Eistonne, Kaktus, Karnevalstruppe Die besten WM-Sprüche: „Wat woll’n Sie jetzt von mir?“

Von dpa | 11.07.2014, 18:55 Uhr

Bei der Fußball-WM in Brasilien fielen nicht nur Tore, sondern auch viele flotte Sprüche. Wir haben die stärksten gesammelt: von faszinierenden Kakteen, linken Hufen und Karnevalstruppen.

DIE HITZE:

„Man schwitzt nach drei Metern.“ (DFB-Kapitän Philipp Lahm zu den besonderen Bedingungen in Brasilien)

„Nach 20 Minuten hat man schon mal hochgeguckt und gedacht, das Spiel geht heut schon lang.“ (Der dreifache Torschütze Thomas Müller nach dem 4:0 gegen Portugal zur Hitze in Salvador)

„Du machst zwei Sprints und suchst das Sauerstoffzelt.“ (Miroslav Klose über die schwierigen Witterungsbedingungen beim 2:2 gegen Ghana im schwül-warmen Fortaleza)

„Es war schon wie in einer Grillbude. Da merkt man erstmal, was für ein faszinierendes Gebilde ein Kaktus ist, da nicht einzugehen.“ (Thomas Müller nach dem 1:0 im WM-Viertelfinale gegen Frankreich)

DIE DEUTSCHEN:

„Was heißt WG? Jeder hat sein eigenes Zimmer und sein eigenes Badezimmer. Ich habe nie in einer WG gewohnt. In einer WG geht es etwas enger zu.“ (Kapitän Philipp Lahm zum Zusammenleben der Spieler im Campo Bahia)

„Jedenfalls sitze ich jetzt nicht auf meinem Zimmer und schaue mir jeden Tag fünf Stunden Ronaldo-Videos an.“ (Jeromé Boateng über die Vorbereitung auf das erste WM-Spiel gegen Portugal um Superstar Cristiano Ronaldo)

„Wir fangen direkt mit einem Finale an – und das wird auch so weitergehen.“ (Torwart Manuel Neuer vor dem WM-Auftaktspiel der DFB-Elf gegen Portugal)

„Es wird nicht meine Aufgabe sein, mit meinem starken linken Huf sensationelle Flanken zu schlagen.“ (Der Schalker Benedikt Höwedes zu seiner Umschulung zum linken Außenverteidiger bei der WM)

„Sie hat gesagt, dass sie zum Finale wiederkommt.“ (Lukas Podolski zum Kabinen-Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel nach dem 4:0-Auftaktsieg der deutschen Mannschaft gegen Portugal)

„Angela Merkel hat vor der Mannschaft eine kurze Ansprache gehalten. Sie hat gesagt, es ist schön, wenn sie schon so eine lange Reise machen musste, dass wir dann wenigstens auch gewonnen haben.“ (Bundestrainer Joachim Löw zur kurzen Kabinenansprache von Kanzlerin Angela Merkel nach dem 4:0 gegen Portugal)

„Ein guter Anfang braucht Begeisterung, ein gutes Ende Disziplin.“ (Assistenztrainer Hansi Flick zum WM-Motto der DFB-Auswahl)

„Ein WM-Turnier ist ein Marathonlauf, kein 100-Meter-Sprint. Eine Mannschaft muss steigerungsfähig sein.“ (Bundestrainer Joachim Löw vor dem Achtelfinale gegen Algerien)

„Wat woll’n Sie jetzt von mir?“

„Glauben Sie, unter den letzten 16 ist irgendwie eine Karnevalstruppe?“

„Ich lege mich jetzt erstmal für drei Tage in die Eistonne.“

„Ich verstehe die ganze Fragerei nicht.“ (Per Mertesacker nach dem 2:1-Achtelfinalsieg gegen Algerien im Interview des ZDF-Reporters Boris Büchler)

„Ich sehe den Helferinstinkt in mir.“ (Nationaltorhüter Manuel Neuer zu seinen gewagten Rettungsaktionen außerhalb des Strafraums beim 2:1 gegen Algerien)

„Wir haben uns den Arsch aufgerissen, haben das Spiel gewonnen und gut ist es. Wenn wir spielen wie die Ballerinas, dann heißt es doch, wir haben keine Typen in der Mannschaft.“ (Thomas Müller über die Medienkritik nach dem Achtelfinalsieg gegen Algerien)

„Ich bin völlig tiefenentspannt, das können Sie mir glauben. Wir werden unter die letzten Vier kommen.“ (Bundestrainer Joachim Löw vor dem WM-Viertelfinale gegen Frankreich, das die DFB-Elf mit 1:0 gewann)„Es geht weiter, ein bisschen Demut tut jetzt auch gut.“ (Bundestrainer Joachim Löw nach dem 7:1 im WM-Halbfinale gegen Brasilien)

