccount vom DFB.

Joachim Löw hat gutes Gefühl für Halbfinale

14.40 Uhr: Joachim Löw geht mit einem „sehr guten“ Bauchgefühl in das große WM-Halbfinale gegen Brasilien. „Wir haben schon Mittel und Wege und Qualitäten, die Brasilianer nach Hause zu schicken. Unsere Mannschaft hat keine Angst“, sagte der Bundestrainer am Montag in einem Interview im Verbandskanal DFB-TV. Man könne sich „eigentlich nichts Schöneres wünschen“ als das Duell mit Brasilien am Dienstag in Belo Horizonte: „Vielleicht noch das Finale dann zu gewinnen.“ Für die Spieler kämen nun die absoluten Highlightspiele der Karriere: „Ein Halbfinale oder Finale ist von gar nichts anderem zu toppen, das ist das Allergrößte. Da wird Geschichte geschrieben.“

14.33 Uhr: Heute in unserer Medienschau: Die „Wunderheilung“ von Neymar und Brasiliens Voodoo-Zauber.

Andreas Brehme verteidigt „Elfmetertöter“ Tim Krul

14.02 Uhr: Andreas Brehme hat „Elfmetertöter“ Tim Krul verteidigt und sein Unverständnis über den Fußball-Weltverband geäußert, der Ermittlungen gegen den Keeper der Niederlande erwägt. „Die FIFA soll sich mal Gedanken um andere Sachen machen. Tim Krul hat niemandem wehgetan. Inzwischen wird ja über jedes noch so kleine Foul diskutiert. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht bald Mädchenmannschaften auf dem Platz stehen haben“, sagte der Ex-Nationalspieler am Montag in einem Interview dem Nachrichtenportal web.de. Auch in der Bundesliga sei es durchaus üblich, dass ein Torwart versuche, einen Elfmeterschützen zu beeinflussen. Dies hatte der extra eingewechselte Krul am Samstag im Viertelfinale gegen Costa Rica (4:3 für die Niederlande) getan und zwei Schüsse pariert. „Bei so einem großen Spiel, in dem es um das Halbfinale einer WM geht, da gibt es keine Freundschaften und keine Fairness mehr. Da denkt jeder nur noch an sich. Und wenn du als Torwart zwei Elfmeter hältst, dann hast du alles richtig gemacht“, betonte Brehme, der die DFB-Auswahl im Endspiel 1990 per Elfmeter zum Gewinn des WM-Titels geschossen hatte.

