Bedenkliche Mengen Ungesunder Aromastoff: Wann Zimt dem Körper schaden kann

Von Anneke Mayra Petersen | 08.12.2021, 09:51 Uhr

Zimt ist als wärmendes Gewürz besonders in der kalten Jahreszeit beliebt – und soll gut für die Gesundheit sein. In großen Mengen kann Zimt jedoch das Gegenteil bewirken. Worauf Sie beim Verzehr achten sollten.

In der Adventszeit kommen Fans von Zimt voll auf ihre Kosten: Ob Zimtsterne, Lebkuchen oder Punsch – in vielen weihnachtlichen Leckereien ist das Gewürz enthalten. Zimt schmeckt aber nicht nur gut: Dem Gewürz, das als Stange oder in Pulverform erhältlich ist, werden auch gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben. So soll der Konsum von Zimt laut einer Studie etwa den Blutzucker- und Cholesterinspiegel bei Diabetikern senken können.

Zimt ist allerdings nicht immer gut für die Gesundheit. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kann er sogar ungesund sein, wenn eine bestimmte Verzehrmenge überschritten wird.

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Auf die Sorte kommt es an

Grund dafür ist Cumarin. Der natürliche Aromastoff kommt hochkonzentriert im sogenannten Cassia-Zimt vor. In großen Mengen kann Cumarin die Leber beschädigen. "Bei besonders empfindlichen Personen kann Cumarin schon in relativ kleinen Mengen Leberschäden verursachen, die Wirkung ist allerdings in der Regel reversibel", heißt es dazu vom BfR. Diese Erkenntnisse würden sich jedoch ausschließlich auf den Einsatz von Cumarin in der Medizin beziehen.

Dennoch rät das BfR davon ab, Cassia-Zimt regelmäßig in großen Mengen zu verzehren. Als Alternative empfiehlt das Institut auf eine andere Zimt-Sorte zurückzugreifen: "Wer bei der Lebensmittel-Zubereitung im Haushalt häufig große Mengen Zimt als Gewürz verwendet, zum Beispiel für Milchreis mit Zucker und Zimt, sollte den cumarinarmen Ceylon-Zimt verwenden", so das BfR.

Cassia- oder Ceylon-Zimt: Das ist der Unterschied

Bei Cassia-Zimt handelt es sich um die weitverbreitetste Zimtsorte. Cassia-Zimt kommt ursprünglich aus China und ist günstiger als Ceylon-Zimt, der aus Sri Lanka stammt. Optisch lässt sich der Unterschied zwischen den Sorten an der Zimtstange erkennen: Während Cassia-Zimt mit relativ dicker Rinde ein Röllchen formt, lassen sich beim Ceylon-Zimt viele dünnere Rindenlagen erkennen.

In pulverisierter Form oder bei Zimt in fertigen Lebensmitteln und Backwaren wird die Unterscheidung schon schwieriger. Denn im Handel muss nicht explizit ausgewiesen werden, um welche Sorte es sich handelt. Da Cassia-Zimt günstiger ist, wird dieser gerade in fertigen Lebensmitteln wie Zimtschnecken häufig verwendet.

Zimt verzehren: Diese Mengen können Sie bedenkenlos essen

Wegen der potentiell gesundheitsschädigenden Wirkung von hohen Mengen Cumarin gibt es eine Höchstgrenze, die verkäufliche Lebensmittel enthalten dürfen. Diese wird von der europäischen Aromenverordnung festgelegt und ist seit 2011 gültig. Bei Backwaren liegt die Grenze bei 50 Milligramm pro Kilogramm Lebensmittel, bei Dessertspeisen wie Milchreis sind fünf Milligramm pro Kilogramm erlaubt.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat außerdem eine "tolerierbare tägliche Aufnahmemenge" für Cumarin festgelegt. Pro Tag können Verbraucher ein Leben lang 0,1 Milligramm Cumarin pro Kilogramm Körpergewicht verzehren, ohne, dass die Gesundheit Schaden nehmen würde.

Umgerechnet auf herkömmliche Produkte könnten Kleinkinder mit einem Körpergewicht von 15 Kilogramm täglich etwa sechs kleine Zimtsterne essen (30 Gramm). Eine erwachsene Person, die 60 Kilo wiegt, könnte laut BfR ohne Probleme etwa 24 kleine Zimtsterne (120 Gramm) verzehren. Das gelte jedoch nur, wenn aus anderen Quellen kein Cumarin aufgenommen wird.

Jedoch könne die Verzehrmenge auch mal für ein bis zwei Wochen über dem empfohlenen Wert liegen, ohne gesundheitliche Folgen hervorzurufen. Die Schlemmerei in der Adventszeit ist in der Regel also harmlos.