DFB ermittelt nach „Stinkefinger“ Bayern-Coach Ancelotti will Stellungnahme abgeben

Von Annalena Klein, Annalena Klein | 20.02.2017, 17:06 Uhr

Der Trainer des FC Bayern München, Carlo Ancelotti, hatte auf Provokationen nach der Partie gegen Hertha BSC mit dem Zeigen des Mittelfingers reagiert. Jetzt ermittelt der DFB gegen Ancelotti und fordert eine Stellungnahme. Unterdessen erhält Ancelotti Unterstützung von Trainer-Kollegen.

 Nach der Mittelfinger-Geste Carlo Ancelottis nach dem Spiel gegen Berlin ermittelt nun der DFB gegen Bayerns Cheftrainer. Der Italiener hat angegeben, zuvor von Hertha-Fans angespuckt worden zu sein. Der DFB-Kontrollausschuss hat Ancelotti nun zur Abgabe einer Stellungnahme bezüglich der Geschehnisse gebeten. „Der Cheftrainer des FC Bayern wird dieser Aufforderung selbstverständlich nachkommen“, heißt es derweil vom Verein.

Während Ancelotti an seiner Stellungnahme feilt, erhält er Unterstützung von einigen seiner Trainerkollegen. Gladbachs Trainer Dieter Hecking oder auch Peter Stöger vom 1. FC Köln zeigten durchaus Verständnis für die Reaktion des Bayern-Trainers.

„Menschlich verständlich“

„Wie erklärt man einem Kind, wenn man nach Hause kommt, das man bespuckt wird und was sagt man dem Kind, wie es reagieren soll, wenn es in der Schule besuckt wird?“, erklärte Köln-Trainer Stöger auf einer Pressekonferenz. Wenn man sich gar nicht wehren dürfe, würde es auf die Dauer „ein wenig unlustig“ werden. Man hätte anders reagieren können, so Stöger. „Aber menschlich verständlich ist das mindeste.“

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Er könne den Kollegen absolut verstehen, sagte Dieter Hecking ebenfalls auf einer Pressekonferenz: „Es ist respektlos, wenn man angespuckt wird.“ Die Hemmschwelle werde deutlich geringer, das sehe man immer wieder in den Stadion, so Hecking. Das sei ein gesellschaftliches Problem.

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Auch gegen Hertha soll ermittelt werden: Demnach soll, neben Bayern-Coach Carlo Ancelotti, Schiedsrichter Patrick Ittrich auf dem Weg in die Kabine bespuckt worden sein. Außerdem hat Ittrich in seinem Bericht vermerkt, dass ein Hertha-Offizieller das Schiedsrichter-Gespann auf dem Weg mit unsportlichen Äußerungen bedacht habe. Dies bestätigte am Montag der DFB.

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