„Weltmeister ist noch niemand im Halbfinale geworden.“ (Nationalspieler Toni Kroos nach dem 7:1 gegen Brasilien)

„Das war ein Tsunami, der da über uns herein gebrochen ist.“ (Carlos Alberto Parreira, Technischer Direktor bei WM-Gastgeber Brasilien, nach dem 1:7 gegen Deutschland)

„Nur noch kurze Zeit erhältlich – Deutschland-Trikot mit 3 Sternen.“ (Werbespruch des Sportartikelherstellers Adidas vor dem Endspiel)

„Dann kommt das Feierbiest in mir raus.“ (WM-Rekordtorschütze Miroslav Klose zu seinen Partyplänen im Falle eines deutschen Titelgewinns)

„Ich habe es schon öfter betont, dass ich meinen Kadaver noch ein bisschen rumschleppe.“ (WM-Rekordtorjäger Miroslav Klose über seine Fitness mit 36 und seine Karriereplanung in der deutschen Nationalelf)

DIE ENTTÄUSCHTEN:

„Wir waren ganz oben und jetzt sind wir ganz unten. Es ist grausam, wir hatten große Illusionen.“ (Spaniens Mittelfeldspieler Andrés Iniesta nach dem vorzeitigen WM-Aus durch das 0:2 gegen Chile)

„Gehe ins Bett. Kann den Schmerz nicht länger ertragen.“ (Der ehemalige englische Fußball-Nationalspieler Michael Owen nach der 1:2-Niederlage der Three Lions gegen Uruguay)

„Verdammt typisch. Was haben diese Römer jemals für uns getan?“ (Englands früherer Fußball-Nationalspieler Gary Lineker über das WM-Aus der Three Lions, das durch Italiens Niederlage gegen Costa Rica besiegelt wurde)

„Trübsal geblasen und an die Wand geguckt.“ (Englands Fußball-Nationaltrainer Roy Hodgson auf die Frage, wie er den Frust über das frühe WM-Aus verarbeitet hat)

„Du gewinnst keine Spiele, nur weil du in der Vergangenheit Titel gewonnen hast.“

(Italiens Nationaltrainer Cesare Prandelli nach der 0:1-Niederlage gegen den großen Außenseiter Costa Rica)

Die Aufreger:

„Ich habe erst einmal auf das Datum geschaut. Ich habe gedacht, das ist ein Aprilscherz. Vielleicht hat sich da jemand einen Spaß erlaubt.“

(Franz Beckenbauer zu seiner provisorischen 90-Tage-Sperre durch den Fußball-Weltverband FIFA)

„Das passiert im Spiel und auf dem Platz.“ (Uruguays Stürmer Luiz Suárez zu seiner Beißattacke gegen den Italiener Giorgio Chiellini)

„Es geht um die WM, nicht um die Moral.“ (Uruguay-Trainer Oscar Tabarez auf die Frage nach der Beiß-Attacke von Torjäger Luis Suarez im WM-Spiel gegen Italien)

„Er wird nicht dafür gelobt, ein großer Philosoph oder Mechaniker oder ein Mensch mit guten Manieren, sondern ein guter Fußballspieler zu sein.“

(Uruguays Staatspräsident Jose Mujica über Beißer Luiz Suárez)

„In mir drin sind keine Gefühle von Freude, Rache oder Wut gegen Suárez wegen eines Vorfalls, der auf dem Feld passiert ist.“ (Italiens Nationalspieler Giorgio Chiellini nach der Rekordstrafe gegen Uruguays Stürmerstar Luis Suárez, der ihn in die Schulter gebissen hatte)

DIE STARS:

„Wenn Neymar es auf dem Platz regnen lässt, wundert sich keiner.“ (Brasiliens Abwehrspieler David Luiz nach dem 4:1 gegen Kamerun über die Wundertaten seines Teamkollegen Neymar)

„Du kannst dir noch so viele Videos von Messi anschauen. Wenn er im entscheidenden Moment wieder etwas Überraschendes macht, haben die alle nichts genützt.“ (Der Schweizer Torhüter Diego Benaglio über den argentinischen Starspieler Lionel Messi)

„Unser Star ist der Teamgeist.“ (Irans Trainer Queiroz über seine in der Vorrunde gescheiterte Mannschaft)

„Klar habe ich eine Gabe. Aber ich nehme das Training als Spiel. Und das Spiel gehe ich an, als ob Krieg ist.“ (Brasiliens Torjäger Neymar vor dem WM-Viertelfinale über die Taktik gegen Kolumbien und sein Talent)

„Messi ist eine andere Art, Maradona zu sein.“ (Der frühere argentinische Nationalspieler Jorge Valdano über Lionel Messi)