13.21 Uhr: Argentiniens Weltmeister-Trainer von 1986, Carlos Bilardo, hat Lionel Messi als „Phänomen“ bezeichnet. „Ich schaue seit vielen Jahren Fußball, schaue mir an, wie sich die Spieler bewegen“, sagte der 75-Jährige dem argentinischen Sender TyC vor dem WM-Halbfinale an diesem Mittwoch (22 Uhr MESZ/ARD) in São Paulo gegen die Niederlande. „Aber wenn er den Ball hat, weißt du nicht, wohin es geht“, sagte Bilardo, der bei der WM in Brasilien zur Delegation der Argentinier gehört. Der erfahrene Coach zeigte sich über die Entwicklung und die Auftritte der Mannschaft um Kapitän Messi bei der WM sehr zufrieden. „Als wir hierhin gekommen sind, wusste jeder, was unsere Stärken und was unsere Schwächen sind.“ Als Problemzone Nummer eins galt vor allem die Abwehr. Die Defensive sei gefestigt, stellte Bilardo nach fünf WM-Siegen und 8:3 Toren fest. „Und wir haben diesen Jungen, der dich kocht, wenn du ihn alleine lässt“, kommentierte Bilardo die Unberechenbarkeit und Gefahr, die von Messi ausgeht. Der 27-Jährige erzielte bislang die Hälfte der argentinischen WM-Tore in Brasilien und bereitete den 1:0-Siegtreffer im Achtelfinale gegen die Schweiz vor. 12.05 Uhr: Toni Kroos will die Öffentlichkeit in rund einer Woche über seine Zukunftsplanungen informieren. „Es gibt eine Entscheidung, mehr kann ich nicht sagen“, kommentierte der wechselwillige Noch-Mittelfeldprofi des FC Bayern in einem Interview der Münchner „tz“ mit Blick auf seinen Arbeitgeber in der kommenden Saison. Allerdings schränkte der 24 Jahre alte Nationalspieler ein: „Solange nichts perfekt ist, gibt es nichts zu reden. Die WM geht noch eine Woche, dann werden wir schlauer sein.“ Kroos, der sich spanischen Medienberichten zufolge bereits mit Real Madrid über einen Wechsel einig sein soll, betonte: „Ich möchte erst diese WM spielen, und wenn sie vorbei ist, wird es eine Entscheidung geben.“ Theoretisch gebe es auch die Möglichkeit einer Entscheidung, beim deutschen Fußball-Primus in München zu bleiben, sagte er. 11.55 Uhr: Deutschlands größte Fanmeile ist bereit für eine mögliche Weltmeisterparty der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. „Sollte der DFB es wünschen, öffnen wir zwei Tage länger“, sagte eine Sprecherin des Veranstalters der Berliner Fanmeile am Montag. Dann könne die Nationalmannschaft sich dort am Dienstag nächster Woche den Fans präsentieren. Gespräche habe es dazu bisher aber nicht gegeben, sagte sie. „Aber der DFB weiß, dass wir das gerne sehen würden.“ Sie gehe davon aus, dass die Mannschaft nur als Titelgewinner kommen würde.

Duell zwischen Arjen Robben und Lionel Messi

11.10 Uhr: Etwas Statistik: Das WM-Halbfinale zwischen den Niederlanden und Argentinien am Mittwoch in São Paulo wird auch zum Duell der Top-Angreifer Arjen Robben und Lionel Messi. Wer ist besser im Datenvergleich? Die Zahlen weisen auf ein unterschiedliches Spielverständnis hin: Robben ist deutlich mehr unterwegs, Messi häufiger ins Spiel eingebunden. Robben ist 30 Jahre alt, Messi 27. Robben hat 80 Länderspiele absolviert und 26 Tore erzielt. Messi spielte 91 Mal im argentinischen Trikot und traf 42 Mal. Bei der derzeitigen WM standen beide bisher fünf Mal auf dem Platz, Robben spielte 480 Minuten, Messi 453. Roben erzielte in der Zeit drei Tore, Messi vier. Beide gaben jeweils eine Torvorlage und jeweils 17 Torschüsse ab. Die bisher gemessene Top-Geschwindigkeit betrug bei Arjen Robben 31,6 Km/h, bei Lionel Messi 29,6. Robben legte insgesamt 55,4 Kilometer zurück, Messi 41,4.

10.40 Uhr: Vor dem Halbfinal- Showdown mit Argentiniens Superstar geben sich Niederlandes WM-Überflieger ganz entspannt – und verweisen lieber auf ihren eigenen Angreifer von Weltformat. „Messi stoppen?“, fragte Co-Trainer Patrick Kluivert rhetorisch. „Auch wir haben Spieler, die eine Partie mit nur einer Aktion entscheiden können. Wie wollen sie Robben aufhalten?“ Nicht nur Lionel Messi, sondern auch Bayerns schier unermüdlicher Flügelsprinter Arjen Robben will im direkten Duell die Krönung seiner Karriere – und die nächste WM-Enttäuschung ohne den ersehnten Titel um jeden Preis verhindern. Selbst kurz vor der Abreise nach São Paulo zum brisanten Semifinale am Mittwoch war die äußere Gelassenheit beim 30-Jährigen noch nicht gewichen. Ein paar Fan-Fotos mit Rios Christus-Statue als Kulisse im Hintergrund, ein Plausch mit dem Pressesprecher – „wir müssen jetzt schlafen, essen und regenerieren, damit wir am Mittwoch wieder fit sind“, verkündete Robben den Masterplan nach einem Monat kräftezehrender WM-Strapazen.

