Kein Verständnis der Konkurrenz "Werdet schwanger!": Russische Langlauf-Trainerin empört mit Baby-Befehl

Julia Belorukowa (l.) und Anastassija Sedowa (zweite von l.) sind auf Rat ihrer Trainerin schwanger geworden. Foto: dpa/Hendrik SchmidtJulia Belorukowa (l.) und Anastassija Sedowa (zweite von l.) sind auf Rat ihrer Trainerin schwanger geworden. Foto: dpa/Hendrik Schmidt

Hamburg. Weil in der aktuellen Langlauf-Saison keine Weltmeisterschaften oder Olympischen Spiele stattfinden, hatte eine Managerin aus Russland einen ganz besonderen "Trainingsplan" für ihre Schützlinge.

Keine Frage, Sportler sollten immer auf den Rat ihres Trainers hören, um ihre Leistungen zu verbessern. Was die persönliche Familienplanung angeht, ist die Expertise jedoch nicht unbedingt gefragt. 

Anders jedoch in Russland: Gleich vier Langläuferinnen werden die aktuelle Saison in diesem Winter verpassen, weil sie alle gleichzeitig schwanger sind. Die Managerin des russischen Langlauf-Teams, Yelena Vyalbe, hatte ihren Schützlingen zum Nachwuchs geraten. 

Aktuelle Saison nicht so wichtig

"Am Saisonende habe ich die Truppe versammelt und allen Mädels gesagt, dass die nächste Saison eine Übergangssaison ist. Deshalb ist es die beste Zeit, ein Baby zu kriegen", so Vyalbe  zu der russischen Nachrichtenagentur Ria Novosti. "Die Athletinnen müssen ihre Verantwortung und Pflichten kennen. Ich bin froh, dass sie auf mich gehört haben."

Die aktuelle Saison wird als weniger wichtig angesehen, da im Langlauf weder Weltmeisterschaften noch Olympische Spiele stattfinden. Yulia Belorukova (24), Anastasia Sedova (24), Elena Sovoleva (27) und Tatyana Aljoshina (25) werden in diese Saison also nicht auf den Skiern stehen, sondern Windeln wechseln. 

Kein Verständnis aus Schweden

Der durchaus ernst gemeinte Rat der russischen Kollegin findet nicht überall Anklang. "Ich könnte Athletinnen niemals raten, Kinder zu kriegen. Und die Athletinnen würden darauf auch nicht hören", sagte Karin Ersson Schwedens Nationaltrainerin, der schwedischen Zeitung Expressen: "Man muss wohl sagen, dass die Kultur in Russland eine andere ist."


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