„Es hat mein Herz und das aller Brasilianer gebrochen, gestern den Schmerz auf deinem Gesicht im Castelão-Stadion zu sehen.“ (Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff zur Verletzung und zum WM-Aus von Superstar Neymar)

„Jede Bewegung, die er macht, ist ein Zeichen der Hoffnung für uns.“ (Argentiniens Trainer Alejandro Sabella nach dem Einzug ins WM-Halbfinale über Lionel Messi)

„Messi bekam den Ball und hat ihn nie, fast nie verloren... das ist Wasser in der Wüste, Wasser in der Wüste, und Leo hat uns dieses Wasser in der Wüste gegeben.“ (Argentiniens Trainer Alejandro Sabella bei einer seiner Lobeshymnen auf Lionel Messi nach dem 1:0-Sieg über Belgien im WM-Viertelfinale)

KURIOSES:

„Wir sollten so viel trinken, und ich musste noch mal pinkeln.“ (Der niederländische Stürmer Klaas-Jan Huntelaar nach dem 2:1 gegen Mexiko auf die Frage, warum er vor seiner Einwechslung schnell noch mal in die Kabine lief)

„Der Druck war weg!“ (Huntelaars Erklärung, warum er sich im Achtelfinale gegen Mexiko in der 94. Minute den Ball zum siegbringenden Elfmeterschuss schnappte)

PERSÖNLICHES:

„Ich bin eine Mischung aus Vater, Onkel und Freund. Aber ich bin Fußball-Trainer, und ich muss Entscheidungen treffen.“ (Brasiliens Nationalcoach Luiz Felipe Scolari)

„Er ist noch jung und mehr unterwegs als Barack Obama.“ (Franz Beckenbauer zu einer weiteren möglichen Amtszeit des 78-jährigen FIFA-Präsidenten Joseph Blatter ab 2015)

„Wie jeder Fußballer würde ich dafür sterben, nur für eine Minute bei einer WM zu spielen.“ (Südkoreas Park Joo Ho vom Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05 vor der WM-Partie gegen Algerien)

„Wir sind Amerikaner. Ich denke, wir mögen es auf die harte Tour.“ (US-Nationalspieler Clint Dempsey nach dem unglücklichen 2:2 im zweiten WM-Gruppenspiel gegen Portugal)

„Es ist keine Zeit für Freundschaftsanrufe, jetzt geht es ums Geschäft.“ (US-Nationaltrainer Jürgen Klinsmann vor dem Wiedersehen mit seinem früheren Assistenten Joachim Löw und der deutschen Mannschaft)

„Jogi macht seine Aufgabe, ich mache meine. Jetzt gibt es keine SMS, keine Handygespräche. In drei Wochen können wir dann wieder telefonieren.“ (US-Coach Jürgen Klinsmann über sein freundschaftliches Verhältnis zu Bundestrainer Joachim Löw, das vor dem WM-Duell ruhen musste)

„Die Spieler bringen mich um, wenn ich das verrate.“ (Ghanas Nationaltrainer Kwesi Appiah über die Höhe der versprochenen WM-Prämie)

„Ich finde eine fantastische Grätsche, mit der ich einen Treffer verhindere, viel geiler als ein Tor oder eine Vorlage.“ (Der niederländische Nationalspieler Nigel de Jong)

„Diese Tage ohne Fußball sind Mist!“ (Englands ehemaliger Nationalspieler Gary Lineker über den ersten spielfreien Tag bei der Fußball-WM in Brasilien)

„Ich sehe nicht die Gefahr, dass die Schiedsrichter durch das mehrfache Bücken im Spiel einen Hexenschuss kriegen.“ (DFB-Präsident Wolfgang Niersbach über die mögliche Einführung des Freistoß-Sprays in der Bundesliga)

„Die Leute müssen eben vor der WM zum Arzt gehen und sich untersuchen lassen. Während der WM nützt das nichts mehr.“ (Brasiliens Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari nach dem 3:2 im Elfmeterschießen im WM-Achtelfinale gegen Chile auf die Frage, ob vom Gastgeber weitere Herzinfarkt-Spiele zu erwarten sind)

„Ich habe ihnen gesagt: Morgen gibt es zwei Flüge. Einen nach Hause und einen nach Brasília. Welchen wollt ihr nehmen?“ (Belgiens Nationaltrainer Marc Wilmots über seine Motivation vor dem siegreichen WM-Achtelfinale gegen die USA)

„Geschrei bei der Nationalhymne, aber auf dem Feld sehr schlecht.“ (Willem van Hanegem, niederländischer Vize-Weltmeister von 1974, zu den Auftritten von WM-Gastgeber Brasilien)