Nostalgie oder Lapsus? Warum die DDR-Fahne beim Biathlon-Weltcup in Kanada wehte

Von Gregory Straub | 08.02.2019, 16:10 Uhr

Im kanadischen Canmore findet derzeit der Biathlon-Weltcup statt. Für Verwirrung sorgte bei einigen Athleten und Fans eine Fahne der DDR, die neben der Flagge der Bundesrepublik im Wind weht.

Nostalgischer Rückfall in alte Zeiten oder etwa eine Panne beim Biathlon-Weltcup im kanadischen Canmore? Der eine oder andere Athlet und Fan dürfte nicht schlecht gestaunt haben, als er in dem Wintersportort in der Nähe der Strecke auch die Fahne der DDR im Wind wehen sah.

Der erste Gedanke dürfte bei vielen gewesen sein, dass den Veranstaltern möglicherweise ein Lapsus unterlaufen war. Doch die schwarz-rot-goldene Fahne mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz in der Mitte flattert ganz bewusst in der kanadischen Kälte.

Weltcup-Sprecherin Viktoria Franke sagte der "Bild"-Zeitung: „Die Fahnen erinnern an die Olympischen Spiele 1988 in Calgary.“ Canmore war damals der Austragungsort der Biathlon-Wettkämpfe – heute, knapp 30 Jahre später, will man in dem Weltcup-Ort an die damalige Veranstaltung erinnern.

Neben der Flagge der DDR sind unter anderem auch die Flaggen der BRD, Frankreichs und Großbritanniens aufgestellt. Die Deutsche Demokratische Republik gehörte bei den Olympischen Spielen damals zu den erfolgreichsten Nationen und landete im Medaillenspiegel auf Platz 2 hinter der Sowjetunion.

In Canmore erkämpfte der damals 24-jährige Frank-Peter Roetsch Gold sowohl im Einzel als auch im Sprint.

Kurios: Eigentlich hatte auch eine Fahne der Sowjetunion in Canmore gehangen, doch nach Angaben von Sprecherin Viktoria Franke fiel die rote Fahne mit dem Hammer und der Sichel den Witterungsbedingungen zum Opfer. "Die hat der Wind herunter gerissen."