„Friedenssaal bewusst gewählt“ Triathlon-Chef Engelhardt tritt zur Wiederwahl an

Von Michael Jonas | 05.11.2014, 18:27 Uhr

Im Osnabrücker Rathaus findet am Samstag der Verbandstag der Deutschen Triathlon-Union statt. DTU-Präsident Dr. Martin Engelhardt, Leitender Orthopäde am Klinikum Osnabrück, tritt zur Wiederwahl an.

Am Samstag findet im Osnabrücker Rathaus der Verbandstag der Deutschen Triathlon-Union (DTU) statt. Im Vorfeld äußert sich DTU-Präsident Dr. Martin Engelhardt, Leitender Orthopäde am Klinikum Osnabrück, zum Ablauf der Tagung. Der Mediziner war selbst Triathlet und hat als einer der ersten Deutschen den Ironman auf Hawaii erfolgreich beendet.

Dr. Engelhardt, warum tagen Sie in der Stadt des Westfälischen Friedens?

Ich habe den Tagungsort bewusst gewählt. Nach den vielen Querelen der Vergangenheit im Verband soll es künftig eine friedvolle Zusammenarbeit geben. Und da kommt dem Osnabrücker Rathaus mit dem Friedenssaal eine symbolische Bedeutung zu. Wir danken der Stadt, dass sie uns Räumlichkeiten zur Verfügung stellt und einen Empfang mit Innenminister Boris Pistorius im Friedenssaal ermöglicht.

Was wird sich im Verband ändern?

Wir haben verschiedene Schwerpunkte. Bei einer dreitägigen Klausurtagung im April in Weimar haben wir die Satzung komplett überarbeitet. Am Samstag legen wir ein Zukunftskonzept vor, in dem wir die Weichen für die nächsten Jahre stellen wollen.

Es stehen auch Neuwahlen auf dem Programm. Stellen Sie sich wieder zur Verfügung?

Ja. Ich kandidiere noch einmal für vier Jahre. Leider gibt es immer weniger Leute, die bereit sind, ehrenamtliche Aufgaben zu übernehmen.

Warum machen Sie das bei Ihrer beruflichen Beanspruchung als Chefarzt und in anderen Funktionen, zum Beispiel in der Medizinischen Kommission des DOSB?

Ich mache das gerne. Ich war immer ein begeisterter Sportler. Das hat mein Leben positiv beeinflusst. Ich versuche, etwas zurückzugeben. Deshalb engagiere ich mich im Sport.

Sie waren von 1987 bis 2001 Präsident, sind dann zum Ehrenpräsidenten ernannt worden. 2011 dann die Rückkehr ins Amt. Warum?

Der Verband war in einer schweren Krise. Es galt, die DTU wieder in geordnete Bahnen zu lenken. Das geht nur miteinander.

Die Fachzeitschrift Runner’s World hat Sie als Teamplayer im Kittel bezeichnet. Sehen Sie sich so?

Ja, nicht nur in meinem medizinischen Umfeld. Ich bin ein Mensch, der versucht, ausgleichend zu wirken, der friedfertig ist, aber auch seine Meinung sagt. Aber immer in gegenseitigem Respekt.

Gibt es am Samstag Gegenkandidaten?

In einer Demokratie ist alles möglich. Zum jetzigen Zeitpunkt gehe ich davon aus, dass ich einziger Kandidat bin. Als Vizepräsident wird Prof. Dr. Arndt Pfützner vom Institut für Angewandte Trainingswissenschaft in Leipzig hinzukommen.

Wie sehen Sie die leistungssportliche Entwicklung im Verband?

Ich glaube, wir sind als relativ kleiner Verband anerkannt und erfolgreich. Daran wollen wir anknüpfen.