Cristiano Ronaldo und Shaqiri dabei Top 10: Die schönsten Tore der EM nach der Vorrunde

13.06.2016, 18:14 Uhr

Bei der Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich sind in 39 Spielen bisher 73 Tore gefallen. Es waren einige sehr Schöne dabei, die wir an dieser Stelle in einem kleinen Ranking zusammenstellen. Die deutsche Nationalmannschaft ist natürlich auch vertreten. Die Top 10 der Vorrunde.

Platz eins: Mit Superlativen sollte man ja vorsichtig sein und in der Vorrunde fiel der Treffer auch nicht, aber dieser Treffer von Xherdan Shaqiri ist vermutlich einer der schönsten der EM-Geschichte und soll deswegen an dieser Stelle nochmal erwähnt werden. Im Achtelfinale gegen Polen rannte die Schweiz nach dem Rückstand in der ersten Hälfte nach der Pause lange vergeblich an. In der 82. Minute war es dann so weit: Nach einer Linksflanke von Stephan Lichtsteiner klärte Polen den Ball unzureichend. Shaqiri schaltete an der Strafraumgrenze am schnellsten und ging volles Risiko. Der kleine Mittelfeldspieler legte sich quer in die Luft und traf den Ball mit seinem Seitfallzieher genau richtig. Torwart Lukasz Fabianski war chancenlos und die Schweiz bejubelte den Ausgleichstreffer.

Platz zwei: Es war das spektakulärste Spiel der Vorrunde. Ungarn und Portugal spielten lange Zeit begeisternden Offensivfußball und schossen so innerhalb von rund 40 Minuten sechs Tore. Der schönste Treffer gelang dabei Cristiano Ronaldo. In der 50. Minute nahm Portugals Superstar eine Rechtsflanke von Joao Mario artistisch mit der Hacke und lenkte den Ball so unhaltbar für Ungarns Keeper Gabor Kiraly ins Tor. Das bisher mindestens zweitschönste Tor des Turniers.

Platz drei: Es war der ganz besondere Moment des Eröffnungsspiels zwischen Frankreich und Rumänien. Nachdem sich die Gastgeber mit den äußerst wehrigen Rumänen lange schwertaten, erlöste Dimitri Payet seine Mannschaft eine Minute vor Ende der regulären Spielzeit. Aus halbrechter Position legte sich der Mittelfeldspieler den Ball zurecht und hämmerte ihn dann ansatzlos in den Winkel.

Platz vier: Ein Tor, das auch ein Kunstwerk sein könnte. Nach der ebenfalls sehenswerten Führung durch Vladimir Weiss blieb die Slowakei im Spiel gegen Russland dran und spielte auf das zweite Tor. Bei einem Eckball in der 45. Minute war es so weit. Torschütze Weiss spielte kurz auf Hamsik, der Star vom SSC Neapel ließ einen Gegenspieler aussteigen und setzte den Ball dann mit einem satten Schuss an den Innenpfosten der langen Ecke und von dort ins Tor.

Platz fünf: Ein Tor der Marke „Ronaldo light“. 734 Minuten war Titelverteidiger Spanien bei EM-Turnieren zuvor ohne Gegentor geblieben. Das änderte sich im Spiel gegen Kroatien auf ziemlich spektakuläre Art und Weise. Der ehemalige Bundesligaspieler Ivan Perisic brachte den Ball von der linken Seite in den Strafraum, wo Nikola Kalinic lauerte. Die Flanke kam zwar nicht optimal, aber Kalinic machte aus der Not eine Tugend und spitzelte die Kugel mit der Hacke an David de Gea vorbei ins Tor.

Platz sechs: Das erste Spiel der deutschen Mannschaft schrieb viele Geschichten, diese war wohl die schönste. Bastian Schweinsteiger hatte in diesem Jahr viel mit Verletzungen zu kämpfen, dass der Kapitän zum EM-Auftakt nicht in der Startelf stehen würde, war vorzeitig klar. Gegen die Ukraine kam er dann zur Absicherung in der 90. Minute und krönte sich drei Minuten später zum Helden. Bei einem Freistoß waren die ukrainischen Spieler weit aufgerückt, Andre Schürrle leitete den Konter ein und bediente Mesut Özil auf der linken Seite. Dessen Flanke erreichte dann Schweinsteiger, der nach gutem Laufweg richtig zum Ball stand und per Dropkick in den Winkel traf. (Weiterlesen: Schweinsteiger feiert furioses Comeback mit Tor).

Platz sieben: Eins vorab: Dieses Tor hätte eigentlich nicht zählen dürften. Da Schiedsrichter Mazic eine Abseitsstellung nicht erkannte, taucht dieser wunderbare Treffer der spanischen Nationalmannschaft in unserer Liste auf. Der Grund für die Nominierung ist dabei allerdings weder die direkte Vorarbeit, noch der Abschluss, sondern der einleitende Pass. Andres Iniesta ist bisher der beste Spieler bei diesem Turnier. Im Spiel gegen die Türkei war es in der 48. Minute. Der Routinier des FC Barcelona schnitt mit einem Pass die komplette Defensive der Türken auf. Jordi Alba stand zwar knapp im Abseits, leitete den Ball aber locker zu Alvaro Morata weiter, der nur noch einschiben musste und damit den 3:0-Endstand perfekt machte.

Platz acht: Nein, viel hat Österreich bei dieser EM nun wirklich nicht hinbekommen. Mit nur einem Punkt und einem Tor hat sich das deutsche Nachbarland bereits aus dem Turnier verabschiedet. Der Treffer hatte es dafür in sich. Nach Vorlage von David Alaba dribbelte sich der Schalker Alessandro Schöpf durch die isländische Abwehr und schloss ganz cool ab. Ein schönes Tor, das letztlich aber keinen großen Wert hatte.

Platz neun: Irland machte gegen Schweden eigentlich ein richtig gutes Spiel, musste sich aber trotzdem mit einem 1:1 begnügen. Bei der Führung war die Welt allerdings noch in Ordnung und die vielen irischen Fans in Feierlaune. Rechtsverteidiger Seamus Coleman hatte sich mit einem tollen Solo auf Außen durchgesetzt, seine Flanke landete genau bei Wesley Hoolahan. Der Mittelfeldspieler ging Risiko, nahm den Ball volley und traf mit seinem trockenen Schuss ins untere Eck.

Platz zehn: Im oben erwähnten Spiel zwischen Ungarn und Portugal ließ es nicht nur Cristiano Ronaldo krachen. Den Torreigen eröffnete Zoltan Gera. Der ungarische Mittelfeldspieler nahm in der 19. Minute einen schlecht geklärten Ball mit der Brust an, ließ abtropfen und haute den Ball dann ganz trocken in die untere rechte Ecke.