Marco Rodríguez im Einsatz beim Spiel Deutschland gegen Brasilien

10.00 Uhr: Die bislang wichtigste Szene seiner Laufbahn als Schiedsrichter hat Marco Rodríguez verpasst. Der Referee aus Mexiko übersah die Beißattacke von Luis Suãrez im WM-Spiel zwischen Uruguay und Italien. Dennoch wurde er – durchaus überraschend – zum Unparteiischen des brisanten Halbfinales der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Gastgeber Brasilien am Dienstag in Belo Horizonte benannt. Die FIFA schätzte die große Erfahrung des 40-Jährigen offenbar höher ein als seinen Fauxpas im Gruppenspiel in Natal. Die Augen der Fußball-Welt werden auf Rodríguez gerichtet sein, wenn er nach den Debatten um vermeintliche Vor- oder Benachteiligung Brasiliens duch seine Schiedsrichter-Kollegen das brisante Semifinale leitet. Für Rodriguez ist es der dritte Einsatz bei dieser WM und der siebte insgesamt. Nur vier Schiedsrichter pfiffen mehr Partien seit der WM-Premiere 1930.

9.35 Uhr: Rückkehr des Chefs: Zu Beginn der WM war Bastian Schweinsteiger abgetaucht, für Bundestrainer Jogi Löw war er wegen seines Formtiefs nur zweite Wahl – zumindest, was die Startaufstellung betraf. Inzwischen ist Bastian Schweinsteiger zurück. Für die deutsche Mannschaft ist er wichtiger denn je. In diesem Sportler-Porträt begibt sich unser WM-Reporter Michael Jonas auf Spurensuche: Was macht den Fußballer Schweinsteiger so besonders?

8.50 Uhr: Mit großer Vorfreude bricht das deutsche Nationalteam heute zum WM-Halbfinale nach Belo Horizonte auf. „Auf diesem Kontinent gegen Brasilien zu spielen, ist etwas ganz Spannendes, etwas Herausragendes. So etwas erlebt man nicht alle Tage“, schwärmte Bundestrainer Joachim Löw vor dem WM-Kracher gegen den Gastgeber im ARD-Hörfunk. „Das Fußballspielen macht da noch mehr Spaß. Man genießt es, saugt es noch mehr auf und geht mit sehr viel Freude zu so einem Spiel“, sagte auch Bastian Schweinsteiger. Trainiert wird 24 Stunden vor dem Anpfiff der Begegnung mit der Seleção am Dienstag noch einmal im Estádio Mineirao, ehe der Countdown vor dem Halbfinal-Knaller so richtig startet. „Wir wollen natürlich gewinnen, das ist klar. Dazu braucht man Konzentration, die baut sich von Stunde zu Stunde auf“, erklärte Schweinsteiger.

8.20 Uhr: Ein Nachrichten-Clip des Senders RTL II erfreut sich derzeit starker Beliebtheit im Internet: Die RTL II News hatten am Freitagabend das deutsche WM-Aus gegen Frankreich verkündet. Auch danach lief so einiges schief während der Liveschalten. RTL II, dessen Nachrichtensendungen in der Regel Promi-News und PC-Spiele-Neuheiten verkünden, muss sich die Häme der Nutzer wohl oder übel gefallen lassen. Verbreitet hatte das Pannen-Video Medienjournalist Stefan Niggemeier. Er zitiert in seinem Blog einen RTL II-Pressesprecher, der erklärt: „Aufgrund technischer Probleme wenige Sekunden vor Sendungsbeginn konnten wir die RTL II News am Freitagabend nicht wie geplant live aus Berlin starten. Beim kurzfristigen Umschalten auf das Kölner Studio wurde bedauerlicherweise eine falsche Nachricht in den Sendungsablauf geladen und anmoderiert.“ (Das Pannen-Video sehen Sie am Ende des Artikels)

