Fakten zum Deutschland-Gegner Vor dem Viertelfinal-Kracher: Alle Infos zu Italien

Von Sportredaktion | 28.06.2016, 15:30 Uhr

Bei der Fußball_EM in Frankreich spielt die Deutsche Nationalmannschaft am Samstag gegen Italien. Anbei die wichtigsten Zahlen, Daten und Fakten zum Gegner.

Die Historie

Viermal Weltmeister (1934, 1938, 1982, 2006), einmal Europameister (1968). Zweimal Vize-Weltmeister (1970, 1994), zweimal Vize-Europameister (2000, 2012) – Italien ist schon immer ein Big Player. Calcio – Fußball – gehört in Italien zum öffentlichen Leben, die Vereine wissen begeisterungsfähige Tifosi hinter sich. Seit Ende der zwanziger Jahre gibt es eine landesweite Spielklasse, die Serie A. Die Squadra Azzurra, die blaue Mannschaft, wie das Nationalteam genannt wird, ist der Stolz der Fans – zumal in Zeiten, in denen der Vereinsfußball seine einstmals führende Rolle in Europa verloren hat. Veraltete Stadien, Probleme mit Hooligans, Geldnöte – aber wer fragt jetzt danach?

Die Mannschaft

Sie haben über 800 Länderspiele auf dem Buckel, das Durchschnittsalter der „Squadra antica“ liegt bei knapp 32 Jahren: Ohne drei verletzte Stammspieler fuhr das Team von Antonio Conte praktisch ohne Erfolgsaussichten nach Frankreich. Das heißt: Der heißblütige Trainer glaubte immer an seine Jungs. Außer Buffon ist kein Star dabei, Torjäger Graziano Pelle quälte sich in der Serie B und erholte sich erst unter Trainer Louis van Gaal bei AZ Alkmaar. Auch Mittelfeldspieler Emanuele Giaccherini, ist ein Spätstarter, der in der 4. Liga begann. Sie alle sind nicht allein stark, sondern als Team – dank Conte.

Der Trainer

Antonio Conte musste sich immer nach oben arbeiten, als Spieler wie als Trainer. Der Junge aus Lecce war fußballerisch limitiert, aber er nutzte die Chance, die ihm Juventus 1992 bot. Conte keulte sich ins Team, er hielt Stars wie Zinedine Zidane und Alessandro del Piero den Rücken frei. Er stieg auf zum Kapitän und brachte es zum Nationalspieler. Als Trainer musste er ganz unten anfangen: Als Assistent in der Serie B. Er flog in Arezzo, in Bari und in Bergamo, ehe ihn Juventus holte. Drei Meisterschaften gewann er mit der alten Dame, 2014 übernahm er die „Squadra azzurra“. Nach der EM ist Schluss: Chelsea ist die nächste Station.

Die Bilanz

Seit 1962 hat die deutsche Nationalmannschaft es bei Welt- und Europameisterschaften acht Mal mit Italien zu tun bekommen – keins dieser Duelle wurde gewonnen. Besonders bitter die Niederlagen im WM-Halbfinale 1970 (3:3 nach Verl.), im WM-Endspiel 1982 (1:3), im WM-Halbfinale 2006 (0:2) und im EM-Halbfinale 2012 (1:2). In der Bilanz stehen vier Unentschieden – drei davon mit dem italienischsten aller Ergebnis: 0:0 hieß es 1962 bei der WM in Chile, 1978 bei der WM in Argentinien und 1996 bei der EM in England; dazu kommt ein 1:1 bei der EM 1988. Von 33 Länderspielen insgesamt gewann Deutschland acht, Italien 15.

Der Star

Gianluigi Buffon ist nicht nur der Star dieser Mannschaft, er ist ihr Gesicht und ihr Leader. Gegen die Spanier waren es nicht nur seine Paraden, die beeindruckten, sondern die Gelassenheit und Ruhe, die er ausstrahlte. „Gigi“ (gesprochen: Dschidschi) bestritt gestern sein 159. Länderspiel, seit der Europameisterschaft 2000 ist Buffon die Nummer 1 im italienischen Tor. 38 Jahre ist er alt, und gehört nach wie vor zu den Besten seines Fachs. Buffon ist hungrig nach Erfolg – immer noch: Er war Weltmeister, sieben Mal italienischer Meister, UEFA-Pokalsieger, Champions-League-Finalist und wurde vier Mal zum Welttorhüter des Jahres gewählt.

Die Abwehr

Diese Mannschaft ist so gefährlich, weil sie so italienisch spielt: Calcio all‘italiana ist seit Jahrzehnten ein Markenzeichen, das nicht jedem gefällt, aber traditionell die Grundlage der Erfolge von Clubs und Nationalmannschaft ist. Auch Trainer Conte ist besessen von disziplinierter Abwehrarbeit und hat nun einen Block etabliert, den er schon aus einer Zeit bei Juventus kennt: Vor der Torwart-Legende Gianluigi Buffon steht das BBC-Bollwerk – Barzagli (Andrea, 35 Jahre), Bonucci (Leonardo, 29) und Chiellini (Giorgio, 31). Sie spielen einen modernen Catenaccio, mit wenig Fouls, ballsicher und kombinationsstark auch unter Bedrängnis.