„Krieg der Worte“ Battle of Britain: Bale stichelt weiter gegen England

Von Sportredaktion | 15.06.2016, 13:45 Uhr

Im verbalen Schlagabtausch vor dem „Battle of Britain“ legt Gareth Bale nach. Der walisische Superstar genießt die beleidigten Antworten auf seine Provokationen.

Mit der Aussage, Wales habe „mehr Leidenschaft und Stolz“ und England plustere sich auf, hatte Bale den „Krieg der Worte“ entfacht. „Ich habe nicht gesagt, dass sie keinen Stolz haben. Ich denke nur, wir haben mehr“, sagte der Superstar der Waliser zwei Tage vor dem EM-Duell der britischen Nachbarn am Donnerstag. „Das ist meine Meinung. Es ist mir egal, was sie sagen. Wir wissen, dass wir sie schlagen können.“

Die erneuten Provokationen von Gareth Bale und Englands Angst vor Fan-Krawallen heizen das brisante britische Bruder-Duell noch weiter an. Dünnhäutig reagierten die Männer um Wayne Rooney auf die Sticheleien der Waliser und offenbaren angesichts des dringend benötigten Siegs im EM-Hochsicherheitsspiel angegriffene Nerven.

Nachdem sich EnglandsTeammanager Roy Hodgson über „respektlose Kommentare“ von Bale mokiert hatte, lehnte sich der 100-Millionen-Mann im walisischen EM-Quartier genüsslich zurück und versuchte gar nicht erst, ein Grinsen zu verbergen. „Es ist schön, dass sie angebissen haben“, sagte der 26-Jährige auf einer Pressekonferenz und verriet, dass er die Three Lions gezielt aus der Reserve gelockt hatte. Auf die Frage, wie viele Engländer es in das Team der Waliser schaffen würden, antwortete er schmunzelnd: „Keiner.“

Bale und Co. hatten zum Auftakt 2:1 gegen die Slowakei gewonnen, England war trotz drückender Überlegenheit gegen Russland nicht über ein 1:1 hinausgekommen.

Duell am Donnerstag: „Es wird hitzig“

Es wird erwartet, dass Rooney wie bei seinem überraschend starken Auftritt zum EM-Start wieder im Mittelfeld Regie führen soll. Bei Wales könnte Wayne Hennessey nach Rückenbeschwerden ins Tor zurückkehren. Nach dem Auftaktsieg gibt sich der EM-Debütant tiefenentspannt. „Wir sind an der Tabellenspitze, sie haben nur unentschieden gespielt, aller Druck liegt auf ihnen“, sagte Arsenals Aaron Ramsey. „Jeder erwartet, dass sie gewinnen. Wir haben keinen Druck, wir haben Spaß.“

In der erwartet brodelnden Atmosphäre vor 35 000 Zuschauern im Stade Bollaert-Delelis dürfte auch Schiedsrichter Felix Brych vor einer schwierigen EM-Premiere stehen. „Es wird hitzig und ich will, dass es hitzig wird“, erklärte Wales-Trainer Chris Coleman und mahnte seine Spieler zugleich: „Aber ich will auch, dass sie kontrolliert bleiben.“

Das hofft Englands Verband FA auch von seinen Fans. Bis zu 50 000 Anhänger beider Teams werden in der nordfranzösischen Kleinstadt erwartet - sollten die englischen Zuschauer ähnliche Ausschreitungen wie in Marseille rund um das Spiel gegen Russland anzetteln, droht die UEFA-Exekutive mit dem Ausschluss. (mit dpa)