Berdych raus, Federer spielt Mittwoch Gerry Weber Open: Zverev stolpert und siegt trotzdem

Von Lea Becker | 14.06.2016, 23:36 Uhr

Bei den Gerry Weber Open lief es am „German Sports Day“ gut für die deutschen Tennisspieler. Florian Mayer, Alexander Zverev und Dustin Brown zogen ins Achtelfinale ein. Überraschend ausgeschieden ist hingegen der Weltranglisten-Achte Thomas Berdych.

Halle/Westfalen. Auf dem Gelände am Gerry Weber Stadion duftet es nach frischen Brezeln, Waffeln, Pommes und gegrilltem Fleisch. Vereinzelt laufen Zuschauer mit Erdbeeren herum, doch so ganz passt das noch nicht zum Wetter. Es regnet mal wieder. Aber in Halle gibt es ja– anders als in Paris oder Stuttgart – ein Dach über dem Center Court. So bekommen die Zuschauer den ganzen Tag Weltklassetennis geboten.

Deutsche Tennishoffnung Zverev begeistert Fans

Vor allem die deutsche Tennishoffnung Zverev begeistert die Tennisfans beim Auftaktspiel gegen Viktor Troicki (Serbien). Mit einem Becker-Hecht versucht er im ersten Satz einen Breakball abzuwehren, jedoch ohne Erfolg. Trotzdem setzt sich Zverev am Ende deutlich mit 6:4, 6:4 gegen die Nummer sieben des Turniers durch. Dabei übersteht der 19-Jährige auch eine kritische Situation im zweiten Satz, als er mehrere Breakbälle abwehren muss, bevor er zum vorentscheidenden 5:3 davonziehen kann.

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„Ich fühle mich gut, ich spiele gut und hoffe, hier noch ein paar Spiele zu gewinnen“, sagt Zverev, der für Roger Federer ein Geheimfavorit ist. „Ich mag Alex’ Spiel. Ich glaube, er kann hier weit kommen, Halbfinale oder Finale ist absolut realistisch“, so der Schweizer, der heute gegen Jan-Lennard Struff ins Turnier einsteigt. Für Zverev kommt es im Achtelfinale aber erst mal zum deutschen Duell mit Qualifikant Benjamin Becker. Am Abend feierte Zverev noch einen weiteren Sieg. Zusammen mit seinem Bruder Mischa besiegte er Radek Stepanek und Nenad Zimonjic in einem wahren Krimi mit 7:6 4:6 19:17.

Mayer erzwingt den Tiebreak

Florian Mayer setzt sich mit 7:5 und 7:6 gegen den Amerikaner Brian Baker durch. Im zweiten Satz wehrt der 32-Jährige zwei Satzbälle mit starken Aufschlägen ab und erzwingt den Tiebreak. Auch hier kann Mayer sich auf seinen starken Aufschlag verlassen. Mit seinem 11. Ass nutzt der Deutsche seinen ersten Matchball. „Ich bin heilfroh, hier in zwei Sätzen durch zu sein.“ Im Achtelfinale wartet nun der Japaner Kei Nishikori.

Court zwei platzt aus allen Nähten

Mittlerweile hat es aufgehört zu regnen, auch auf den Außencourts fliegen die Bälle. Court zwei platzt aus allen Nähten, kein Sitzplatz ist mehr frei, überall drängeln Leute, um einen Blick auf Philipp Kohlschreiber und Dominic Thiem zu erhaschen. Die beiden, die am Montag noch in Stuttgart im Finale gegeneinander gekämpft hatten, stehen in Halle Seite an Seite im Doppel am Netz.

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Trotz einiger Matchbälle haben sie am Ende das Nachsehen gegen Lukasz Kubot (Polen) und Alexander Peya (Österreich). Jetzt können sie den Fokus auf ihre Einzelpartien legen. Für Kohlschreiber geht es am Mittwoch gegen den Spanier Marcel Granollers. Thiem erwartet João Sousa (Portugal).

In den kurzen Spielpausen tummeln sich die Zuschauer an den Ständen. In der Schuhabteilung bekommt man keinen Fuß mehr an den Boden, die Kassierer arbeiten im Akkord.

Die erste Überraschung

Bei den Profis gibt es in der Zwischenzeit die erste Überraschung. Marcos Baghdatis, Nummer 42 der Weltrangliste, bezwingt nach fast zwei Stunden den an Position vier gesetzten Berdych (Tschechien) mit 7:6, 7:6. Der 30-Jährige sinkt vor Freude auf die Knie und küsst den Rasen. „Ich bin überglücklich“, freut sich der Mann aus Zypern über seinen Einzug ins Achtelfinale. Dort trifft er auf Dustin Brown.

Der Schlacks mit den wilden Rastalocken sorgte mit seinem abwechslungsreichen Spiel für Begeisterungsstürme bei den Zuschauern . Mit dem 6:3 7:5 Sieg gegen Albert Ramos-Vinolas vollendete er den sehr erfolgreichen German Sports Day.