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Bundestrainer nach geringer Strafe fassungslos Heftiges Foul an Seider überschattet deutschen Eishockey-Sieg gegen Slowakei

Von dpa

Moritz Seider liegt nach einem heftigen Bodycheck gegen die Bande benommen auf dem Eis. Foto: imago images / ActionPicturesMoritz Seider liegt nach einem heftigen Bodycheck gegen die Bande benommen auf dem Eis. Foto: imago images / ActionPictures

Kosice. Die bislang makellose WM-Vorrunde mit vier Siegen aus vier Spielen des deutschen Eishockey-Teams wurde von einem bösen Foul an Verteidiger-Talent Seider überschattet. Der Bundestrainer war danach außer sich. Dennoch gab es beim DEB Grund zu großer Freude.

Eishockey-Bundestrainer Toni Söderholm hat fassungslos auf die geringe Bestrafung des Fouls an Verteidiger-Toptalent Moritz Seider reagiert. "Er ist verletzt. Der Kerl liegt ja fast bewusstlos auf dem Eis. Man muss die Spieler schützen, um Gottes Willen, jetzt ist es Zeit wirklich", sagte der 41 Jahre alte Finne nach dem dramatischen 3:2 (0:0, 1:2, 2:0) Deutschlands am Mittwochabend gegen WM-Gastgeber Slowakei. "Da kann alles passieren bei so was. "Wenn das nicht eine Fünf-Minuten-Strafe ist, was ist das dann?"


Der 18 Jahre alte Seider vom deutschen Meister Adler Mannheim war im Schlussdrittel von hinten gegen die Bande gecheckt worden und musste benommen vom Eis geführt werden. Sein slowakischer Gegenspieler Ladislav Nagy hatte aber nur eine kleine Zwei-Minuten-Strafe dafür bekommen. "Da wird ein 18-jähriger Junge von hinten komplett die Bande reingefahren. Meiner Meinung nach sind das fünf Minuten", schimpfte auch Kapitän Moritz Müller.

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Weitere Untersuchungen bei Seider

Seider, der als künftiger NHL-Profi gehandelt wird, war bester deutscher Verteidiger im bisherigen Turnierverlauf. Zuvor hatte sich schon NHL-Torhüter Philipp Grubauer verletzt. Seider gehe es aktuell "okay", er werde noch eingehend untersucht, teilte der Deutsche Eishockey-Bund nach der fast sicheren Viertelfinal-Qualifikation mit.

Auch bei Grubauer, der wegen muskulärer Probleme passen musste, sollen weitere Untersuchungen Aufschluss über einen Einsatz im nächsten WM-Spiel gegen Kanada am Samstag (16.15 Uhr/Sport1 und DAZN) geben. "Er hat noch Untersuchungen morgen, dann wissen wir mehr. Ich hoffe, dass er spielen kann", sagte Söderholm.

Zwölf Punkte nach vier Spielen für deutsches Team

Nach vier Siegen aus vier Spielen ist Deutschland mit zwölf Punkten Erster der Vorrundengruppe und kann nun in den restlichen Vorrundenspielen gegen die Top-Nationen die Ausgangslage für das Viertelfinale weiter verbessern. "Jeder Punkt muss her", sagte DEB-Präsident Franz Reindl, der sich zudem über die vorzeitige Qualifikation für Olympia 2022 freute, die dem DEB mit dem Einzug in das Viertelfinale sehr wahrscheinlich nicht mehr zu nehmen ist. "Das kann man gar nicht hoch genug bewerten. Das wir das jetzt schon erreicht haben, ist einfach nur super", sagte Reindl.

Einen WM-Start mit vier deutschen Siegen hatte es zuletzt vor 89 Jahren gegeben. Damals war Deutschland in einem allerdings noch völlig anderen Turnier-Format Vize-Weltmeister geworden.


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