Nach 25-jähriger Tradition "Nicht mehr zeitgemäß": Alba Berlin verzichtet auf Basketball-Cheerleader

Von dpa

Alba Berlin verzichtet künftig auf eine Halbzeit-Show mit weiblichen Cheerleadern. Foto: imago images/Jan HuebnerAlba Berlin verzichtet künftig auf eine Halbzeit-Show mit weiblichen Cheerleadern. Foto: imago images/Jan Huebner
Jan Huebner/Lakomski, via www.imago-images.de

Berlin. Aus für die Alba Dancers: Bei Heimspielen des Basketball-Bundesligisten Alba Berlin treten keine Cheerleader mehr auf.

Nach 25 Jahren verzichtet Basketball-Bundesligist Alba Berlin mit Beginn der neuen Saison auf seine Cheerleader. 

Nicht mehr zeitgemäß

Der Verein sei "zu der Überzeugung gekommen, dass das Auftreten junger Frauen als attraktive Pausenfüller bei Sportevents nicht mehr in unsere Zeit passt", wurde Albas Geschäftsführer Marco Baldi auf der Webseite des Clubs zitiert. Bei den Heimspielen sei der Eindruck entstanden, "dass Frauen bei Alba vor allem für die tanzende Pausenunterhaltung zuständig sind, während Männer Basketball spielen", meinte Baldi weiter.

Die Realität im Verein sei eine andere. "Mit unserem breiten Jugendprogramm sind wir ein wichtiger Sozialakteur geworden, der Mädchen und Jungen gleichermaßen für unseren Sport begeistert", sagte er. 

Wir wollen zukünftig noch stärker fördern, dass Frauen im Basketball als Spielerinnen sichtbar und zu Vorbildern werden.

Alba hat nach Baldis Aussagen die mit Abstand größte Mädchen- und Frauenbasketballabteilung Deutschlands.  

"Tolles geleistet"

Der Geschäftsführer würdigte zugleich die Cheerleader. "Die Alba Dancers haben in den letzten 25 Jahren Tolles geleistet", meinte er. Sie seien mehrmals als das beste Danceteam Europas ausgezeichnet worden. "Es ist uns bewusst, dass nicht wenige Fans die Alba Dancers vermissen werden." Die Berliner starten am Samstag (18 Uhr) mit dem Pokal-Achtelfinal-Spiel gegen s.Oliver Würzburg in die Saison. 

Traurige Fans

Viele Fans von Alba Berlin zeigen sich in den Sozialen Netzwerken enttäuscht von dem Schritt. "Delann77" schreibt bei Twitter: "Schade, dass Ihr keine Männer gefunden habt, die mittanzen und damit das Cheerleading noch mal deutlich aufwerten, wie es in vielen US-Sportarten oder am College der Fall ist. Ich mochte die Dancers immer." Frank Männer ist "fassungslos", er meint: "Warum wechselt man nicht ab zwischen Aufführungen von Frauen und Männern oder gemischten Gruppen? Berlin müsste doch tausende Künstler/Tänzer und was weiß ich nicht alles haben, die man aktivieren könnte."

Es gibt auch Stimmen, die den Schritt richtig finden. "Gute Entscheidung. Der Cheerleader-Sport hat sich nur akrobatisch weiterentwickelt. Das Frauenbild ist nicht mit der Zeit gegangen", schreibt etwa Vera Fischer bei Twitter. Und Jan Odendahl schreibt: "Der Untergang. Hahahaha. Spitze. Sport ist Männersache, Mädels dürfen mal schön tanzen. Sinnbefreit! Respektlos! Überfällig!"


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