Gegen Wolfsburg Strafe für den BVB: Südtribüne gesperrt

13.02.2017, 13:25 Uhr

Borussia Dortmund widersetzt sich der Strafe nicht: Der Bundesligist büßt für das massive Fehlverhalten von BVB-Fans gegen RB Leipzig. Am kommenden Samstag bleibt die Südtribüne leer. Der Tenor der Fans im Netz: Es werden die falschen bestraft.

Borussia Dortmund muss nach den massiven Beleidigungen gegen RB Leipzig seine Südtribüne für eine Partie sperren.

Dieses Urteil fällte das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) im Einzelrichterverfahren. Zuvor hatte der Bundesligist einem entsprechenden Antrag des DFB-Kontrollausschusses zugestimmt. Der BVB muss zudem eine Geldstrafe in Höhe von 100 000 Euro bezahlen. Die Gelbe Wand muss bereits an diesem Samstag gegen den VfL Wolfsburg leer bleiben. 

„Massives Fehlverhalten“

Der Kontrollausschuss hatte wegen des massiven Fehlverhaltens der BVB-Fans in der Begegnung vom 4. Februar mit beleidigenden Transparenten und Schmährufen die Sperrung der Südtribüne für ein Spiel gefordert. Die Dortmunder teilten fristgerecht mit, dass der Club die beantragte Strafe akzeptiere.

„Es ist uns elementar wichtig, noch einmal deutlich zum Ausdruck zu bringen, dass wir insbesondere die Geschehnisse rund um das Spiel gegen Rasenballsport Leipzig am 4. Februar 2017 in keinster Weise relativieren wollen!“, heißt es in der Mitteilung des deutschen Vizemeisters.

Borussia Dortmund hat laut Sportdirektor Michael Zorc mit der Zustimmung der vom DFB-Sportgericht verhängten Strafe wegen der Vorkommnisse im Spiel gegen RB Leipzig „noch einmal ein klares Statement“ abgeben wollen. Der BVB verurteile „in jeder Form“ die Geschehnisse während der Bundesligapartie am 4. Februar, sagte er am Montag.

BVB: „unverhältnismäßig“

Trotzdem spricht der Verein in seiner offiziellen Mitteilung von einer „Kollektivstrafe“, die „unverhältnismäßig“ sei und friedliche Anhänger, die sich tadellos verhalten hätten und denen kein Schuldvorwurf zu machen sei, treffe.

Weiter heißt es: „Mit dem Akzeptieren der Strafe möchte Borussia Dortmund dazu beitragen, dass die Diskussion versachlicht wird.“ Eine juristisch inhaltliche Debatte sei in der „derzeit noch immer aufgeladenen Atmosphäre“ nicht möglich.

Schimpf und Schande im Netz

In den sozialen Netzwerken reagieren die Borussen-Fans meist mit Unverständnis: Sätze wie „Schade, dass ihr 24.970 friedliche Fans im Stich lasst“, sind bei Twitter häufig zu lesen. Seltener finden sich Fans, die die Entscheidung ihres Vereins mittragen wollten: „Einzig richtige Entscheidung.“

Die Dortmund-Fans haben konstruktive Ideen, die sie beispielsweise bei Facebook an den Verein herantragen: Ob man an diesem Tag nicht Kinder- und Jugendmannschaften aus Dortmund und der Region einladen und so die Südtribüne besetzen könne, fragt eine Borussin. Dieser Vorschlag wird tausendfach geliked – ob sich der DFB auf diesen Vorschlag einlässt, ist allerdings fraglich.

Mit Gegenständen beworfen

Abgesehen von den massiven Beleidigungen hatte es auch Bierbecherwürfe in Richtung Stadion-Innenraum gegeben, RB-Spieler waren mit einem Laserpointer irritiert worden. Ein Mitarbeiter eines TV-Senders war nur knapp einer Verletzung entgangen, nachdem Zuschauer mit einer Metallstange geworfen hatten.

Gäste-Fans, darunter auch Frauen und Kinder, waren im Umfeld der Dortmunder Arena mit Gegenständen beworfen worden. Dies hatte für große Empörung gesorgt. Dabei gab es zehn Verletzte. Auf die Vorfälle außerhalb des Stadions hat die DFB-Sportgerichtsbarkeit nach eigenen Angaben jedoch keinen Zugriff. Hier liege die alleinige Zuständigkeit bei staatlichen Stellen wie Polizei, Staatsanwaltschaft oder ordentlichen Gerichten.

Für die Borussia kommt erschwerend hinzu, dass die Fans nicht zum ersten Mal auffällig wurden. Nach diversen und mit Geldstrafen geahndeten Pyro-Vergehen stand der Verein unter Bewährung.

„Ein Drama“

Die Strafaussetzung aus dem bisher letzten Urteil des DFB-Sportgerichts gegen den BVB wurde widerrufen. Damals war ein Zuschauer-Teilausschluss für den Unterrang der Südtribüne bis zum 31. Mai 2017 auf Bewährung ausgesetzt worden.

Die Gelbe Wand im Signal-Iduna-Park gilt als größte Stehplatztribüne der Welt und fasst rund 24 500 Zuschauer. BVB-Coach Thomas Tuchel hatte die absehbare Strafe bereits zuvor als „ein Drama“ bezeichnet. „Wir sprechen von der Tribüne in Europa und vielleicht auf der Welt schlechthin, einem ganz besonderen Ort des Fußballs, der eine besondere Symbolkraft hat“, sagte Tuchel einem Bericht der „Funke Mediengruppe“ zufolge.

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Sportgericht sperrt Südtribüne und verhängt 100.000 Euro Geldstrafe ➡️ https://t.co/Ems9AmJ6ZQ #DFB- DFB (Verband) (@DFB) 13. Februar 2017