Druck auf Fußballer zu hoch Lewandowski-Tod: Rot-Weiß Oberhausen kritisiert Fußballbranche

Von Ina Wemhöner | 10.06.2016, 12:28 Uhr

Der ehemalige Bundesligatrainer Sascha Lewandowski ist am Mittwoch im Alter von 44 Jahren gestorben. Diese Nachricht hat die Fans und die ganze Fußballbranche in Trauer versetzt. Der Verein Rot-Weiß Oberhausen postete bewegende Worte zu seinem plötzlichen Tod und übt scharfe Kritik an dem Sport.

Der Tod des ehemaligen Bundesligatrainers Sascha Lewandowski schockt die Fußball-Welt, die Anteilnahme ist enorm. Auch der Regionalligist Rot-Weiß Oberhausen meldete sich zu Wort. In einem bewegenden Statement äußert sich der Verein bei Facebook zu einem Thema, das in der deutschen Sportwelt noch immer ein Tabu ist: psychische Erkrankungen aufgrund des immensen Drucks im Hochleistungssport. „Depressionen, Burn-Out – Oft nicht sichtbar, da die Menschen die betroffen sind, alles tun – nur nicht Ihre Schwäche zeigen. Diese Gesellschaft, diese Fußballwelt steht nicht auf schwache Menschen“, kritisiert der Verein auf seiner Facebook-Seite.

Wegen Kleinigkeiten ins Kreuzfeuer der Öffentlichkeit

Depressionen und Angstzustände sind unter Fußballern weit verbreitet. Laut einer Studie, die von der weltweiten Spielervereinigung FIFPro veröffentlicht wurde, leiden rund ein Drittel der Spieler unter diesen psychischen Krankheiten. Nur wenige Spieler bekennen sich zu ihrer Erkrankung. Der Druck auf die Sportler ist immens groß: „Es wird wieder gesprochen, gemutmaßt, gemaßregelt. Nur um in wenigen Tagen, wenn der 23-jährige Götze den Ball aus 7 Metern nicht im Tor unterbringt, den Stab über Ihn zu brechen“, kritisiert der Verein und hofft auf mehr Toleranz, sei es im Umgang mit den psychischen Belastungen oder im Umgang mit den Gesichtern der Sportwelt, die viel zu oft wegen Kleinigkeiten ins Kreuzfeuer der Öffentlichkeit geraten: „Der Welt, unserem Land und vor allem der Fußball täte gut daran, wieder zurück zur Menschlichkeit zu finden. Über den Tellerrand zu schauen. Nicht nach dem nächsten Rekord, dem nächsten Erfolg, den nächsten Milliarden zu streben und das ohne Rücksicht auf Verluste.“