Boateng, Gomez und Draxler die Torschützen 3:0 – Deutschland lässt der Slowakei keine Chance

Von Leon Schumacher, Leon Schumacher | 26.06.2016, 21:53 Uhr

Das Ziel war klar: Die deutsche Mannschaft wollte ins Viertelfinale. Dafür musste man die Slowaken besiegen. Das gelang eindrucksvoll: Durch Tore von Boateng, Gomez und Draxler gab es einen nie gefährdeten 3:0 Sieg. Nun geht es gegen Spanien oder Italien.

Der Spielverlauf: Der vermeintliche Favorit Deutschland startete mit einer ganz anderen Aufstellung als beim letzten Aufeinandertreffen mit den Slowaken in Augsburg . Im Vergleich zum Spiel gegen Nordirland veränderte Nationaltrainer Joachim Löw seine Mannschaft nur auf einer Position: Für den glücklosen Mario Götze durfte Julian Draxler ran.

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Die erste Chance hatte Sami Khedira nach sieben Minuten. Sein Kopfball nach Freistoß von Toni Kroos konnte Matúš Kozáčik zur Ecke abwehren. Diese nutzte Boateng dann mit einem strammen Schuss von der Strafraumgrenze zur Führung.

Nach einem Stoß von Skrtel gegen Gomez entschied der polnische Schiedsrichter Szymon Marciniak auf Elfmeter (13.). Diesen konnte Mesut Özil dann jedoch nicht zum 2:0 verwerten. Den halbhohen Schuss in die rechte Ecke hielt Kozáčik ohne Probleme. Die Slowaken hatten in der ersten Viertelstunde offensiv nicht viel zu bieten, die Deutschen dominierten das Spielgeschehen. In Folge trauten sich die Slowaken etwas mehr zu, zwingende Torchancen gab es trotzdem nicht.

Nach einer Flanke von Draxler legte Gomez den Ball per Kopf für Özil auf. Sein Schuss ging knapp am Tor vorbei (24.). Danach passierte lange Zeit nichts. Die Deutschen waren zwar weiterhin am Drücker. Eine richtige Torchance gab es nicht. In der 36. Minute konnte sich Draxler im Strafraum durchsetzen, der Schuss war jedoch kein Problem für Kozáčik. In der 40. Minute dann musste Manuel Neuer erstmals eingreifen, und wie! Nach einer Flanke von Pekarik konnte er den Kopfball von Kucka artistisch zur Ecke abwehren.Das 3:0 durch den Spieler des Spiels: Julian Draxler. Foto:imago/Moritz Müller

Im direkten Gegenzug war es dann Mario Gomez, der zum 2:0 erhöhen konnte.

Die zweite Hälfte begann mit einem Schuss von Kucka aus knapp 16 Metern. Den konnte Neuer aber locker festhalten. Die Mannschaft von Joachim Löw schien noch nicht wieder ins Spiel gefunden zu haben. Die Slowaken wirkten in den ersten Minuten nach der Pause etwas aktiver. Auch in Folge neutralisierte sich das Spielgeschehen zunehmend, es gab keine wirklichen Torchancen. Das änderte sich in der 63. Spielminute: Draxler konnte nach Vorlage von Hummels auf 3:0 erhöhen. Danach wurde viel gewechselt, darunter litt der Spielfluss, zu zwingenden Torchancen kamen beide Mannschaften nicht mehr. In der Nachspielzeit hatte Kroos noch das 4:0 auf dem Fuß. Den Schuss des Mittelfeldspielers hielt Kozáčik jedoch gut.

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Die Tore: 1:0 Boateng (8. Nach Ecke von Kroos wird der Ball rausgeköpft, genau auf den Fuß von Boateng. Dessen Schuss wird noch leicht abgefälscht und schlägt dann unten links im Tor ein.) 2:0 Mario Gomez (43. Draxler mit einem super Dribbling von links und zieht dann in den Strafraum rein. Seine Hereingabe konnte Gomez aus drei Metern verwerten.) 3:0 Julian Draxler (63. Nach einer Ecke von Kroos verlängert Hummel den Ball per Kopf auf Draxler. Dieser netzt artistisch per Volley in den linken Winkel ein.)

Der Mann des Spiels: Julian Draxler: Eine blitzsaubere Leistung des Wolfsburgers. Vor dem Spiel wurde seine Hereinnahme für Götze noch kritisiert. Eine Vorlage und ein Tor sollten seine Kritiker jedoch verstummen lassen.

Die Szene des Spiels: Jerome Boateng: Hält die Wade? Ja und wie! Im Vorfeld wurde noch viel über den Gesundheitszustand und die drohende Gelbsperre des Abwehrchefs diskutiert. Mit seinem Tor beendete er alle Diskussionen schon nach acht Minuten. Und nebenbei sein erstes Länderspieltor.

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Der Aufreger des Spiels: Im Spiel gab es keinen wirklichen Aufreger. Beim Elfmeterpfiff nach Foul von Skrtel gegen Gomez gab es Proteste der Slowaken. Der Pfiff vom polnischen Schiedsrichter Szymon Marciniak war jedoch korrekt. Insgesamt eine solide Leistung des Unparteiischen.

War sonst noch was? Der Rasen in Lille war heute deutlich besser zu bespielen als noch in der Vorrunde. Nachdem eine „Rasenkur“ mit Lichttherapie und speziellem Dünger nichts half, entschieden sich die UEFA und das Organisationskomitee für eine Neuverlegung des Rasens. Das war eine richtige Entscheidung: Das Grün, eigens aus den Niederlanden geordert, hielt und beeinträchtigte den Spielverlauf nicht.

Erstmals seit 1976 verschoss Deutschland, in Person von Mesut Özil, wieder einen Elfmeter bei einer EM. Damals war es Uli Hoeneß im Finale gegen die Tschechoslowakei.

Die Stimmung: Im Stade Pierre-Mauroy, der Heimspielstätte des OSC Lille, feierten sowohl die deutschen, als auch die slowakischen Fans ein friedliches Fußballfest. Vor dem Anpfiff gab es eine Choreographie der deutschen Fans. Nach der Führung waren diese dann auch deutlich lauter. Eine super Atmosphäre, ohne Krawalle. So macht die EM auch auf den Rängen Spaß.

Wann spielt wer? Der EM-Spielplan auf einen Blick

Und jetzt? „Jogis-Jungs“ treffen nun im Viertelfinale (Samstag 21 Uhr in Bordeaux) auf Italien oder Spanien. Ein Duell mit Finalcharakter. Bei den letzten beiden Europameisterschaften sorgten jeweils diese beiden Teams für ein Ausscheiden „Der Mannschaft“.

Für die Slowaken ist des Turnier hingegen jetzt beendet. Sie werden sich mit einem weinenden und einem lachenden Auge aus Frankreich verabschieden. Trotz des Ausscheidens feierten die Männer von Trainer Ján Kozák den größten Erfolg bei einer EM als eigenständiges slowakisches Team.

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