8.05 Uhr: Luiz Gustavo ist keiner, der sich so schnell aus der Ruhe bringen lässt – weder auf dem Platz noch abseits. Der Schlager gegen Deutschland? „Ich glaube, wenn du im Halbfinale bei der WM bist, ist das allein schon etwas Besonderes. Nicht wegen Deutschland oder wegen eines anderen Landes“, sagte der brasilianische Mittelfeldspieler und Profi des VfL Wolfsburg mit seiner typischen sonoren Stimme. Seine Gelbsperre hat der 26-Jährige gerade rechtzeitig abgesessen, um am Dienstag (22.00 MESZ) in Belo Horizonte dabei zu sein, wo er auf zahlreiche ehemalige Kollegen vom FC Bayern trifft. „Das wird sehr schwierig. Aber wir werden alles geben, damit unser Traum weitergeht“, sagte er. In der Seleção ist er bisher einer der besten WM-Akteure, für Trainer Luiz Felipe Scolari „einer meiner wichtigsten Spieler“.

Hotelumzug für die Niederländer bei Erreichen des Finales?

7.20 Uhr: Das mögliche Erreichen des Finals bei der Fußball-WM in Brasilien würde für die niederländische Nationalmannschaft einen Hotelumzug erfordern. Sollte Oranje in der Vorschlussrunde gegen Argentinien gewinnen und in das Endspiel am Sonntag in Rio de Janeiro einziehen, könnte man nicht in seine angestammte Unterkunft in der brasilianischen Metropole zurückkehren. Der Weltverband FIFA habe das Caesar Park Ipanema unter anderem für Sponsoren geblockt, sagte Verbands-Direktor Bert van Oostveen. „Ich denke, dass es nicht im Sinne des Fußballs ist, wenn Sportler weichen müssen“, klagte er. „Es ist schade, dass es so kommt. Die Spieler haben sich an das Hotel gewöhnt, sich sehr wohlgefühlt. Und dann müssen sie vor dem wichtigsten Spiel ihrer Laufbahn vielleicht umziehen.“

Comeback von Neymar dementiert

6.55 Uhr: Brasiliens Mannschaftsarzt José Luiz Runco hat Berichte von einem möglichen Comeback Neymars beim WM-Finale energisch zurückgewiesen. „Es gibt nicht die geringste Chance, dass Neymar das Spiel am 13. Juli bestreiten kann, falls Brasilien ins Finale kommt“, sagte der Mediziner am Sonntagabend in der TV-Sendung „Domingão do Faustão“. Nach Meldungen über eine mögliche Rückkehr von Neymar zum Weltmeisterschafts-Finale hatte WM-Gastgeber Brasilien angekündigt, den Fall vor die nationale Ärztekammer zu bringen. Das Internetportal globo.com hatte zuvor gemeldet, dass der 22-jährige Stürmerstar offenbar gemeinsam mit einem Ärzteteam seines Ex-Clubs FC Santos die Chancen für eine etwaige Rückkehr prüfe, sollte Brasilien am Dienstag im Halbfinale Deutschland bezwingen. Neymar hatte sich im Viertelfinalspiel gegen Kolumbien einen Lendenwirbel gebrochen.

 Den Newsticker vergangener Tage finden Sie hier. 

6.45 Uhr: Trainer Alejandro Sabella muss die argentinische Fußball-Nationalmannschaft in ihrem bislang wichtigsten Spiel seit fast einem Vierteljahrhundert auf einer wichtigen Position umbauen. Der Titel-Mitfavorit bei der Weltmeisterschaft in Brasilien tritt im WM-Halbfinale gegen die Niederlande wie befürchtet ohne Ángel di María im offensiven Mittelfeld an. „Die Mannschaft ist generell glücklich außer Ángel und das ist schade“, sagte Mittelfeldchef Javier Mascherano am Sonntag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im WM-Camp Cidade do Galo. Di María erlitt im Viertelfinale gegen Belgien eine Muskelverletzung ersten Grades.