Aufschlag in Halle Gerry Weber Open: Roger Federer startet am Mittwoch

Von Ina Wemhöner | 13.06.2016, 23:58 Uhr

Zwei Wochen vor Wimbledon steht bei Rasenkönig Roger Federer zunächst die Mission Titelverteidigung bei den Gerry Weber Open auf dem Plan. In Halle muss der Schweizer am Mittwoch zunächst gegen den Außenseiter und Lokalmatador Jan-Lennard Struff ran.

Bei regnerischem und trübem Wetter starteten die Tennisprofis aus dem Hauptfeld in das Rasentennisturnier in Halle . Auf die Besucherzahl hatte das Wetter keinen Einfluss: Hunderte Besucher strömten am „Bärchen-Kids-Day“ auf das Stadiongelände, um ihre Tennisstars spielen zu sehen.

Und schon das Auftaktduell versprach spannend zu werden. Der an Nummer zwei gesetzte Kei Nishikori (Japan) agierte auf dem Platz sehr konzentriert. Lucas Pouille (Frankreich) hingegen unterliefen immer wieder Fehler. Ein Raunen ging durchs Stadion, als Nishikori vor dem entscheidenden Durchgang plötzlich über Rückenbeschwerden klagte und auf der Bank behandelt werden musste. Er konnte weiterspielen und beendete das Match sogar siegreich mit 6:7, 6:1, 6:4. Besonders die zwei letzten Sätze spielte er souverän und fast fehlerfrei. „Es war heute nicht ganz einfach, da auf den Trainingsplätzen aufgrund des schlechten Wetters nicht gespielt werden konnte. Dennoch war es ein gutes Match von mir, zumal Lucas ein starker Gegner war“, sagte der japanische Volksheld. Er trifft im Achtelfinale auf Brian Baker (USA) oder den Deutschen Florian Mayer.

Dreistündiger Schlagabtausch

Beim anschließenden Match zwischen David Goffin (Belgien) und dem Kroaten Borna Coric lieferten sich die Kontrahenten einen spektakulären Schlagabtausch. Während Goffin durch seine Schnelligkeit überzeugte, hatte Coric besonders in der Anfangsphase zu kämpfen, fing sich dann aber wieder. Er stabilisierte sich vor allem durch seinen Aufschlag und zog immer mehr das Tempo an – bis die Kraft nicht mehr reichte, und er Schwierigkeiten hatte, seinen Aufschlag zu halten. Die Strapazen gingen an beiden Spielern nicht vorbei. Nach fast drei Stunden triumphierte der French-Open-Viertelfinalist Goffin mit 7:6, 6:7, 6:4.

Am Nachmittag, passend zur Ankunft von Roger Federer in Halle, der aus Stuttgart kam, verschwanden auch die dunklen Regenwolken über dem Stadion. Der achtmalige Gerry-Weber-Open-Champion wird genauso wie Stuttgart-Sieger Dominic Thiem und Philipp Kohlschreiber am Mittwoch in das Turnier starten. Wegen der schlechten Wetterbedingungen in Stuttgart hatten Thiem und Kohlschreiber dort ihr Endspiel erst am Montag zu Ende spielen können.

Becker im Achtelfinale

Der zuletzt von Verletzungssorgen geplagte Grand-Slam-Rekordsieger Federer sucht zwei Wochen vor Wimbledon immer noch nach seiner Form. „Ich habe sehr wenig gespielt, so wenig wie noch nie in meiner Laufbahn – und darum ist es wichtig, dass ich wieder den Kontakt finde zu Turnieren“, sagte Federer bei seiner Ankunft. In Halle will er nun wieder angreifen – und die Siegchancen liegen sehr gut, denn auf Rasen fühlt er sich wohl. „Jeder Tag, der vergeht, ist wieder ein Schritt nach vorne. Ich muss mich durchkämpfen, durch den ganzen Rost“, so der Profi, der wegen einer Rückenverletzung seine Teilnahme an den French Open zurückziehen musste. Sein erster Gegner ist der 26-jährige Warsteiner Jan-Lennard Struff (ATP 89). „Ich glaube nicht, dass er der Favorit ist. Ich kenne seine Schläge nicht genau. Von daher könnte das ein kleiner Vorteil für ihn sein“, sagte der 34-Jährige.

Einer, der schnell wieder zu seiner alten Form gefunden hat, ist Profi Benjamin Becker. Er kämpfte sich durch die Qualifikationsrunde und schlug nun den im Ranking deutlich vor ihm stehenden Letten Ernests Gulbis in zwei Sätzen mit 7:5, 6:3. Der Lohn: ein Platz im Achtelfinale.

Becker profitierte in seiner Erstrundenpartie davon, dass Gulbis wie so oft in seiner Karriere an seinem Temperament scheiterte. Der Deutsche blieb gelassen und hielt sein Spielniveau aufrecht.